DFB-Frauen

So muss Allzweckwaffe Hrubesch den DFB-Frauen helfen

Horst Hrubesch ist bei den DFB-Frauen zunächst als Trainer für zwei Spiele im Einsatz.

Horst Hrubesch ist bei den DFB-Frauen zunächst als Trainer für zwei Spiele im Einsatz.

Foto: Team 2 Sportphoto

Frankfurt.   Horst Hrubesch übernimmt nach Steffi Jones’ Entlassung die DFB-Frauen. Eine langfristige Lösung sucht der Verband aber noch.

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Engagement und Empathie alleine sind keine Erfolgsgaranten. Zumindest nicht für eine Fußballlehrerin, die damit fehlende Erfahrung im Trainermetier wettmachen wollte. Auf diese Formel lässt sich die von Anfang an unter keinem glücklichen Stern gestandene Amtszeit von Bundestrainerin Steffi Jones bringen.

Am Dienstagmorgen entschied der Deutsche Fußball-Bund nach einer Telefonkonferenz, die gebürtige Frankfurterin mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben bei der Frauen-Nationalmannschaft zu entbinden. Die 45-Jährige muss gehen, weil der Verband die Teilnahme an der WM 2019 in Frankreich in größter Gefahr sieht.

Den Ausschlag gab, dass die 45-Jährige beim SheBelieves-Cup, einem Einladungsturnier in den USA, nicht nur krachend die letzte Partie gegen Frankreich (0:3) in den Sand gesetzt hatte, sondern auch weite Teile der Spielerinnen verloren hatte. Das Team – nach dem überflüssigen EM-Aus im Viertelfinale und einem verlorenen WM-Qualifikationsspiel gegen Island ohnehin auf dem absteigenden Ast – zerfällt in streitende Grüppchen. Da konnte die DFB-Führung ihre Schutzhand nicht mehr über die als Harmoniegarantin gedachte Jones legen.

Bierhoff sprach Empfehlung aus

Das Präsidium folgte der Empfehlung des Nationalmannschaftsdirektors Oliver Bierhoff sowie des Sportlichen Leiters Joti Chatzialexiou. „Mit Blick auf die sportliche Entwicklung, die Qualifikation für die WM und die unterschiedlichen Rückmeldungen vom SheBelieves-Cup sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass die Mannschaft eine neue Führung braucht“, sagte Bierhoff und deutete damit auch atmosphärische Störungen an. Man wolle die Strukturen professionalisieren, die Verzahnung mit dem Männerbereich verstärken und neue konzeptionelle Wege gehen.

Erst einmal aber kommt ein alter Bekannter: Interimsmäßig übernimmt der gebürtige Hammer Horst Hrubesch (66), der eigentlich im Männerfußball zu Hause ist. „Ich habe den Frauenfußball in den vergangenen Jahren verfolgt und war auch bei der EM im Sommer vor Ort. Ich helfe in dieser Phase gerne“, sagt er.

Hrubesch wird damit seinem Ruf als Allzweckwaffe erneut gerecht. Bei den Olympischen Spielen 2016 führte er die deutsche Männer-Mannschaft als Trainer zur Silbermedaille, den frei gewordenen Posten als Sportdirektor übernahm er ebenfalls. Nun also Frauenfußball-Bundestrainer. Doch als Langzeitlösung taugt der Ex-Stürmer nicht.

Voss-Tecklenburg kann Erfolge vorweisen

Kandidaten für eine Nachfolge gibt es bereits. Junioren-Nationaltrainerin Maren Meinert ist vertraut mit dem Metier, aber die 44-Jährige scheut das Rampenlicht. Die große Lösung wäre Ralf Kellermann, der allerdings dann kaum als Sportlicher Leiter beim VfL Wolfsburg verbleiben könnte. Große Erfolge kann auch die Schweizer Nationaltrainerin und frühere deutsche Nationalspielerin Martina Voss-Tecklenburg vorweisen.

Wie es vor allem im Hinblick auf das alles entscheidende Qualifikationsspiel auf Island (1. September) weitergeht, will Chatzialexiou in aller Ruhe entscheiden: „Wir werden uns deshalb jetzt die nötige Zeit nehmen, im engen Austausch mit der Liga einen passenden Kopf für diese Aufgabe zu finden.“ Problem nur: Das Anforderungsprofil ist recht umfassend, der Kandidatenkreis indes überschaubar.

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