Mit dem VfL im Trainingslager

Barth versteht die Zeit beim VfL Bochum als Weiterbildung

Oliver Barth ist für ein Jahr Co-Trainer beim VfL Bochum.

Oliver Barth ist für ein Jahr Co-Trainer beim VfL Bochum.

Foto: Revierfoto

Weiler im Allgäu.  Heiko Butscher macht seinen Fußballlehrer. Als Ersatz für ihn hat der VfL Bochum Ex-Profi Oliver Barth für ein Jahr als Co-Trainer verpflichtet.

Trinkpause im Trainingslager des VfL Bochum in Weiler im Allgäu. Die Spieler laufen zur Getränkekiste, erfrischen sich. Oliver Barth nutzt die kurze Unterbrechung. Der Co-Trainer von Robin Dutt beim VfL nimmt vier Markierungshütchen auf, geht immer fünf Schritte, legt ein Hütchen wieder hin. Die Arbeit eines Co-Trainers folgt bisweilen festen Mustern.

Genau wie die Lebensplanung bei zahlreichen Fußballern. Erst sind sie Profi, dann wollen sie im Fußball-Geschäft bleiben. Sie rücken in die Geschäftsführung, werden Sportlicher Leiter, Manager, oder sie bleiben auf dem Platz, nah an der Mannschaft. Erst als Co-Trainer, später als Cheftrainer. Cheftrainer will Barth auch irgendwann werden. Dazu gehört, seinen Fußballlehrer bei einem Lehrgang des DFB zu machen. Heiko Butscher hat so einen Platz bekommen. Er ist einer der Co-Trainer von Robin Dutt, aber er ist eben jetzt nicht da. Er ist die meiste Zeit in Hennef beim Lehrgang.

Dafür ist Barth jetzt da beim VfL. Für ein Jahr. Als Co-Trainer. Und das bedeutet weit mehr, als nur Hütchen aufzustellen.

Im Trainerteam sind alle gleichberechtigt

Dazu gehört auch, dass er bei den verschiedenen Trainingsspielen einen festen Platz einnimmt. Barth steht an der Seitenlinie, blickt ruhig auf die Abläufe auf dem Feld. Erst nach dem Training wird er Dutt seine Meinung, seine Eindrücke mitteilen. „Im Trainerteam sind wir alle gleichberechtigt“, sagt Barth. „Da gibt es einen regen Austausch.“ Er sieht sich dennoch eher als Zuarbeiter. Dabei hilft, dass Barth Dutt schon sieben Jahre aus gemeinsamen Zeiten bei den Stuttgarter Kickers und dem SC Freiburg kennt. Dass es da dann Übereinstimmungen bei der Philosophie gibt, wie die beiden Fußball spielen lassen wollen, ist fast zwangsläufig. „Ich bevorzuge“, sagt Barth, „genau wie Robin Dutt Ballbesitzfußball mit intensivem Laufspiel.“

Viel erinnert ihn an seine Zeit in Freiburg

Überhaupt erinnert ihn jetzt beim VfL einiges an die Zeit in Freiburg. „Bochum hat ebenso einen guten Mix aus jungen und älteren Spielern. Da sind viele Jungs dabei, die gierig sind und nach vorne kommen wollen.“

Weil er Dutt und auch Co-Trainer Heiko Butscher kennt, fiel ihm das Einleben einfach. „Zudem gab es schon länger Kontakt. Da konnte ich mir die Mannschaft in der Rückrunde schon das eine oder andere Mal ansehen.“

Die Zeit beim VfL sieht er als „Weiterbildung“ an. „Das ist im Fußball so. Da gibt es immer wieder Veränderungen.“ Dauerhaft Co-Trainer zu sein hat er allerdings nicht geplant.

Chef-Trainer für ein Spiel im Pokal

Wie es ist, Chef-Trainer zu sein, hat er schon erlebt. In seiner Zeit bei der SpVgg Greuther Fürth rückte er auf, als Chef-Trainer Damir Buric wegen eines Trauerfalls vor dem Pokalspiel gegen Borussia Dortmund zur Familie reiste. Da stimmte Barth die Mannschaft ein und schaffte fast eine Überraschung. Erst in der Nachspielzeit kamen die Dortmunder durch ein Tor von Axel Witsel in die Verlängerung und dann durch ein Tor von Marco Reus zum 2:1-Sieg.

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