Kommentar

Schalke: "Nübel raus" - Rufe dieser Art sind immer falsch

Trost für den Torwart: Alexander Nübel wird unter anderem von Schalke-Trainer David Wagner in den Arm genommen.

Trost für den Torwart: Alexander Nübel wird unter anderem von Schalke-Trainer David Wagner in den Arm genommen.

Foto: firo/Fromme

Köln.  Der Großteil der Schalke-Fans kritisierte Torwart Nübel schon während des Köln-Spiels scharf. Dabei vergriffen sie sich im Ton. Ein Kommentar.

Die Häme gegen Alexander Nübel kam nicht nur aus dem Block der Fans des FC Schalke 04. "Nübel raus" riefen die meisten Schalker schon während des Fußball-Bundesligaspiels beim 1. FC Köln (0:3) - und sie hörten nach dem Spiel nicht auf. Doch auch die Kölner Anhänger reagierten spöttisch auf Nübels Patzer vor dem dritten Gegentor. "Nübel! Nübel! Nübel!" brüllten sie bei jedem Ballkontakt des Torhüters.

Dass sich Fans einzelne Spieler herauspicken, gibt es in Stadien seit Jahrzehnten. Das macht die aktuellen Proteste aber nicht besser. Kritisieren ist erlaubt, aber Häme dieser Art immer falsch. Fertiggemacht zu werden - das hat niemand verdient. Und das auch schon seit Jahrzehnten.

Schalke: Fehleinschätzung von Wagner und Schneider

Doch mit dieser Feststellung endet die Diskussion um die "Nübel-raus"-Rufe nicht.

Schalke-Trainer David Wagner und Sportvorstand Jochen Schneider haben die Stimmungslage der Fans nach der 0:5-Klatsche gegen RB Leipzig falsch eingeschätzt. Auch da hatte Nübel gepatzt, auch da gab es Pfiffe. Wagner und Schneider aber sagten, es seien nur vereinzelte Fans der Königsblauen gewesen, der Rest hätte die Proteste gegen den Torwart niedergesungen. In Köln waren es nicht nur wenige Zuschauer - es war der Großteil der Gästekurve. Wagner hätte auf die sensible Situation reagieren und den genesenen Markus Schubert ins Tor stellen können.

Schalke: Schubert oder Nübel - schwere Entscheidung für Wagner

Doch was macht Wagner nun? Soll er Nübel am Dienstag im DFB-Pokalspiel gegen Bayern München ins Tor stellen? Nübel wechselt am Saisonende ablösefrei nach München, dieser Transfer ist Ausgangspunkt der Kritik. Ein königsblauer Sieg ist wenig wahrscheinlich, eher eine hohe Niederlage. Setzt er den spürbar verunsicherten Nübel erneut ein, riskiert er einen Proteststurm von Tausenden in der Arena. Vertraut er Schubert, setzt er auf einen jungen Torwart, dem nach vierwöchiger Verletzungspause die Spielpraxis fehlt.

Wieder einmal steht Wagner vor einer schwierigen Entscheidung - in dieser Krise ist es aber nur eine von vielen.

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