Serie Königsgraue

Wenn mit Egon Flad auf Schalke die Pferde durchgingen

Im Einsatz: Egon Flad (Mitte) im Zweikampf gegen Hannover 96.

Im Einsatz: Egon Flad (Mitte) im Zweikampf gegen Hannover 96.

Foto: imago sportfotodienst

Gelsenkirchen.   Egon Flad kommt gerne zurück nach Schalke - zu dem Verein, mit dem er in die 1. Liga aufgestiegen ist. In 77 Spielen sah er drei Rote Karten.

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Wann immer es seine Zeit zulässt, kommt Egon Flad gerne zurück nach Gelsenkirchen, zurück nach Schalke. Zu dem Verein, für den er zwischen Januar 1990 und Juli 1992 spielte. Im Mai schaute er sich das Halbfinal-Rückspiel um die Deutsche U19-Meisterschaft zwischen Schalke und der TSG Hoffenheim an. Letztens war er beim Training der Profis. Der 54-Jährige ist Spielerberater und betreut unter anderem auch Spieler aus der Hoffenheimer Jugend. Der Sitz seiner Agentur, die er gemeinsam mit Herbert Briem leitet, ist in Filderstadt in Baden-Württemberg – bis nach Schalke sind es rund 450 Kilometer.

Auch beim Ehemaligentreffen während des letzten Bundesliga-Spieltags der vergangenen Saison gegen Eintracht Frankfurt nahm er teil. „Es hat wie immer großen Spaß gemacht, auf Schalke zu sein und alte Kollegen wiederzusehen“, sagt Flad, der unter anderem mit seinen ehemaligen Mitspielern Günter Schlipper, Alexander Borodjuk, Vladimir Liutyi, Dietmar Schacht und Peter Sendscheid und Reiner Edelmann an einem Tisch saß. „Das ist immer so ein bisschen wie Klassentreffen“, sagt er und lacht.

77 Spiele hat Egon Flad für die Schalker bestritten – 27 in der 1. Bundesliga, 47 in der 2. Bundesliga sowie drei Partien im DFB-Pokal. Sechs Tore sind für einen eher defensiv orientierten Spieler beachtlich. Drei Rote Karten allerdings auch. Die erste gab’s in der 2. Liga, beim 1:2 im März 1990 bei Preußen Münster nach 26 Minuten. „Da sind die Pferde mit mir durchgegangen“, sagt er und ergänzt: „Der Empfang der Fans beim nächsten Training war entsprechend freundlich.“

Nach Schalke kam der ehemalige Stuttgarter, weil der FC St. Pauli Geld brauchte, um Auflagen des Deutschen Fußballbundes zu erfüllen. Beim Kiezklub, der in der 1. Liga spielte, war die Kasse klamm. „Der Präsident hat mir nahegelegt, den Verein zu verlassen“, sagt Egon Flad. Schalke wollte ihn unbedingt und legte 800 000 Deutsche Mark auf den Tisch.

Niemals vergessen wird Egon Flad die Aufstiegsfeier im Juni 1991. Nach drei bitteren Jahren in Liga zwei und drei Abstiegen in den 1980er Jahren war der FC Schalke 04 wieder erstklassig. Die Stimmung war nach dem 2:1-Heimsieg gegen Fortuna Köln schon in der Kabine ausgelassen, die Musik dröhnte laut aus den Boxen. Trainer Aleksandar Ristic empfand die Partyklänge allerdings als zu laut, er riss die Tür auf und drehte die Lautstärke leiser. Dem damaligen Masseur Gerard Kuipers gefiel das gar nicht, sodass er die Musik wieder lauter drehte. Sehr zur Freude der Spieler, sehr zum Ärger von Trainer Ristic. „Danach hätte Gerard fast seine Papiere abholen müssen. So sauer war Aleks auf ihn“, sagt Egon Flad, der heute lachen kann, wenn er diese Anekdote erzählt. „Heute kannst du ja schon vor dem Spiel nicht mehr durch den Kabinengang gehen, ohne dass laut Musik läuft.“

Dass Schalke der Musik in der vergangenen Saison nicht mehr hinterhergelaufen ist, gefällt ihm ausgesprochen gut. Die Arbeit, die Cheftrainer Domenico Tedesco und sein Team leisten, schätzt Egon Flad sehr. Daran ändern auch die zwei Niederlagen zu Saisonbeginn nichts.

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