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Schalke-Trainer Wagner: Darum hat Guido Burgstaller gespielt

Ausgewechselt: Nach 70 Minuten holt Schalke-Trainer David Wagner Guido Burgstaller vom Platz.

Ausgewechselt: Nach 70 Minuten holt Schalke-Trainer David Wagner Guido Burgstaller vom Platz.

Foto: firo

Leverkusen.  Für viele überraschend stand Guido Burgstaller in Leverkusen in der Startelf des FC Schalke. Der Schachzug von Trainer Wagner ging nicht auf.

Als am späten Samstagmittag um 17.30 Uhr die Medien-Abteilung des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 die Aufstellung über die sozialen Netzwerke verbreiteten, überraschte vor allem ein Name in der Startelf. Guido Burgstaller durfte von Beginn an für Schalke in Leverkusen stürmen. Und das trotz einer schwachen Bilanz in der aktuellen Saison: In den elf Einsätzen zuvor gelang dem Österreicher kein Tor. Wurde es ausgerechnet in Leverkusen anders? In der BayArena, in der Burgstaller schon so oft für Schalke getroffen hatte?

Schalke: Vor dem ersten Gegentor patzt Nübel

Trainer David Wagner sind solche Statistiken fremd, er stellt nicht nach Bauchgefühl wegen guter Zahlen in der Vergangenheit auf. Er erklärte nach dem Spiel ausführlich, warum er sich mit seinem Trainerteam für Burgstaller entschieden hatte und nicht etwa für andere Stürmertypen wie Rabbi Matondo, Ahmed Kutucu oder Mark Uth, die auf der Bank Platz nahmen. "Wir wollten und brauchten Burgis körperliche Präsenz in diesem Spiel, insbesondere auch beim Verteidigen von Standards, nachdem uns Matija Nastasic im Abschlusstraining weggebrochen ist", erklärte Wagner. Die Verteidigungs-Idee ging nicht auf: Schon in der 15. Minute traf Lucas Alario im Anschluss an eine Ecke - das war aber weniger Burgstallers Fehler. Torwart Alexander Nübel war am Ball vorbeigesprungen. Es war aber der Auftakt zu Schalkes 1:2-Niederlage in Leverkusen.

Doch Burgstaller erwischte nicht seinen besten Tag. Das Spiel lief weitgehend an ihm vorbei, er kam in 70 Minuten nur auf 17 Ballkontakte, darunter auch noch vier Fehlpässe. Torschüsse: null. Flanken: null. Wenn Schalkes Tempomacher Suat Serdar und Amine Harit den Ball hatten, suchten sie meist Benito Raman und nicht Burgstaller.

Obwohl Burgstaller schwach spielte, wechselte Wagner erst in der 70. Minute zum ersten Mal. Auch dafür lieferte er die Begründung: "Wir haben uns für diesen späten Zeitpunkt entschieden, damit wir vorher nicht ins offene Messer laufen und frühzeitig das Spiel abgeben. Es ist gefährlich in Leverkusen - wenn du das zweite Tor kriegst, kriegst du schnell das dritte, vierte und es ist Game Over."

Schalke: Kutucu und Matondo kommen erst spät

Für Burgstaller kam Ahmed Kutucu, von den Schalker Fans unter den 30.210 Zuschauern frenetisch bejubelt. "Wir wollten mit Ahmed Präsenz in die letzte Linie bringen. Wir wollten das Signal senden ,dass wir versuchen, das Spiel zu gewinnen", sagt Wagner. Kutucu war dann auch an Benito Ramans Tor als Passgeber beteiligt (81.). Bitter für Schalke: 69 Sekunden zuvor hatte Alario zum 2:0 für Leverkusen getroffen; Ramans Tor war lediglich der Anschlusstreffer.

Nach Kutucu brachte Wagner auch noch Matondo und Uth. Dass Matondo erst so spät kam, überraschte etwas. In den Spielen gegen RB Leipzig (3:1) und Borussia Dortmund (0:0) - zwei Teams, die wie Leverkusen auf Offensive setzen - hatte Matondo von Beginn an gestürmt. "Rabbi hatte eine ganz ordentliche Trainingswoche", sagte Wagner. Als Matondo in der 70. Minute kam, sei das Spiel nicht gerade auf ihn zugeschnitten gewesen. "Rabbi braucht Raum, um sein Tempo zu nutzen. Wir haben aber zurückgelegen. Er ist ein Spieler, der eine große Hilfe ist, wenn viele Räume da sind", erklärte Wagner.

Doch Matondo, beim 3:1 in Leipzig noch gefeierter Torschütze für Schalke, traf nicht. Obwohl er in 20 Minuten (14) ähnlich oft sprintete wie Guido Burgstaller (17) in 70.

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