Schalke

Schalkes Trainer-Kritiker Konoplyanka findet keinen Klub

Schalke-Rebell Yevhen Konoplyanka befindet sich gerade bei der ukrainischen Nationalmannschaft.

Schalke-Rebell Yevhen Konoplyanka befindet sich gerade bei der ukrainischen Nationalmannschaft.

Foto: imago

Gelsenkirchen.  Schalkes Trainer Markus Weinzierl hält sich zur Attacke von Yevhen Konoplyanka bedeckt. Dessen Berater sagt: "Er erscheint zum Trainingsstart."

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Ob Christian Heidels Erholung aus seinem Florida-Urlaub bis zum Schalker Trainingsstart Anfang Juli anhält, ist nur schwer zu prognostizieren. Fakt ist: Schalkes Sportvorstand muss bis zum 1. Juli, wenn Cheftrainer Markus Weinzierl seine Spieler zum obligatorischen Fitness- und Medizin-Check versammelt, den Problemfall Yevhen Konoplyanka lösen. Und zwar dringend.

„Natürlich sind uns Yevhens Aussagen in Richtung Trainer Markus Weinzierl bekannt, aber ich werde mich dazu nicht äußern, was er im Einzelnen gesagt hat“, sagt Christian Wein, Geschäftsführer von der Berater-Agentur Promoesport, die auch Konoplyanka betreut.

Nach der scharfen Kritik des 27-jährigen Außenstürmers, der im Interview mit dem ukrainischen Portal FootballHub schwere Geschütze gegen Weinzierl aufgefahren („Er ist ein Feigling“) und sogar ein düsteres Abstiegsszenario gemalt hatte, falls Weinzierl noch länger Trainer der Schalker bleiben sollte, muss Heidel reagieren.

Interessenten? Fehlanzeige

Zunächst soll Konoplyanka, der sich auf dem Spielfeld (17 Bundesliga-Einsätze, ein Tor, eine Vorlage) weitaus weniger angriffslustig zeigte, mit einer Geldstrafe zur Raison gebracht werden. Ob den ukrainischen Nationalspieler ein Betrag im zu erwartenden fünfstelligen Euro-Bereich in irgendeiner Weise Reue zeigen lässt, sei dahingestellt.

Markus Weinzierl hatte vor Saisonschluss mehreren Profis, die es zur neuen Saison schwer haben werden, ihre Perspektiven aufgezeigt und ihnen geraten, sich anderweitig umzuschauen. Dazu gehörte auch Konoplyanka. Schalke bemüht sich um einen Verkauf und damit um ein Ende des Missverständnisses. Interessenten? Fehlanzeige. Christian Wein: „Unser Spieler soll sich umschauen, was möglich ist und was nicht. Man sieht sich natürlich immer nach der bestmöglichen Lösung um, aber im Moment gibt es keinen Verein, zu dem Yevhen aktuell möchte.“

„Er ist Vertragsspieler von Schalke“

Heißt übersetzt: Stand jetzt steht Yevhen Konoplyanka bei den Königsblauen in wenigen Wochen zur Arbeitsaufnahme wieder auf der Matte. „Wir gehen davon aus, dass Konoplyanka im Juli zum Trainingsstart erscheint“, sagt Wein, „er ist Vertragsspieler von Schalke 04.“ Dass Christian Heidel auch noch eine möglichst hohe Ablösesumme erzielen will, um den finanziellen Schaden des 13-Millionen-Euro-Transfers möglichst gering zu halten, macht die Sache nicht einfacher. Wein: „Die Höhe der Ablösesumme, die Schalke erzielen will, ist nicht unsere Sache.“

Schalke-Trainer Weinzierl äußert sich nicht

Schalkes Trainer hält sich zur Verbal-Attacke seines Reservisten bedeckt. Roman Grill, Berater von Markus Weinzierl, sagte im Gespräch mit dieser Zeitung: „Markus Weinzierl befindet sich zurzeit im Urlaub und bereitet sich danach auf die neue Saison mit Schalke 04 vor. Er wird sich zu dem Sachverhalt nicht äußern.“

Wenig verwunderlich. Weinzierl, der nach einer unbefriedigenden Saison im Bundesliga-Mittelmaß in der neuen Spielzeit gleich von Beginn an Ergebnisse liefern muss, kann sich einen medialen Schlagabtausch mit einem Spieler, der in seinen Planungen ohnehin keine Rolle mehr spielt, nicht erlauben.

Dass Weinzierl die bissigen Aussagen auch in den Ferien mitbekommen hat, steht fest. Zur Aufhellung seiner Laune hat die Kritik jedenfalls nicht beigetragen. Umso wichtiger für ihn, dass der Problemfall Konoplyanka vor Trainingsbeginn gelöst wird. Ansonsten startet die neue Saison bereits belastet.

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