Alt-Stars

Thon und Max vereinen Schalker Legenden in der Traditionself

Chef der Abteilung - und Chef auf dem Platz: Olaf Thon ist der Leiter der Schalker Traditionself.

Chef der Abteilung - und Chef auf dem Platz: Olaf Thon ist der Leiter der Schalker Traditionself.

Foto: imago/Eibner

Gelsenkirchen.   Olaf Thon und Martin Max sind die Köpfe der Schalker Traditionself. Gegen die Ü 40 von Bayern München sind sogar fünf ehemalige Nationalkicker dabei.

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Jiri Nemec wird am Freitag sicher wieder müde gewesen sein – so wie er früher immer gesagt hat, dass er müde ist, wenn er für Schalke spielen muss. In aller Herrgottsfrühe machte sich der Schalker Bus am Freitag auf den Weg über 671 Kilometer nach Oberstdorf, wo an diesem Samstag um 14 Uhr ein ganz besonderer Auftritt ansteht: Schalkes Traditionsmannschaft spielt gegen die Ü 40 von Bayern München. Und nicht nur Jiri Nemec, mittlerweile 49, schnürt dann wieder die Fußballstiefel für die Königsblauen.

Denn seit Olaf Thon als Abteilungsleiter und Martin Max als Stellvertreter im Februar das Ruder bei der Schalker Traditionsmannschaft übernommen haben, finden immer mehr S04-Legenden den Weg zu den Königsblauen zurück. Früher bestand der Kern der Traditionself bei manchen Spielen nur aus drei oder vier bekannten Alt-Stars wie Klaus Fichtel, Klaus Fischer, Matthias Herget oder Mathias Schipper – nun sind auch mehr Spieler aus der Generation der Eurofighter dazugekommen. Und das Konzept kommt an: 25 Spiele plus fünf Hallenturniere stehen in diesem Jahr auf dem Programm. „Seit Mai sind wir jede Woche gebucht“, sagt Martin Max und lacht: „Die Leute freuen sich, die alten Säcke wieder spielen zu sehen.“

Für Thon eine "Herzensangelenheit"

Dass bei den Ex-Profis der Ehrgeiz noch groß ist, versteht sich von selbst – eine 3:6-Niederlage wie in diesem Jahr gegen den schwarz-gelben Nachbarn wurmt auch mit fast 50 Jahren noch. „Aber das Ziel ist es nicht nur, auf Teufel komm’ raus zu gewinnen“, erklärt Olaf Thon, „sondern es geht vor allem darum, sich fit zu halten, Spaß zu haben und den Verein zu repräsentieren.“ Manchmal sogar im Ausland – es gab schon Spiele in Usbekistan und St. Petersburg. Und manchmal kommt bei den Gastspielen auch noch der eine oder andere Euro für den guten Zweck zusammen, doch darum gehe es nicht in erster Linie, stellt Thon klar: „Wir sind nicht Schalke hilft, sondern wir sind die Traditionself.“

Für Olaf Thon war es „eine Herzensangelegenheit“, den Job als Abteilungsleiter zu übernehmen: Mit seiner Integrationskraft führt er die verschiedenen Spieler-Generationen im Sinne des Vereins zusammen. Und Schalke unterstützt die Alt-Stars nach Kräften – mehr als andere Vereine das tun. „Da sind sogar die Bayern neidisch auf uns“, sagt Thon, nachdem er dem früheren Bayern-Torwart Raimond Aumann einmal die Räumlichkeiten gezeigt hatte, die Schalke für seine Ex-Stars bei den Spielen der Profis in der Arena freihält.

Fünf ehemalige Nationalspieler für S04 dabei

Unglücklich für Olaf Thon, dass er ausgerechnet beim Spiel gegen die Bayern am Samstag in Oberstdorf nicht mitkicken kann, weil er am Länderspielwochenende als TV-Experte im Einsatz ist. Dennoch sind mit Klaus Fischer, Rüdiger Abramczik, Matthias Herget, Martin Max und Jiri Nemec auch heute fünf ehemalige Nationalspieler für die Königsblauen am Ball. Und bei einem, sagt Martin Max, sei die Zeit fast stehengeblieben: „Der Jiri Nemec hat sich kaum verändert, der ist immer noch der große Stratege vor der Abwehr.“

Und wahrscheinlich immer noch genauso müde wie früher...

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