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Schalkes Schneider: Vielleicht sind wir doch nicht so doof!

Nachdenklich: Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider.

Nachdenklich: Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider.

Foto: Guido Kirchner / dpa

München / Gelsenkirchen.  Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider sprach auf Sport 1 auch über eine Ausgliederung. Er kündigte einen Vorschlag an, der zu Schalke passt.

Begrüßt wurde Jochen Schneider am Sonntag im Doppelpass auf Sport 1 versehentlich als „Finanzvorstand“ von Schalke 04 – so weit ist es noch nicht. Zuständig ist Schneider vor allem für den Sport, wobei die Finanzen da auf Schalke derzeit eine große Rolle spielen. Wir haben seine Aussagen bei Sport 1 zusammengefasst. Jochen Schneider über...

… die vergangene Saison: „Ich war natürlich in den letzten Wochen deprimiert – insbesondere über die Art und Weise, wie wir gespielt haben, dass wir nicht wettbewerbsfähig waren. Es geht nicht, dass wir die zweitschlechteste Rückrunden-Mannschaft sind, ein Punkt vor Paderborn. Natürlich bleibt der letzte Eindruck hängen, und der war miserabel. An Weihnachten waren wir mit diesen Spielern und diesem Trainer aber Fünfter, nur drei Punkte hinter Bayern. Wir haben keine so schlechte Mannschaft, wie sie zuletzt gespielt hat. Wir müssen die richtigen Schlüsse ziehen. Das haben wir getan.“

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… die Gründe, die für ein Weitermachen von David Wagner sprachen: „Wir sind von seiner Arbeit überzeugt, weil wir mit ihm die Art von Fußball spielen können, die zum Verein passt, und weil er Menschen führen und Spieler besser machen kann – das hat man auch in der vergangenen Saison gesehen bei Spielern wie Serdar, Harit oder Kabak.“

… das Szenario, wenn Schalke mit Wagner die ersten beiden Spiele der neuen Saison verliert: „Dann spielen wir das dritte Spiel und gewinnen das dritte Spiel. Wir sind auch in der letzten Saison mit einem Punkt aus zwei Spielen gestartet.“

… die vielen Verletzten und den Austausch der Fitness-Trainer: „Die Vielzahl an Verletzten hatte Schalke auch schon in der Saison 2018/19 – deswegen haben wir in diesem Bereich jetzt massive Veränderungen vorgenommen. Diese Vielzahl, auch wenn darunter auch Kontaktverletzungen nach Zweikämpfen waren, war so nicht mehr zu akzeptieren. Das war nicht gut genug für die Bundesliga.“

… die gescheiterten Vertragsgespräche mit Daniel Caligiuri: „Wir haben Daniel im Januar /Februar ein Angebot vorgelegt, das hat er damals nicht angenommen. Nach dem Corona-Ausbruch mussten wir unsere Transfergespräche stoppen und das Angebot zurücknehmen. Dann wurde wieder gespielt, er hat andere Angebote bekommen, und es ist legitim, davon eines anzunehmen.“

… das Konzept mit jungen Spielern: „Wir haben ja nicht eine Ansammlung von Teenagern auf dem Platz stehen, wir haben auch gestandene Spieler. Die Frage ist, welche Spieler holst du dazu? Rudy und Uth (beide waren ausgeliehen, die Red.) kommen zurück, das sind gestandene Bundesligaspieler, mit den wir planen. Und wenn es uns wieder wie vor einem Jahr gelingt, junge gute Spieler wie Kabak und Kenny, der leider nur geliehen war, zu holen, dann können wir auch eine ordentliche Mannschaft aufs Feld führen. Die gestandenen Top-Spieler werden wir uns in den nächsten Jahren nicht leisten können.“

… die Investitionen in die Knappenschmiede: „Wir haben Norbert Elgert – wir müssen der Knappenschmiede gute Spieler zur Verfügung stellen, und dafür muss man Geld in die Hand nehmen. Die Zeiten haben sich geändert. Früher sind dir die Talente zugeflogen, heute musst du Geld dafür in die Hand nehmen.“

… die Befürchtung von Experten, Schalke könnte in der kommenden Saison gegen den Abstieg spielen: „Ich hoffe es nicht und das glaube ich auch nicht, weil wir eine Mannschaft haben, die auch in der vergangenen Saison über sieben, acht Monate guten Fußball gespielt hat.“

… das Thema Ausgliederung: „Jetzt gilt es, den Club durch die Corona-Krise zu führen – im zweiten Schritt sind wir aufgefordert, uns Gedanken zu machen und am Ende werden wir etwas präsentieren. Dann entscheidet der Souverän, unsere Mitgliederversammlung. Vielleicht sind wir doch nicht so doof, wie wir aussehen und finden etwas, das zur Schalker Seele passt. Eine Ausgliederung ist aber nicht das Allheilmittel. Es gibt genügend Vereine, die das nicht gut umgesetzt und die Mittel nicht gut eingesetzt haben.“

… die viel kritisierte Kündigung von Fahren aus der Knappenschmiede: „Wir suchen für jeden einzelnen eine Lösung, haben sie zum Teil auch schon gefunden. Es ist aber auch so, dass der Fahrdienst von einem externen Dienstleister viel besser erledigt werden kann. Manche Fahrer haben ein Alter erreicht, wo ich sage: Da ist es für 13- oder 14-jährige Spieler besser, von einem professionellen Fahrdienst gefahren zu werden, bei dem die Fahrer einen Personenbeförderungsschein habe. Die Kommunikation war nicht gut. Inhaltlich war die Entscheidung richtig, dabei bleibe ich.“

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