Schalke

Schalke wartet auf Geld aus China: Jetzt greift Jobst ein

Schalkes Marketingvorstand Alexander Jobst steht vor wichtigen Gesprächen.

Schalkes Marketingvorstand Alexander Jobst steht vor wichtigen Gesprächen.

Foto: firo

Gelsenkirchen.   Alexander Jobst, Marketingvorstand beim FC Schalke, reist nach Shanghai. Er muss einen dringenden Sachverhalt mit dem Kooperationspartner klären.

Für Alexander Jobst beginnt die Woche mit einer Fernreise. Der 45-jährige Marketingvorstand des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Schalke 04 fliegt heute nach Shanghai. Zum einen, um bei der Eröffnung des ersten China-Büros der Schalker vor Ort zu sein. Zum anderen aber auch, um einen dringenden Sachverhalt zu klären.

Schalke 04 wartet nämlich seit einigen Wochen auf die zweite vertraglich vereinbarte Zahlung seines Kooperationspartners Hebei Fortune.

Im vergangenen Jahr hatten die Schalker die strategische Kooperation mit Hebei Fortune “als Meilenstein in der Internationalisierungs-Strategie” bejubelt. Das gemeinsame Projekt wurde im Januar 2018 ins Leben gerufen und auf fünf Jahre festgezurrt. Schalke soll dabei helfen, mit ausgebildeten Trainern und Scouts die Jugendabteilung von Hebei Fortune aufzubauen. Langfristig sollen Talente nach Vorbild der Bundesliga-Leistungszentren entwickelt werden. Schalke wird für sein Know-How und seine Hilfe mit insgesamt bis zu 30 Millionen Euro entlohnt.

Hebei Fortune ist noch zweite Rate schuldig

Nach Informationen dieser Zeitung hat Hebei Fortune bisher die vereinbarte Rate für das erste Jahr bezahlt, ist aber die Zahlung für das zweite Jahr schuldig geblieben. Grund: Der chinesische Kooperationspartner soll mit der Leistung der Trainer, die für Schalke in China im Einsatz sind, nicht zufrieden sein. Schalkes Chefetage sieht allerdings keine Verfehlung, man habe sich an alle vereinbarten Punkte gehalten. Da bei Hebei Fortune vor wenigen Wochen das komplette Management gewechselt wurde, müssen jetzt offenbar einige Hebel betätigt werden, um die Kooperation wieder in die gewünschten Bahnen zu lenken. Der gemeinsame Vertrag war zuvor nach intensiven Verhandlungen, die sich über neun Monante hinzogen, ausgearbeitet worden.

Schalke zog seine Trainer in China wieder ab

Alexander Jobst wird zwischen Büro-Eröffnung in Shanghai und seiner für Donnerstag geplanten Rückreise versuchen, die Kuh vom Eis zu bringen und Hebei Fortune wieder einzufangen. Schalke hat seine bis zu 20 Trainer, die sich in China um die Ausbildung der Hebei-Talente kümmern, zuletzt zurück nach Deutschland beordert. Intern wurde diese Aktion als “klare Kante zeigen” bezeichnet, damit Hebei Fortune merkt, dass man sich mit Schalke nicht alles erlauben kann. Der Fußball-Bundesligist ist in China noch lange nicht fertig und signalisiert durch die Office-Eröffnung in Shanghai, dass man langfristig plant. Parallel zur Kooperation mit Hebei Fortune betreiben die Königsblauen seit 2016 eine Fußballschule in der 700.000-Einwohner-Stadt Kunshan.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben