Schalke

Warum Thiaw und Bozdogan für Lichtblicke bei Schalke sorgen

Zum ersten Mal in der Bundesliga in der Startelf – und das im Derby: Malick Thiaw (links) erhielt von Manuel Baum ein Extra-Lob. Hier drängt der Verteidiger den Dortmunder Giovanni Reyna ab.

Zum ersten Mal in der Bundesliga in der Startelf – und das im Derby: Malick Thiaw (links) erhielt von Manuel Baum ein Extra-Lob. Hier drängt der Verteidiger den Dortmunder Giovanni Reyna ab.

Foto: Martin Rose / Getty Images

Dortmund/Gelsenkirchen.  Schalkes Trainer Manuel Baum erklärt, warum er die beiden 19-Jährigen Malick Thiaw und Can Bozdogan trotz der Derby-Niederlage hervorhebt.

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass der FC Schalke 04 einen schönen Sieg im Derby feierte: Am 20. Oktober 2019 gewann die U19 von Trainer Norbert Elgert bei Borussia Dortmunds Nachwuchs nach einer Galavorstellung mit 4:0. Malick Thiaw erzielte damals zwei Tore, Can Bozdogan traf einmal. Das vierte Tor steuerte Stanislav Fehler bei. Der Blick zurück lohnt sich, denn: Thiaw und Bozdogan gelten jetzt, ein Jahr später, wenigstens als kleine Lichtblicke bei den Schalker Profis.

Die beiden 19-Jährigen waren ganz gewiss nicht die schlechtesten Schalker bei der 0:3-Niederlage am Samstag im Bundesliga-Derby beim BVB – im Gegenteil. Bei Mittelfeldspieler Bozdogan sah Trainer Manuel Baum den Mut und das Selbstvertrauen, das er bei allen anderen Schalker Offensivspielern vermisste. Und Innenverteidiger Thiaw bekam ebenfalls ein Extra-Lob vom Trainer: „Mit Malick bin ich sehr, sehr zufrieden. Er hat eine richtig gute Partie gemacht.“

Thiaw zum ersten Mal in der Startelf

Malick Thiaw stand nach vier Einwechslungen in der vergangenen Saison zum ersten Mal überhaupt in der Bundesliga in der Startelf – das zeigt, dass Manuel Baum den jungen Spielern wirklich Vertrauen schenkt. Der gebürtige Finne verteidigte rechts in der Dreierkette solide, Baum hatte vor allem das Verhalten von Thiaw gegen den Ball gefallen. Aber auch nach Balleroberungen habe der ehemalige U19-Spieler „mutige Lösungen“ gesucht: „Ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass er die Bälle nur wegschlagen wollte. Er hat versucht, die Mitspieler zu treffen.“ 19 von 25 Pässen kamen an. Allerdings war die Quote der gewonnenen Zweikämpfe (nur 44 Prozent) für einen Defensivspieler ausbaufähig. „Er war extrem bemüht“, stellte Baum fest: „Ich finde, dass es eine sehr gelungene Leistung von Malick war.“ Zumindest war der 19-Jährige, im Gegensatz zum routinierten Matija Nastasic, an den Gegentoren nicht beteiligt.

Bozdogan bringt das, was andere Schalker vermissen lassen

Can Bozdogan kam erst nach einer knappen Stunde ins Spiel – in der Startelf hatte Baum diesmal dem wieder genesenen Amine Harit den Vorzug gegeben. Doch Harit enttäuschte genauso wie zum Beispiel Nabil Bentaleb – ihnen galt insbesondere der Vorwurf, dass die Bälle gleich wieder weg waren, wenn sie Schalke mal erobert hatte.

Dass der Trainer einen 19-Jährigen anführte, der das besser machte, sagte viel aus: „Wenn Can Bozdogan reinkommt, dann merkt man: Der will den Ball haben – der traut sich was zu.“ Bei dem deutschen U20-Nationalspieler sieht Baum das, was er eigentlich bei allen Schalkern sehen möchte: Initiative und Mut im Spiel nach vorne. Baums Appell an die Mannschaft: „Es bringt nichts, die ganze Zeit zu verteidigen. Wir müssen Tore schießen, und das hat extrem viel mit Mut zu tun.“

Auch Lizenzspieler-Koordinator Sascha Riether sieht bei den jungen Spielern den Ansatz, der Hoffnung macht: „Wir haben im Moment zu viele Spieler, die die Qualität nicht auf den Platz bringen“, sagte Riether am Sonntag bei Sport1: „Aber wir haben einige Lichtblicke mit jungen Spielern wie Malick Thiaw oder Can Bozdogan, die es sehr gut machen und wirklich auch Energie ins Spiel bringen.“

Bozdogans Ansage fürs nächste Spiel

Auf jeden Fall sind die Jungs, die vor einem Jahr noch in der U19 gespielt haben, für die Profis eine Bereicherung. Bozdogan ordnete das Derby auch zutreffend ein. „Ich denke, dass wir gefightet haben“, so der gebürtige Kölner, aber nach den Gegentoren habe die Mannschaft nicht mehr konsequent genug gegen den Ball gearbeitet: „Wir müssen uns jetzt einfach das Selbstvertrauen holen und es dann gegen Stuttgart besser machen.“

Denn am Freitagabend zählt in der Arena nur ein Sieg. Egal wie.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben