VfL Bochum

Bayern-Talent Pantovic ist der erste neue VfL-Spieler

Zwei Neue und ein Assistent im Glück: Robin Dutt, Heiko Butscher und Sebastian Schindzielorz planen jetzt die neue Saison.

Foto: Udo Kreikenbohm

Zwei Neue und ein Assistent im Glück: Robin Dutt, Heiko Butscher und Sebastian Schindzielorz planen jetzt die neue Saison. Foto: Udo Kreikenbohm

Am Sonntag hatte VfL-Trainer Robin Dutt noch Geduld versprochen in Sachen Transfers, einen Tag später war Milos Pantovic Bochumer.

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Robin Dutt ist keiner, der zum Überschwang neigt oder die Dinge, je nach Gesprächspartner, kleiner oder größer redet als sie in Wirklichkeit sind. 53 ist er inzwischen, hat schon einiges erlebt im so schnelllebigen Business Fußball und scheint doch immer mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben zu sein. Am Sonntagnachmittag, in der letzten Pressekonferenz der nun Geschichte gewordenen Spielzeit, brachte Dutt das Ergebnis seiner noch sehr kurzen Tätigkeit in Bochum auf den Punkt: „Unsere Aufgabenstellung war ja klar und lautete: Raus aus dem Mist.“

Das ist dem gebürtigen Kölner und Wahl-Schwaben rundum gelungen. 12 Spiele haben die VfL-Fans unter seiner Regie gesehen und dabei sechs Siege und vier Unentschieden verfolgen können. Nur zwei Niederlagen setzte es in dieser Zeit. Vor eigenem Publikum verließ die Mannschaft noch nie den Rasen als Verlierer, seitdem Robin Dutt als Cheftrainer beim VfL das Sagen hat. Die letzte Heimniederlage, ein 0:1 gegen Bielefeld Ende Januar, hatte noch Dutts Vorgänger Jens Rasiejewski zu verantworten.

Dutt hat sich richtig eingelassen auf seinen neuen Klub, der, als er kam, wie ein Rohr im Winde schwankte. Vertrauen als Wertschätzung und Anschub stand und steht im Mittelpunkt seiner Arbeit. Vertrauen und Offenheit gegenüber den Spielern und Vertrauen gegenüber seinen neuen Mitstreitern im Umfeld der Mannschaft, im Vorstand oder im Aufsichtsrat. Das hat sich ausgezahlt, deshalb sprach er auch so oft von der guten Mentalität des Teams. Selbst noch nach dem abschließenden 1:1 gegen Regensburg: „Die vielen knappen Ergebnisse sprechen für die Mentalität der Mannschaft.“

So ist es. Zwar gibt Robin Dutt zu, dass auch „wir Konflikte lösen mussten in den vergangenen Monaten“, doch es gab als Reaktion darauf weder einen medialen Wellenschlag noch Missstimmung im Team. Der VfL Bochum präsentierte sich erst nach Dutts Kommen als Einheit, die gewillt ist, Erfolge notfalls auch zu erzwingen.

Vertrauen war das Schlüsselwort

Den Fußball neu erfunden haben sie nicht an der Castroper Straße. Die Systemfrage wird sich erst demnächst, wenn der Ball nach der Sommerpause wieder ins Rollen kommt, stellen. Dann kann gefeilt werden am Auftritt der Mannschaft, die in Teilen ein anderes Gesicht haben wird. „Es gehört zum Fußball dazu, dass wichtige Spieler wechseln“, sagte Robin Dutt über den Weggang von Kevin Stöger.

Geplant ist, dass Thomas Eisfeld seinen Vertrag verlängert und künftig eine etwas bedeutendere Rolle im Gefüge des VfL einnehmen soll. Aber neue Impulse von außen soll es natürlich auch geben und gibt es bereits: Mit Milos Pantovic wird sich ein junger und gut ausgebildeter Offensiv-Spieler aus der Bayern-Schule den Bochumern anschließen. Der 21-Jährige, den die Münchener gerne in ihrer zweiten Mannschaft behalten hätten, hat sich bis 2021 an den VfL gebunden. Der in München geborene Serbe war Stammspieler im Regionalliga-Team und hat es in der letzten Saison auf 12 Tore und 11 Torvorbereitungen gebracht. Bochums Sportvorstand Sebastian Schindzielorz präsentierte den ersten Neuzugang, dessen „Stärken sicher auf den Außenbahnen liegen“, einen Tag nach dem Saisonabpfiff. Dass die Bochumer Entscheidungsträger vor dieser Verpflichtung den Rat von Herrmann Gerland, dem künftigen Leiter der Bayern-Nachwuchsabteilung, eingeholt haben, ist zu vermuten bzw. zu hoffen.

Keine 24 Stunden zuvor hatte Robin Dutt noch kundgetan, dass er in Sachen Transfers „sehr geduldig sein“ werde, denn „wir haben ja ein gewisses Gerüst“. Außerdem, so der VfL-Trainer weiter, „habe ich volles Vertrauen in Sebastian“.

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