Kommentar

Schalker sollten Nerven ihrer Fans nicht überstrapazieren

Abdul Rahman Baba, Naldo, Bastian Oczipka und Guido Burgstaller (v.l.n.r.) von Schalke stehen nach der 1:3-Niederlage in Porto vor den eigenen Fans

Abdul Rahman Baba, Naldo, Bastian Oczipka und Guido Burgstaller (v.l.n.r.) von Schalke stehen nach der 1:3-Niederlage in Porto vor den eigenen Fans

Foto: dpa

Essen.  Nach dem enttäuschenden Spiel in Porto wollten einige Profis den Kontakt mit der Kurve vermeiden. Welch ein fataler Fehler. Ein Kommentar

Schalkes Fans flüchteten sich in Ironie. „Oh, wie ist das schön“, schallte es aus dem Gästeblock nach dem verlorenen Champions-League-Spiel beim FC Porto. So etwas kann man originell und lustig finden. Spieler, Trainer und Vereins-Verantwortliche aber sollten den vermeintlichen Spaß besser ernst nehmen.

Schlecht gespielt und schlecht benommen

In Portugal blieben die Schalker Spieler erneut vieles schuldig. Einige von ihnen sogar gutes Benehmen. Wenn man schon schlecht gespielt und die 5000 (!) mitgereisten Anhänger enttäuscht hat, dann gehört es sich, zumindest kurz in die Kurve zu gehen und sich für die Unterstützung zu bedanken. Wer das nicht mehr für nötig hält, macht einen fatalen Fehler. Nichts wäre schlimmer für Schalke, als wenn ein Graben zwischen Fans und Mannschaft aufgerissen würde.

Tedesco musste Spieler an ihre Pflichten erinnern

Es waren ja nicht alle Spieler, die in Porto lieber früh in die Kabine verschwinden wollten. Die anderen, klügeren sollten ihre Teamkollegen unbedingt an die moralischen Verpflichtungen erinnern. Diesen Job hat nach der 1:3-Niederlage Domenico Tedesco übernommen, der alle Profis in Richtung Kurve dirigierte. Eine funktionierende Gruppe sollte so etwas selbst regeln können, ohne dass der Trainer eingreifen muss.

Berechtigte Pfiffe der Schalker Fans in Porto

Nach dem Spiel in Porto waren auch Pfiffe zu hören. Berechtigte Pfiffe. Die treuen Fans haben keinen Anspruch auf Siege, aber sie können sehr wohl einfordern, dass die Spieler alles versuchen. In diesem Champions-League-Spiel sah es nicht danach aus, als hätte der Gruppenzweite Schalke ernsthaft die Absicht gehabt, den Gruppenersten Porto zu überholen. Sich damit zufrieden zu geben, bereits vorzeitig fürs Achtelfinale qualifiziert zu sein, mag menschlich sein. Professionell ist es nicht.

Noch ist die Lage nicht dramatisch. Noch ist die Stimmung auf Schalke nicht gekippt, noch sind die meisten Fans geduldig. Doch es mehren sich die Anzeichen für Unzufriedenheit: mit der Herangehensweise, mit der Spielweise, mit den Ergebnissen. Dass Porto ein Einzelfall bleibt, dafür können Trainer und Spieler selbst sorgen.

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