Vor dem Start

Schalkes Goretzka könnte in Leipzig die Jokerrolle einnehmen

Zum ersten Mal wieder am Ball: Schalkes Leon Goretzka (Mitte).

Zum ersten Mal wieder am Ball: Schalkes Leon Goretzka (Mitte).

Foto: imago

Gelsenkirchen.   Sogar der lange verletzte Goretzka trainiert vor Leipzig-Spiel mit. Schalkes Ziel ist klar: "Wir sind Zweiter, und das wollen wir auch bleiben."

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es war voll auf dem Trainingsplatz, und trotzdem hatte Domenico Tedesco das Spielfeld ganz klein abgegrenzt: Auf engstem Raum trainierten die Schalker am Mittwoch, auch bei den Zweikämpfen ging es ordentlich zur Sache. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass es jetzt bald wieder losgeht und an diesem Samstag (18.30 Uhr) schon das erste Rückrunden-Spiel bei RB Leipzig ansteht. Entsprechend intensiv war die Schalker Trainingseinheit, und Abwehrspieler Benjamin Stambouli verkündete danach entschlossen: „In Leipzig müssen wir sofort voll da sein.“

Keine Probleme zu sehen

Mittendrin im Getümmel auf dem Trainingsplatz war zum ersten Mal seit Anfang Dezember auch wieder Leon Goretzka. Der Nationalspieler absolvierte die komplette Übungseinheit und machte auch beim Spiel auf engstem Raum mit – wenn auch als freier Mann im gelben Leibchen. Goretzka war nicht anzumerken, ob ihm seine Verletzung noch Probleme bereitet, er erzielte sogar einige Tore.

Nur einmal gab es eine Schrecksekunde: Nachdem er von einem Mitspieler im Zweikampf unsanft erwischt wurde, sank er zu Boden und musste auf dem Rasen behandelt werden – der rechte Oberschenkel war das Gebiet der schmerzhaften Blessur. Doch Goretzka zeigte Nehmer-Qualitäten: Nach der Behandlung kehrte der 22-Jährige auf den Rasen zurück und absolvierte das Training bis zum Ende.

Schalke muss die Reaktion abwarten

Belastungstest also bestanden? Das muss man abwarten.

Denn Schalke beobachtet genau, wie das Schmerzempfinden bei Goretzka ist – im Trainingslager zuletzt in Spanien hatte er nur Laufeinheiten absolviert, um keinen Rückschlag zu riskieren. Am vergangenen Montag aber, nach der Rückkehr aus Benidorm, powerte sich der Mittelfeldspieler unter der Anleitung von Athletiktrainer Rouwen Faller bei einer so intensiven Laufeinheit dermaßen aus, dass er danach völlig erschöpft auf den Rasen sank. Dass er zwei Tage später nun ins Mannschaftstraining zurückkehrte, lässt zumindest darauf schließen, dass nach der Belastung vom Montag keine neuen Schmerzen aufgetreten sind. Nun muss man abwarten, wie er das Balltraining verkraften wird.

Tedesco will Einsatz offen halten

Erst dann kann man Prognosen abgeben, wann Goretzka wieder in der Bundesliga spielen kann. Ein Einsatz in Leipzig war eigentlich schon allein aufgrund des großen Trainingsrückstandes unrealistisch. Trainer Domenico Tedesco hatte noch zum Ende des Trainingslagers bezüglich eines Goretzka-Auftritts ins Leipzig gesagt: „Mit jedem Tag, an dem er nicht trainiert, wird die Wahrscheinlichkeit geringer“. Dennoch wolle man es „offen lassen“ und die Entwicklung abwarten.

Wenn es sich nun gut fügt, könnte Goretzka aber vielleicht den Kader in Leipzig komplettieren und für den Notfall auf der Bank sitzen – so wie beim Derby, als er beim 0:4 eingewechselt wurde und einer der 4:4-Helden war. Sein letztes Spiel hatte er danach am 2. Dezember gegen den 1. FC Köln (2:2) bestritten, ehe die alten Beschwerden am Unterschenkel (knöcherne Stressreaktion) zurückkehrten. Ungeachtet seiner Vertragssituation ist der Nationalspieler für Schalke nach wie vor ein Baustein für eine gute Rückrunde. „Gut, dass er wieder dabei ist“, sagte Mitspieler Stambouli am Mittwoch: „Jeder ist froh darüber“.

Die Power soll in Leipzig auf den Platz gebracht werden

Auch alle anderen Spieler waren auf dem Platz – Schalke scheint bereit für den Start in die zweite Serie. „Wir hatten ein gutes Trainingslager und haben wieder viel Power – am Samstag wollen wir das zeigen“, betont Stambouli. Leipzig wird für Schalke da gleich eine Nagelprobe, die aber nach der Pause willkommen ist. „Wir sind Zweiter, und das wollen wir bleiben“, sagt der Franzose und lacht: „Mal sehen, was passiert – vielleicht schießen wir ja wieder ein wichtiges Tor in der letzten Minute.“ Dann wäre Schalke tatsächlich gleich schon wieder auf dem Hinrunden-Level.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik