VfL Bochum

Abstiegskampf: In der Kabine des VfL Bochum knallt es

Die Spieler des VfL Bochum waren nach dem 1:1 in Sandhausen komplett bedient.

Die Spieler des VfL Bochum waren nach dem 1:1 in Sandhausen komplett bedient.

Foto: firo

Sandhausen.  Zweitliga-Profis schimpfen nach spätem Gegentor in Sandhausen. Die Mitgliederversammlung des VfL am kommenden Mittwoch könnte turbulent werden.

Wütend schritt Torwart Manuel Riemann zur Kabine, sein Trikot hatte er bereits zerrissen, eine Tür knallte. Sie waren sauer, sie waren frustriert, die Profis des Zweitligisten VfL Bochum. „Die Enttäuschung ist groß“, sagte Trainer Thomas Reis nach dem 1:1 beim biederen SV Sandhausen, nach dem späten Gegentor in Minute 88.

Auch im siebten Saisonspiel reichte es nicht für einen Sieg, in der zweiten Partie unter dem neuen Trainer holte der VfL nach dem 2:2 gegen Dresden erneut nur ein Remis und bleibt Tabellenvorletzter. „Das tut heute richtig weh“, meinte Kapitän Anthony Losilla angesichts der verpassten Chancen in der ersten Halbzeit und einer gefühlten Niederlage vor nur 5300 Zuschauern.

Silvere Ganvoula trifft für den VfL Bochum

45 Minuten dominierte der VfL die Partie auf allerdings überschaubarem Zweitliga-Niveau, erspielte sich gegen einen gut in die Saison gestarteten, an diesem Tag aber harmlosen SV Sandhausen gleich fünf hochkarätige Chancen. Saulo Decarli, Simon Zoller, Vitaly Janelt scheiterten teils kläglich. Silvere Ganvoula war es dann, der den VfL erstmals in dieser Saison mit 1:0 in Führung brachte nach 57 Minuten.

Doch Selbstvertrauen gab diese Saisonpremiere nicht, Bochum ließ sich zurückdrängen, und zwei Minuten vor dem Ende bestrafte der eingewechselte Aziz Bouhaddouz dies mit dem unverhofften 1:1.

Der VfL hatte damit zwei Zähler und einen Befreiungsschlag verschenkt, Bochum muss sich auf einen langen, zähen Abstiegskampf einstellen. „Das wird eine brutale Saison. Für uns geht es um den Klassenerhalt“, sprach Ex-Kapitän Stefano Celozzi Klartext.

Der sportlich von Reis-Vorgänger Robin Dutt im Einklang mit Sport-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz aussortierte Rechtsverteidiger erhält unter Reis eine neue Chance, wurde erstmals in dieser Spielzeit eingewechselt. Freuen konnte sich Celozzi darüber nicht. „Positiv wäre es gewesen, wenn wir die Führung über die Zeit gebracht hätten“, er.

VfL-Trainer Trainer Reis sieht auch Fortschritte

Thomas Reis sah zwar auch viele Fortschritte angesichts der überlegen geführten ersten Halbzeit, letztlich aber fehlte Bochum neben der Effektivität erneut die Konstanz über die volle Distanz. Und von dem vor der Saison anvisierten Umbruch, mit mehr Tempo und deutlich mehr jüngeren Spielern aufzutreten, ist aktuell nicht mehr viel zu erkennen.

„Wir haben zu wenig Punkte“, sagte Sport-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz, der von einer „ordentlichen“ ersten Halbzeit sprach. Der Manager und Vereinspräsident Hans-Peter Villis werden von etlichen Fans verantwortlich gemacht für die sportliche Talfahrt des Vereins. Schindzielorz vor allem, weil er den Kader zu verantworten hat. Villis unter anderem, weil auch zwei Jahre nach der Ausgliederung noch kein Investor präsentiert wurde. Schindzielorz betonte mit Blick auf die Mitgliederversammlung am kommenden Mittwoch: „Wir werden uns der Verantwortung stellen. Und dann werden wir alles versuchen, das Heimspiel gegen Darmstadt zu gewinnen.“

Darmstadt hat nur zwei Punkte mehr als der VfL. „Der Druck“, sagte Kapitän Losilla, „ist da. Aber wir haben genug Erfahrung, um uns aus dieser Situation zu befreien.“

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