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Schalkes U19-Kapitän Jannis Kübler ist stolz auf sein Team

Voller Einsatz: Jannis Kübler (links) im Duell mit dem Hoffenheimer Stürmer David Otto.

Foto: Imago

Voller Einsatz: Jannis Kübler (links) im Duell mit dem Hoffenheimer Stürmer David Otto. Foto: Imago

Oberhausen.   „Es fühlt sich überragend an“, sagt der 18 Jahre alte Mittelfeldspieler nach dem Einzug der Schalker U19 ins Finale um die Deutsche Meisterschaft

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Die Spieler der Schalker U19 hatten nach dem überzeugenden 4:2-Sieg im Rückspiel des Halbfinals um die Deutsche Meisterschaft gegen die TSG Hoffenheim ihre Ehrenrunde gerade beendet, als Jannis Kübler fragend zu seinem Trainer Norbert Elgert blickte. Einige Journalisten wollten nach dem Finaleinzug wissen, was der Kapitän der Mannschaft zu sagen hat. Ohne das Einverständnis von Norbert Elgert geht bei der Schalker U19 aber nichts. Als Elgert zustimmend nickte, lächelte der Mittelfeldspieler und stand schließlich Rede und Antwort.

„Es fühlt sich überragend an, im Finale zu stehen“, sagte der 18-Jährige, der schon in der vergangenen Saison von Norbert Elgert zum Kapitän der Schalker U19 bestimmt worden war. Kübler kam im Sommer 2016 für eine Ablösesumme von rund einer halben Million Euro aus der Jugendabteilung des Karlsruher SC nach Schalke. In der vergangenen Saison waren die Schalker noch im Halbfinale gescheitert — im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern München.

Schalke-Gegner wird Hertha BSC sein

Seit Dienstagabend, seit dem Sieg gegen die TSG Hoffenheim, haben sie Gewissheit, dass sie in diesem Jahr um den Titel spielen werden. Gegner am 27. Mai (16 Uhr) wird Hertha BSC sein. Gespielt wird erneut im Stadion Niederrhein in Oberhausen. Die Berliner gaben ihren Vorsprung nach dem 4:0-Sieg im Hinspiel gegen Borussia Dortmund am Mittwoch nicht mehr her.

Der Vorsprung der Schalker war nach dem Hinspiel deutlich knapper. 1:0 hatten die Königsblauen in Hoffenheim gewonnen. Nach Toren durch Florian Krüger (4.) und Levent Münir Mercan (21.) deutete im Rückspiel schnell vieles darauf hin, dass Schalke das Finale erreichen wird. Nur als Hoffenheims Domenico Alberico kurz vor der Pause einen Handelfmeter verwandelte, kam bei der TSG noch einmal Hoffnung auf. Nassim Boujellab (53.) und Ahmed Kutucu (67.) sorgten nach der Pause aber schnell für die Entscheidung. Der zweite Hoffenheimer Treffer durch den eingewechselten Enes Olgun Tubluk fiel nicht mehr ins Gewicht.

„Wir sind als Mannschaft richtig gut“, sagt Jannis Kübler. „Zu Beginn des Spiels hatten wir ein paar Probleme, dann haben wir es aber souverän gelöst und stehen verdient im Finale. Vor dem Tor waren wir diesmal eiskalt. Es hat großen Spaß gemacht, vor dieser Kulisse zu spielen.“ 3500 Fans, davon circa 200 aus Hoffenheim, kamen am Dienstagabend ins Stadion Niederrhein. „Vor so vielen Zuschauern spielt man nicht alle Tage. Es ist schon etwas Besonderes und treibt einen noch mehr an“, sagte Jannis Kübler, der mit 17 Jahren aus Karlsruhe nach Gelsenkirchen kam. Als B-Jugendlicher trainierte er bereits bei den Profis des KSC mit und entschied sich trotz weiterer attraktiver Angebote, unter anderem von RB Leipzig und von Bayern München, für Norbert Elgert und Schalke.

Mit den Profis im Trainingslager

Als Kind war der gebürtige Karlsruher Bayern-Fan. Seit seinem Wechsel zu Schalke vor zwei Jahren schlägt sein Herz nur noch blau-weiß. „Ich finde es sehr wichtig, dass man sich mit dem Verein, für den man spielt, zu 100 Prozent identifiziert, den Verein auch lebt“, sagte Kübler im Gespräch mit der WAZ. Im Wintertrainingslager in Benidorm durfte der U19-Kapitän sogar schon bei den Profis vorspielen. Zu Beginn des Trainingslagers zog er sich allerdings eine Fußverletzung zu und musste eine Pause einlegen. Das war Pech.

Kübler wirkt mit seinen gerade mal 18 Jahren schon sehr reif. Sein großes Ziel, Profi zu werden, verfolgt er mit Vehemenz. Er kann aber sehr gut einschätzen, dass dieses Privileg nur den wenigsten Hochbegabten zuteil wird. „Es ist nicht so, dass ich nichts in der Hinterhand hätte, falls es nicht klappen sollte“, sagte er.

Mit seinen Gedanken war der U19-Nationalspieler nach dem Abpfiff in Oberhausen aber nicht nur beim Finale, sondern auch bei seinem Mitspieler Nick Taitague. Der hochtalentierte Offensivspieler aus den Vereinigten Staaten wurde in der 65. Minute eingewechselt und fasste sich nur zehn Minuten später nach einem Sprint an den Oberschenkel. Taitague musste ausgewechselt werden – nicht seine erste Muskelverletzung in dieser Saison. Der 19-Jährige musste schon vor der Finalrunde pausieren. Das Finale wird der US-Nationalspieler mit hoher Wahrscheinlichkeit verpassen.

Als er von zwei Betreuern gestützt in Richtung Trainerbank humpelte, flossen sogar Tränen. „Wir werden ihm positiv zureden und hoffen alle, dass es nicht so schlimm ist“, sagt Kübler. Auf der Ehrenrunde waren die Schalker gemächlichen Schrittes unterwegs, denn auch Nick Taitague sollte dabei sein und diesen besonderen Tag trotz seines Rückschlags genießen. Dafür hat auch der Kapitän gesorgt.

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