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Schalke-Sportvorstand Heidel glaubt daran, den BVB wirtschaftlich einzuholen

Christian Heidel (links) und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke.

Foto: firo

Christian Heidel (links) und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. Foto: firo

Gelsenkirchen.  Zu Borussia Dortmund sportlich und wirtschaftlich aufzuschließen, ist für Schalkes Sportvorstand ein großer Ansporn. Heidel erklärt, warum Tuchel nicht Schalke-Trainer wurde.

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Noch knapp zwei Wochen müssen sich die Fans von Schalke 04 und Borussia Dortmund gedulden, bis am Samstag, 25. November, zumindest in der Tabelle der Bundesliga die fußballerische Vorherrschaft im Ruhrgebiet geklärt wird. Vorausgesetzt, dass beide Mannschaften nach der Länderspielpause am nächsten Wochenende gleich abschneiden, stehen sich beide Klubs dann punktgleich im Revierderby gegenüber. Eine rein von den Zahlen her lange nicht mehr da gewesene Chancengleichheit. Christian Heidel interpretiert allerdings wenig bis gar nichts in diesen Fakt hinein: „Wir haben beide 20 Punkte aus elf Spielen geholt. Dass wir in Dortmund punkten wollen, ist doch klar“, sagte Schalkes Sportvorstand dem Kicker. „Ich glaube aber, dass der BVB in diesem Jahr mit mehr Bauchschmerzen in das Spiel geht als in den Jahren zuvor.“

Der 54-Jährige erklärt auch, warum er so denkt: „Weil es vor Kurzem noch hieß, Schalke würde den BVB in zehn Jahren nicht einholen. Weit weg sind wir derzeit nicht, auch wenn es ein Momentum ist und nicht mehr.“ Gleichwohl sei es „eine schwere Aufgabe, aber auch Ansporn“, die Nachbarn wieder einzufangen. Heidel: „Mittelfristig kann das ein Anspruch sein, wenn wir wenige Fehler machen. Aber im Moment sind wir wirtschaftlich Lichtjahre auseinander angesichts der erfolgreichen Jahre des BVB in der Champions League. Nur wenn es uns nachhaltig gelingt, erfolgreich zu sein, ergibt sich die Möglichkeit. Aber im Derby bin ich noch ungeschlagen, das kann so bleiben!“

Heidel hat die BVB-Probleme unter Trainer Bosz erwartet

Zumal Heidel beim BVB auch Probleme ausmacht, mit denen er vor Saisonbeginn gerechnet hat. Sie haben mit dem Trainerwechsel von Thomas Tuchel zu Peter Bosz zu tun. Heidel: „Er hat uns in der Europa League beim 0:2 in Amsterdam die schmerzlichste Niederlage der vergangenen Saison zugefügt, so chancenlos waren wir nie. Ich kann verstehen, warum ihn die Borussia geholt hat. Wenn man diese Spielweise perfekt auf den Platz bekommt, ist es für jeden Gegner unangenehm. Mir war aber auch klar, dass dieser Prozess dauern und man nach elf Spielen 20 Punkte haben kann.“

Heidel schließt Tuchel auf Schalke nicht aus

Die Schalker selbst haben bislang gute Erfahrung gemacht mit ihrem Trainertausch im vergangenen Sommer. Markus Weinzierl raus, Domenico Tedesco – das zahlt sich bislang in der Punktausbeute klar aus. Dabei hätte sich Christian Heidel auch Tuchel bei den Königsblauen vorstellen können: „Ich halte Thomas für einen der besten Trainer, fachlich absolute Spitze. Ich habe mit ihm sechs Jahre überragend zusammengearbeitet. Wir hatten in den letzten vier Wochen in Mainz Dissonanzen, die ausgeräumt sind.“ Es gab jedoch glasklare Gründe, von dieser Verpflichtung Abstand zu nehmen: „So wie sich der BVB und er getrennt haben, wäre es für ihn nicht möglich gewesen, 30 Kilometer weiter anzuheuern. Wir hätten zwar einen Toptrainer gehabt, aber dann wären jeden Tag die Zeitungen voll gewesen mit Geschichten aus der Vergangenheit.“ Eines Tages könnte aber mal passen, glaubt Heidel: „Tuchel könnte auch Schalke trainieren, ganz sicher.“ (ab)

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