Champions League

So viel Bundesliga steckt im Champions-League-Finale

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp (links) und Roberto Firmino.

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp (links) und Roberto Firmino.

Foto: firo

Madrid.  Am Samstag findet das Champions-League-Finale statt. Und irgendwie mischt die Bundesliga auch mit. Von Jürgen Klopp bis zu Heung-min Son.

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Bundesliga-Mannschaften sind im Champions-League-Finale am Samstag (21 Uhr/Sky und DAZN) nicht vertreten. Trotzdem steckt im Saisonhöhepunkt des europäischen Vereinsfußballs zwischen dem FC Liverpool und Tottenham Hotspur ein gutes Stück Bundesliga.

Mit Jürgen Klopp sitzt ein Deutscher auf der Trainerbank des FC Liverpool. Sitzt? Aus seiner Zeit als Bundesligatrainer bei Mainz 05 und Borussia Dortmund wissen alle Fußball-Fans, dass es den 51-Jährigen nur selten auf der Bank hält. Das Energiebündel Klopp hat Liverpool wieder zu einer festen Größe in Europa gemacht. Mit den Qualitäten, die ihn auch schon in Mainz und Dortmund zu einer Legende gemacht haben: Leidenschaft, Charisma, Offensivfußball.

Aber auch diese Spieler haben in der Bundesliga viel gelernt, was ihnen am Samstag im Finale der Königsklasse helfen wird.

Joel Matip musste im vergangenen Jahr beim Champions-League- Finale gegen Real Madrid noch wegen einer Verletzung zuschauen. Der 27-Jährige ist wohl der meist unterschätzte Spieler des FC Liverpool. Der schlaksige Innenverteidiger, der in Bochum geboren wurde und mit 19 Jahren in der Bundesligamannschaft des FC Schalke 04 debütierte, hat eine starke Saison in Liverpool gespielt. Alle sprechen von den großen Fähigkeiten von Abwehrchef Virgil van Dijk, doch Matip hat sich unter Klopp zu einem erstklassigen Defensivmann entwickelt.

Xerdan Shaqiri weiß, wie man sich als Champions-League-Sieger fühlt. 2013 gewann er mit dem FC Bayern München das Finale der Königsklasse mit 2:1 gegen Borussia Dortmund mit Trainer Jürgen Klopp. Allerdings saß Shaqiri damals nur auf der Bank. So erging es ihm in dieser Saison auch meist beim FC Liverpool. Wie Divock Origi nutzte auch Shaqiri im Halbfinale gegen Barcelona seine Chance durch die Verletzungen von Mohamed Salah und Roberto Firmino. Der vor Kraft strotzende Schweizer leistete nicht nur die Vorarbeit zum 3:0, sondern überzeugte auch durch sein enormes Laufpensum.

Roberto Firmino musste lange um seinen Einsatz im Finale gegen Tottenham bangen. Der ehemalige Hoffenheimer meldete sich jetzt aber nach einer Muskelverletzung wieder fit. Roberto Firmino Barbosa de Oliveira, wie der Brasilianer mit vollem Namen heißt, ist mit 24 Scorerpunkten einer der gefährlichsten Liverpooler. Sein letztes Spiel war im April das Ligaspiel gegen Cardiff City. 2011 kannte kaum jemand den jungen Stürmer. Hoffenheim bezahlte vier Millionen Euro an den brasilianischen Klub Tombense. Ein Kauf, der sich bezahlt machte: 2015 wechselte Firmino für 41 Millionen Euro nach Liverpool.

Divock Origi hatte den größten Moment seiner bisherigen Karriere im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Barcelona. Vor einem Jahr spielte der 24-jährige Belgier noch mit dem VfL Wolfsburg in der Bundesliga-Relegation gegen Holstein Kiel. Nach seiner Rückkehr nach Liverpool saß Origi meist auf der Ersatzbank. Aber gegen Barca schlug seine große Stunde, weil Mohamed Salah und Roberto Firmino verletzt waren. Origi durfte von Beginn an auf den Rasen, erzielte erst das 1:0 und machte mit seinem 4:0 das Wunder von Liverpool perfekt. Aus dem Bankdrücker wurde der Held einer magischen Champions-League-Nacht.

Naby Keita wird dem FC Liverpool im Finale wegen einer Verletzung fehlen. Bei RB Leipzig war der Mittelfeldspieler aus Guinea der Star und hatte großen Anteil daran, dass die Sachsen in der Bundesliga zu einem Spitzenteam wurden. Nach seinem Wechsel für 60 Millionen Euro im Sommer 2018 hatte Keita zunächst Anlaufschwierigkeiten, entwickelte sich aber immer mehr zu einer festen Größe beim LFC, ehe ihn die Verletzung stoppte.

Peter Krawietz arbeitet mit Jürgen Klopp schon seit 18 Jahren zusammen. Erst sichtete er beim FSV Mainz als Chefscout für den Trainer den Spielermarkt, dann ging er mit ihm 2008 als Assistent zu Borussia Dortmund, wo er 318 Spiele auf der Trainerbank neben seinem Assistenten-Kollegen Zeljko Buvac saß. Nach 2555 Tagen beim BVB wechselte Krawietz 2015 mit Klopp zum FC Liverpool. Taktikexperte Krawietz erwartet gegen Tottenham ein offenes Spiel. „Beide Teams befinden sich auf Augenhöhe“, sagte er in einem Interview bei Spox. „So oder so ändert das für unsere Arbeit gar nichts. Am Ende ist es wieder die Lust auf das Gewinnen, die alle anderen Gedanken dominiert. Diese Herangehensweise versuchen wir auf unser Team zu übertragen.“

Heung-min Son ist der einzige Spieler von Tottenham Hotspur, der schon einmal in der Bundesliga auf dem Platz stand. Der 26-Jährige kam schon mit 18 aus seiner südkoreanischen Heimat nach Deutschland. Aber trotz seines Alters erkämpfte er sich bald einen Stammplatz beim Hamburger SV in der Bundesliga. Und auch als er nach drei Jahren zu Bayer Leverkusen wechselte, ging sein Aufstieg in der Bundesliga zu einem der trickreichsten Stürmer weiter. In Tottenham ist er längst ein Publikumsliebling. „Sonny ist wie eine Batterie“, sagt sein Trainer Mauricio Pochettino. „Er arbeitet und arbeitet und arbeitet.“

Felix Zwayer (Berlin) und Mark Borsch (Mönchengladbach) vertreten die Bundesliga im Schiedsrichterteam. Die beiden Unparteiischen assistieren dem Videoschiedsrichter Danny Makkelie aus den Niederlanden. Hoffentlich klappt es besser in Madrid als in Deutschland.

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