FC Schalke 04

T-Frage auf Schalke: Huub Stevens vertraut David Wagner

Jahrhunderttrainer Huub Stevens war von Schalkes schwacher Leistung in München überrascht. Mit Spannung verfolgt der Routinier nun, welche Entscheidung es bei der Torwart-Frage gibt.

Jahrhunderttrainer Huub Stevens war von Schalkes schwacher Leistung in München überrascht. Mit Spannung verfolgt der Routinier nun, welche Entscheidung es bei der Torwart-Frage gibt.

Foto: Ina Fassbender / dpa

Gelsenkirchen.  Schalkes Jahrhunderttrainer Huub Stevens äußert sich zur Torwart-Situation. Dass Alexander Nübel die Binde abgeben musste, kann er verstehen.

Die deftige 0:5-Abfuhr beim FC Bayern München sorgt im Umfeld des FC Schalke 04 weiterhin für reichlich Diskussionsstoff. Gegen Bayerns Demonstration der Stärke hatten die Königsblauen, die mit einer überzeugenden Leistung gegen Mönchengladbach (2:0) aus der Winterpause gekommen waren, keine Antwort parat. „Ich war auch überrascht“, gab Schalkes Jahrhunderttrainer Huub Stevens, der vor wenigen Monaten noch als Übergangstrainer bei Schalke eingesprungen war und dann das Amt an Neu-Coach David Wagner übergeben hatte, zu.

In der Sendung Sky90 stellte Stevens fest: „Letzte Woche habe ich Schalke gegen Mönchengladbach gesehen. Da hat Schalke so einen guten Fußball gespielt. Wirklich unglaublich. Und in München war davon nichts zu sehen.“ Dafür war von den „roten Riesen“ eine Menge zu sehen. Stevens: „Bayern hat aufgetrumpft ohne Ende. Schalke hat nicht das gebracht. Und dann kann so etwas entstehen, dass du 5:0 auf den Sack bekommst.“

Markus Schubert greift zweimal daneben

S04-Aufsichtsratsmitglied Stevens stellt fest: „Bei allem Respekt, sie haben doch alle unter ihrem Können gespielt. Wenn Bayern dann normales Potenzial abruft, dann stehst du schlecht da.“ Natürlich macht sich Stevens auch Gedanken über die Besetzung der Torwartposition bei den Königsblauen. Gegen die Bayern war Alexander Nübel, mit dem der Jahrhunderttrainer bis Mai im nervenaufreibenden Abstiegskampf noch selbst zusammengearbeitet hatte, letztmals gesperrt. Die bisherige Nummer zwei, Markus Schubert, griff bei zwei Gegentreffern daneben, zeigte allerdings auch mehrere starke Reflexe gegen die wirbelnden Bayern. Wer steht gegen Hertha BSC im Schalker Kasten? „Ich glaube, dass Trainer David Wagner da aktuell in einer sehr schwierigen Lage ist“, sagt Robin Gosens, der Außenverteidiger von Atalanta Bergamo. Der bekennende Schalke-Anhänger Gosens („Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass Schalke der Verein ist, von dem ich immer Fan war“) diskutierte ebenfalls bei Sky90 über die Entwicklung der Königsblauen.

Huub Stevens zur spannenden T-Frage beim Malocherklub: „Ich bin froh, dass ich kein Trainer bin. Und ich glaube, dass David und der Torwarttrainer zusammen eine gute Entscheidung treffen werden. Sie werden entscheiden, was das Beste für die Mannschaft ist und für den Verein.“ Chefcoach Wagner wird mit Keeper-Coach Simon Henzler im Wochenverlauf alle möglichen Szenarien genau abwägen.

Stevens gibt zu bedenken: „Unser Torwart hat gegen Bayern auch noch einiges Gutes getan.“ Warum Alexander Nübel nach der Bekanntgabe seiner Entscheidung, künftig für den FC Bayern zu spielen, auf Schalke die Kapitänsbinde abgenommen wurde, kann Huub Stevens zumindest erahnen.

Kein positives Signal von Alexander Nübel

„Ich kann mir da etwas bei vorstellen, ja. Es hat sicherlich mit unseren Fans zu tun.“ Stevens bilanziert: „Das Signal ist sicher nicht positiv von Nübel. Wenn der Trainer der Meinung ist, dass Nübel nicht mehr geeignet ist, die Binde zu tragen, dann hat er das Recht, eine Entscheidung zu treffen.“ Der Jahrhunderttrainer schiebt nach: „Ich finde aber auch, dass ein Torwart keine Binde zu haben braucht. Du musst eigentlich einen Feldspieler haben, der die Binde trägt, weil er näher am Geschehen dabei ist.“ Robin Gosens ist als Linksverteidiger bei Atalanta Bergamo zwar noch kein Kapitän, aber dafür in der Form seines Lebens.

Der 25-Jährige markierte in 18 Serie-A-Spielen beachtliche sieben Treffer, gab vier Vorlagen. Qualitäten, die auch Schalke 04 gut zu Gesicht stehen würden. Kontakt zwischen Bergamo, Schalke und Gosens gab es im vergangenen Sommer, ein Transfer scheiterte aber. „Ich habe schon mehrmals gesagt, dass die Bundesliga mein großer Traum ist. Wenn man bei dem Verein spielen darf, von dem man Fan ist, dann ist das sicher noch mal eine Stufe besonderer“, so Gosens. Aufgehoben scheint das Thema also noch nicht. Nur aufgeschoben.

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