Kommentar

Schwolow will zu Schalke – und geht damit voll ins Risiko

Auch diesen Ball hat er sicher: Schalke 04 erhofft sich durch den Freiburger Alexander Schwolow Stabilität auf der Torwart-Position.

Auch diesen Ball hat er sicher: Schalke 04 erhofft sich durch den Freiburger Alexander Schwolow Stabilität auf der Torwart-Position.

Foto: firo Sportphoto

Gelsenkirchen.  Dass Schalke einen neuen Torwart sucht, ist verständlich. Dass es den Freiburger Schwolow zum Krisen-Klub zieht, ist bemerkenswert. Ein Kommentar

Schalke 04 möchte gerne einen neuen Torwart verpflichten, einen, der sich in der Bundesliga bewährt hat. Dieser Torwart heißt Alexander Schwolow, spielt bisher für den SC Freiburg, und will, wie man so schön sagt, in seiner Karriere den nächsten Schritt machen.

Den nächsten Schritt – nach Schalke?

Es ist die bittere Wahrheit, dass sich diese Frage inzwischen geradezu aufdrängt. Noch vor gar nicht langer Zeit wäre so ein Wechsel absolut nachvollziehbar gewesen: Aus dem beschaulichen Breisgau ins turbulente Revier, von einem netten, harmonischen Klub zu einem zwar unruhigen, aber auch anspruchsvollen und begeisternden.

Aber jetzt? Jetzt kann man zwar verstehen, dass Schalke nach einer Saison ohne Konstanz auf dem Posten zwischen den Pfosten einen Stabilisator sucht. Doch Alexander Schwolow muss sich schon darüber im Klaren sein, dass er die Komfortzone Freiburg verlässt und voll ins Risiko geht. Ein Profi, der sich jetzt für Schalke entscheidet, geht nicht mehr zu einem hochambitionierten Klub, der ihm Spiele auf internationaler Ebene verspricht. Sondern zu einem finanziell, strukturell und sportlich schwer ins Taumeln geratenen Riesen. Momentan dürfte der kleine SC Freiburg auch sportlich die bessere Perspektive bieten als der große FC Schalke.

Früher ließen sich neue Spieler auch mit Videos überzeugen

Vor wenigen Jahren hatten es Horst Heldt und Christian Heidel noch wesentlich leichter als der derzeitige Sportchef Jochen Schneider. Bei Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen kam neben einem häufig hochdotierten Vertrag, den sie allerdings auch woanders hätten unterschreiben können, auch die emotionale Komponente ins Spiel. Christian Heidel zum Beispiel überzeugte Salif Sané, als er ihn von Hannover 96 zu Schalke 04 lotste, mit einem Video. „Da wurde mir noch klarer, wie emotional dieser Klub ist“, sagte Sané. „Schalke hat die besten Fans der Liga.“

Diese Fans mussten einiges ertragen in der jüngeren Vergangenheit. Allerdings hat Schalke in seiner langen Geschichte auch schon viele Krisen überstanden. Darauf scheint auch Alexander Schwolow zu setzen. Er wird allerdings Geduld benötigen.

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