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Schalke-Torwart Ralf Fährmann glaubt: Auch ich werde stärker

Auch im Training hoch kenzentriert: Torwart Ralf Fährmann – auf Schalke eine Bank.

Foto: firo Sportphoto/ Jürgen Fromme

Auch im Training hoch kenzentriert: Torwart Ralf Fährmann – auf Schalke eine Bank. Foto: firo Sportphoto/ Jürgen Fromme

Gelsenkirchen.   Torwart Ralf Fährmann glaubt, dass er vom neuen Schalker Stil unter Domenico Tedesco profitiert - und vielleicht doch noch ein DFB-Kandidat wird.

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Seit fast vier Jahren ist Ralf Fährmann auf Schalke die unumstrittene Nummer eins, seit mehr als 150 Pflichtspielen, die er in dieser Zeit absolviert hat, zählt er zu den herausragenden Torhütern der Bundesliga. Doch damit soll bei der Entwicklung nicht Schluss sein: Fährmann glaubt, dass auch ihm der Schalker Fußball unter Domenico Tedesco zugute kommt und ihn in seinem Torwart-Spiel noch stärker macht.

Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen

„Ich profitiere auch von unserem neuen Spielstil, weil das mehr der moderne Fußball ist, der in der Nationalmannschaft oder auf internationaler Ebene gespielt wird”, sagt Fährmann der WAZ. Der 29-Jährige will damit seinen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen, die ihn eher für einen Torwart der alten Schule halten. Für einen, der zwar herausragende Stärken auf der Linie oder in der Strafraumbeherrschung hat, aber bei der Spieleröffnung Defizite gegenüber anderen Torhütern.

„Oft wird man in eine Schublade gesteckt”, entgegnet Fährmann: „Ich stelle mich der Kritik und weiß, dass ich Mankos und Aufholbedarf hatte. Aber ich arbeite daran und will mich verbessern – vielleicht komme ich dann irgendwann aus der Schublade raus.” Sein Ziel: Jetzt, da Schalke als Mannschaft ebenfalls moderner spielt, will er zeigen, dass er individuelle Schwächen abgelegt hat.

Moderner Fußball tut der gesamten Mansnchaft gut

Als Beispiel nennt er das Spiel gegen Leipzig, als Schalke mit einem 2:0-Sieg in die Saison startete. „Die Leipziger pressen sehr früh – wir wollten sie mit langen Bällen überspielen, und das hat gut geklappt.” Dabei wurde er einbezogen als Torwart, der nicht nur Zuspiele zu verarbeiten hatte, sondern diese auch mit langen Bällen genau nach vorne weiterleiten musste. Fährmann: „Es tut der gesamten Mannschaft, aber auch mir als Torwart gut, dass wir jetzt eine solche Spielweise haben mit mehr Verlagerungen, bei denen wir den Gegner auch mal ein Stück weit aus der eigenen Abwehr heraus locken wollen. Das ist moderner Fußball.”

Nie Kontakt zu Löw oder Köpke

Bisher wurde oft gemutmaßt, dass Fährmann auch deswegen nie eine Einladung zur Nationalmannschaft erhalten hat, weil er im technischen Bereich nachbessern musste. Der 1,96-Meter-Riese weiß nicht, ob das der wahre Grund ist: „Es gab nie Kontakt zu Bundestrainer Joachim Löw oder Torwart-Trainer Andreas Köpke. Ich hätte mich über ein Feedback durchaus mal gefreut, aber das gab es vom DFB bisher nicht.” Die Nationalmannschaft sei „nach wie vor ein Traum von mir”, erklärt Fährmann und will Argumente sprechen lassen: „Wenn ich fit bleibe, werde ich mehr Einsatzzeiten haben als Nationalspieler Kevin Trapp in Paris. Vielleicht sprechen irgendwann dann auch immer mehr Fakten für mich.”

Am besten über Schalke zum DFB

Am besten, das weiß Fährmann, kann er aber die Werbetrommel rühren, wenn es auch mit Schalke nach oben geht – beim Spiel am Samstag (15.30 Uhr) in Berlin soll die kleine Serie von zuletzt drei sieglosen Spielen beendet werden. „Spieler aus erfolgreichen Liga-Mannschaften werden in der Nationalelf eher berücksichtigt. Das beste Beispiel ist Sandro Wagner. Er spielt sein Spiel als Stürmer schon seit Jahren so und hatte jetzt eine überragende Saison mit Hoffenheim. Wenn er in Darmstadt geblieben wäre, wäre es mit der Nationalelf vermutlich schwieriger geworden”, glaubt Schalkes Kapitän.

So ähnlich will auch Ralf Fährmann mit Schalke wachsen. Er ist überzeugt: Der Fußball unter Domenico Tedesco macht auch ihn als Torwart noch stärker.

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