Schalke 04

Tönnies stellt Besuch des Schalke-Teams bei Putin in Aussicht

Schalke-Boss Clemens Tönnies (li.) und Wladimir Putin pflegen einen guten Kontakt - Tönnies bringt Russlands Präsidenten gerne mal ein Schalke-Trikot mit.

Schalke-Boss Clemens Tönnies (li.) und Wladimir Putin pflegen einen guten Kontakt - Tönnies bringt Russlands Präsidenten gerne mal ein Schalke-Trikot mit.

Foto: AFP

Gelsenkirchen.   Das Thema sorgte schon vor Wochen für Protest: Russlands Präsident Putin möchte gerne die Schalker Mannschaft im Kreml begrüßen. Schalke-Boss Tönnies stellte jetzt eine Reise der Mannschaft nach Russland in Aussicht. Dabei hatte Manager Heldt erst kürzlich einen Besuch ausgeschlossen.

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Wladimir Putin zieht derzeit den Ärger westlicher Politiker auf sich. Der Grund: die Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim. Für den Schalker Klub-Chef Clemens Tönnies ist dies kein Grund, eine Einladung des russischen Präsidenten auszuschlagen. Im Interview mit dem Handelsblatt sagte Tönnies: "Es geht doch nicht alleine um den Präsidenten. Die Mannschaft würde gerne einmal den Kreml sehen und interessiert sich für Moskau. Und der russische Präsident ist an Schalke interessiert und hat uns eingeladen."

Bereits im Februar hatte Putin die Schalker Mannschaft eingeladen - damals protestierte ein Mitglied der Schalker Fan-Initiative mit einem Brief gegen einen möglichen Besuch. Dies sorgte dafür, dass Manager Horst Heldt im WDR eine Russland-Reise ausschloss: "Wir haben nicht vor, dieser Einladung nachzu­kommen.“

Clemens Tönnies scheint dies allerdings anders zu sehen. Im Handelsblatt-Interview sagte er, dass eine Reise mit der Mannschaft nach Russland geplant sei. Aber: "Sicher nicht vor der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer." Mögliche Kritik nimmt er gelassen: "Wir bleiben da ruhig. Wir sind Sportsleute und keine Weltpolitiker. Die Politik ist nicht unser Spielfeld."

Tönnies: "Sollen wir einen Weltkrieg provozieren?"

Auch zu der Frage, ob der russische Staatskonzern Gazprom trotz der Krise in der Ukraine Sponsor von Schalke 04 bleibt, äußerte sich Tönnies. Und zwar deutlich: "Sollen wir einen Weltkrieg provozieren, oder was? Uns ist nicht egal, was Russland macht – da haben wir ein hohes Maß an Verantwortung. Aber es wird eine Zeit nach der Krise geben. Wir dürfen nicht alle Bande zerreißen."

Der Sponsorenvertrag zwischen Schalke und Gazprom gilt als der lukrativste der Vereinsgeschichte. Bis 2011 flossen jährlich elf Millionen Euro, heute sollen es 15 sein plus Erfolgsprämien. (we)

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