2. Liga

1:1! Der VfL spielt selbstbewusst, aber wieder nicht zu Null

Bochums Silvere Ganvoula (l.) behauptet den Ball.

Bochums Silvere Ganvoula (l.) behauptet den Ball.

Foto: Getty

Hamburg.  Der VfL Bochum hat seinen leichten Aufwärtstrend bestätigt. Beim FC St. Pauli kam das Reis-Team am Freitagabend zu einem 1:1 (1:1)-Unentschieden.

Die Spiele gegen den FC Bayern München im Pokal und gegen Nürnberg in der Liga haben Spuren hinterlassen beim VfL Bochum. Positive. Das Team von Trainer Thomas Reis zeigte im Spiel beim FC St. Pauli über weite Strecken eine selbstbewusste Leistung. Auch wenn der VfL weiterhin nicht zu Null kann. Nach dem 1:1 (1:1) bleibt das West-Team VfL Bochum dennoch tief im Süden der Tabelle. Muckelig ist es da nicht.

Nur zehn Minuten dauerte es, da stand fest, dass Reis auf jeden Fall bis nach der Länderspielpause auf ein Ergebnis ohne Gegentor wird warten müssen. Waldemar Sobota hatte da von der Strafraumgrenze für St. Pauli getroffen. Es war das 1:1. Die Bochumer haben eben nicht bereits mehr als 20 Gegentore in dieser Spielzeit bekommen, sie haben ebenso in dieser Dimension selber getroffen. Gerne zuletzt auch früh.

Gegen die Bayern hatte Simon Zoller nach nicht einmal einer Minute die Chance zum 1:0 liegen lassen. Gegen St. Pauli hatte Danny Blum nach 33 Sekunden das 1:0 auf dem Fuß. Zoller machte es dann, nutzte diesmal seine erste Chance nach gerade fünf Minuten. Die Vorarbeit kam wie so oft zuletzt bei erfolgreichen VfL-Angriffen über die mit Danilo Soares und Blum schnelle linke Seite. Blum hatte sich im Eins-gegen-Eins durchgesetzt und den Ball scharf reingespielt.

So bestätigte sich sofort, dass beide Teams Probleme mit der Dichtheit haben. In der Folge hätten im ersten Abschnitt auf beiden Seiten Tore fallen können. Die beste Möglichkeit hatte Bochums Spielführer Anthony Losilla. Er köpfte einen Eckball an den Außenpfosten.

Junge Bochumer Defensive beim FC St. Pauli

Der VfL agierte im ersten Abschnitt nicht ganz so energisch wie gegen Nürnberg oder die Bayern. Auffällig abgeklärt aber die Leistung, die die wieder sehr junge Abwehr zeigte. In der war Soares mit 28 Jahren der deutlich Älteste. Die beiden Innenverteidiger Simon Lorenz und Armel Bella Kotchap sind 21 und 17 Jahre alt, Jordi Osei-Tutu, der links verteidigte, auch erst 21. Der junge Engländer war als Rechtsverteidiger verpflichtet worden. Er hatte allerdings in seinen ersten Einsätzen Probleme mit der taktischen Disziplin in der Defensive und hatte eher wie ein Außenangreifer agiert. Gegen St. Pauli rückte er für Stefano Celozzi ins Team. Der wiederum war erst für den verletzten Cristian Gamboa zurück auf die rechte Außenverteidigerposition gekommen. Osei-Tutu aber spielte diesmal nicht, als sei er nur die dritte Lösung für diesen Posten.

Die meisten Zweikämpfe löste er mit seiner Schnelligkeit, einige durch gutes Stellungsspiel oder energischen Körpereinsatz. Wie sehr er dennoch Unterstützung benötigt, wurde bei jeder seiner Aktionen deutlich. Bisweilen applaudierte die komplette VfL-Bank, wenn er einen Ball klärte oder wieder einen Zweikampf gewann. In dieser Form könnte Osei-Tutu doch noch mehr werden als die Hoffnung, ein Talent von Arsenal ausgeliehen zu haben.

Seine Mitspieler fielen mit ihren Leistungen nicht zwingend hinter ihm ab. Ausreißer nach oben wie in den vergangenen beiden Spielen gab es diesmal aber eher weniger. Lange sah es fast danach aus, die Bochumer wären mit einem Punkt zufrieden.

Riemann löste die Bremse gelegentlich, wenn er einen Ball fast nach Handball-Gegenstoß-Manier schnell und lang spielte. Gerne auf Blum, bisweilen auf Osei-Tutu, Zoller oder auf Silvere Ganvoula. Der Stürmer benötigte nach seiner Gelb-Sperre allerdings deutlich an Anlaufzeit. Mit vielen gewonnen Defensiv-Kopfbällen aber trug er mit dazu bei, dass die Bochumer eine leichte Drangphase St. Paulis zu Beginn der zweiten Abschnitts überstanden.

Eigene Torchancen aber hatten die Bochumer kaum noch. An den beiden besten in den Minuten 75 und 78 war jeweils Lee beteiligt. Der aber ist und bleibt kein Torjäger. Die Bochumer spielten wie auch gegen Nürnberg eine klar schwächere zweite Hälfte. Die aber immerhin ohne Gegentor.

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