Revierderby

Schalke-Vorstand verurteilt geschmackloses Fan-Plakat

Schalke-Fans zündeten blaue Rauchbomben in Dortmund.

Schalke-Fans zündeten blaue Rauchbomben in Dortmund.

Foto: firo

Dortmund.  Der Schalke-Vorstand reagierte am Tag nach dem Derby beim BVB auf ein Fan-Plakat, auf dem Freiheit für Attentäter Sergej W. gefordert wurde.

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Beim packenden Derby zwischen dem BVB und Schalke gab es auch eine traurige Seite. Nach Spielschluss kam es im Gästeblock und auch außerhalb des Stadions zu Fan-Ausschreitungen. Die Polizei nahm 13 Randalierer in Gewahrsam und fertigte rund um die Partie insgesamt 36 Strafanzeigen an – darunter eine Anzeige wegen versuchter Körperverletzung gegen einen Schalker Feuerzeugwerfer, der BVB-Star Jadon Sancho beim Torjubel am Kopf traf.

Schalke-Ultras zündeten Pyrotechnik beim Anpfiff

In beiden Fanblöcken wurde Pyrotechnik abgebrannt. Schalker Ultras zündeten massiv beim Anpfiff, BVB-Fanatiker erst rund 30 Minuten nach Spielende. Dabei gab es sechs Verletzte auf der Südtribüne.

Für Empörung sorgte ein Plakat von Schalker Provokateuren, auf dem Freiheit für Sergej W., der 2017 ein Attentat auf Borussia Dortmunds Mannschaft verübt hatte, gefordert wurde. Schalkes Kommunikationsvorstand Alexander Jobst sagt dazu: „Das sind idiotische Äußerungen, die weder mit gesundem Menschenverstand noch mit Schalke 04 und seinen Werten einhergehen. Neben unserer Verantwortung im Sinne des Vereins setzen wir dabei auf die überwältigende Mehrzahl und Vernunft unserer Fans, die diesem idiotischen Verhalten Einhalt gebieten.“ Schalkes Chefetage entschuldigte sich am Sonntag beim BVB-Vorstand für das Plakat.

35 Randalierer griffen Vereinsheim der S04-Gruppierung "Hugos" an

Während das Spiel lief, gab es einen Angriff von rund 35 Randalierern auf das Vereinsheim der S04-Fangruppierung „Hugos“ in der Gelsenkirchener Neustadt. Mehrere Scheiben gingen zu Bruch, die Räumlichkeiten der „Hugos“ und eine Wohnung im selben Gebäudekomplex wurden aufgebrochen. Ob Gegenstände entwendet wurden und wie hoch der Schaden insgesamt ausfällt, ist noch unklar.

Nachdem Anwohner die Polizei gerufen hatten und mehrere Autos vom Tatort flüchteten, wurde eine Großfahndung eingeleitet. Polizeikräfte stoppten in der Nähe der Autobahn A 40 ein Fahrzeug und nahm vier Insassen fest. Inwieweit die Personen mit der Attacke auf das Clubheim in Verbindung stehen, muss noch ermittelt werden. „Unsere Aufgabe ist es, eine Tatbeteiligung nachzuweisen. Für die Kollegen der Kriminalpolizei ist das jetzt Puzzlearbeit“, sagt Torsten Sziesze, Pressesprecher der Gelsenkirchener Polizei gegenüber dieser Zeitung. Sziesze deutlich: „Das hat mit Fußball nichts mehr zu tun, das ist kriminelles Verhalten. Man verübt ganz bewusst Straftaten.“ Die Beamten werten derzeit das vorhandene Videomaterial der Attacke auf das „Hugos“-Vereinsheim aus. Sziesze: „Wir haben in jeder Stadt szenekundige Beamte. Unsere Leute schauen sich an, ob bekannte Personen zu erkennen sind.“

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