Schalke

Schalkes etwas andere Kampfansage vor dem Revierderby

Jubel nach dem Ausgleich: Schalkes Torschütze Goncalo Paciencia (links) und Kapitän Omar Mascarell.

Jubel nach dem Ausgleich: Schalkes Torschütze Goncalo Paciencia (links) und Kapitän Omar Mascarell.

Foto: Guido Kirchner / dpa

Gelsenkirchen.  Schalke hat beim 1:1 gegen Union Berlin kleine Fortschritte gemacht. Ein Punkt war für Trainer Manuel Baum dabei besonders wichtig.

Zwei Tage, glaubt Manuel Baum, Trainer des FC Schalke 04, braucht er, um das 1:1 gegen Union Berlin zu verarbeiten - erst ab Dienstag will er sich dem Derby in Dortmund widmen. Sein Stürmer Goncalo Paciencia ist da schneller dran. Der sprach bereits am Sonntagabend vom nun anstehenden Derby und sagte: „Wir müssen an uns glauben.“

Die Reaktion nach dem Rückstand

Der Portugiese Paciencia war der Spieler, der Schalke mit seinem Kopfballtor zum 1:1 gegen Union Berlin wenigstens wieder ein Stück von dem Gefühl zurückgegeben hat, dass in dieser Schalker Mannschaft doch noch etwas geht. Über Monate hatte sie sich nach Rückständen dem Schicksal ergeben, weil ihr schlicht die Vorstellung gefehlt habe, wie sie überhaupt ein Tor schießen sollte – so hatte es Manuel Baum von den Spielern erfahren. Ein Eingeständnis der totalen Hilflosigkeit in den letzten Monaten unter David Wagner.

Nachdem die Mannschaft gegen Union Berlin nun aber nach einem Rückstand wieder zurückkam, hofft Baum auf eine Signalwirkung: „Das ist das Wichtige, dass die Spieler auch beim Rückstand wieder dran glauben und merken: Wir haben die Möglichkeit, dass wir Tore schießen.“

Ein guter Torwart, und der Einsatz stimmte auch

Es sind Basics wie diese, über die Schalke wieder zurückfinden muss in die Spur. Beim 1:1 gegen Union Berlin konnte sich Schalke auf einen starken Torwart Frederik Rönnow verlassen – das war der erste Pluspunkt. Baum urteilte: „Er hat eine gute Leistung gebracht – genau das, was wir uns von ihm erwartet hatten.“ Zwar will der Trainer in dieser Woche noch abwarten, wie sich die Adduktorenbeschwerden von Ralf Fährmann entwickeln, aber im Moment deuten alle Anzeichen darauf hin, dass die Frankfurt-Leihgabe Rönnow auch beim Derby im Tor stehen wird.

Der zweite Pluspunkt war die Ordnung im Spiel - vor allem in der Defensive, die nicht mehr wie ein Hühnerhaufen herumirrte, sondern von Salif Sané gut organisiert wurde. Auch der junge Rechtsverteidiger Kilian Ludewig war bei seinem Debüt allemal besser als die vorherigen Verlegenheitslösungen auf dieser Position (erst der inzwischen nach Hoffenheim abgegebene Sebastian Rudy, danach der gelernte Offensivspieler Alessandro Schöpf).

Skrzybski: "Leider nicht gereicht"

Im Spiel nach vorne lag noch vieles im Argen, aber spielerische Mängel wurden diesmal wenigstens wieder mit Kampf und Einsatz ausgeglichen – so war die Laufleistung deutlich verbessert. Die Spieler spulten zusammen 116,6 Kilometer ab – fast zehn Kilometer mehr als zuvor im Durchschnitt dieser Saison (107 km). „Wir haben alles versucht, den Sieg noch zu erzwingen, aber es hat leider nicht geklappt“, sagte Steven Skrzybski.

All’ das reichte gegen eine solide Mannschaft von Union Berlin zu einem Punkt – und zumindest in Sachen Einsatz sollte damit auch die Messlatte für die nächsten Spiele gelegt sein. Das war auch alles, was sich Baum schon zum Derby entlocken ließ: „Wenn wir so eine kämpferische Leistung auf den Platz bringen, wird es schwierig, gegen uns zu spielen.“

Eine Derby-Kampfansage der anderen Art: Mehr kann sich Schalke im Moment nicht erlauben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben