FC Schalke 04

Schalke-Krise immer schlimmer - 0:3 gegen Augsburg

Es schlägt zum zweiten Mal im Schalke-Tor ein. Torwart Markus Schubert kann nur tatenlos zusehen, wie der Augsburger Noah Sarenren Bazee zum 2:0 trifft.

Es schlägt zum zweiten Mal im Schalke-Tor ein. Torwart Markus Schubert kann nur tatenlos zusehen, wie der Augsburger Noah Sarenren Bazee zum 2:0 trifft.

Gelsenkirchen.  Seit neun Spielen wartet Schalke auf einen Sieg. Das erste Geister-Heimspiel gegen Augsburg verlor S04 mit 0:3 und schlittert tief in die Krise.

Die Krise des FC Schalke 04 wird immer schlimmer: Im ersten Geister-Heimspiel der Vereinsgeschichte unterlagen die Königsblauen dem Abstiegskandidaten FC Augsburg verdient mit 0:3 (0:1). Erneut enttäuschten die Königsblauen in allen Belangen - und das gegen die schlechteste Rückrundenmannschaft. Die Zahlen werden immer gruseliger: Schalke ist seit neun Liga-Spielen sieglos, das Torverhältnis in dieser Zeit beträgt 2:22. So wird es nichts mit einer Europapokal-Teilnahme.

Auf die „Energie“ der Zuschauer in der Veltins-Arena musste Schalke diesmal verzichten - das Ambiente auch bei diesem Geisterspiel: sehr gewöhnungsbedürftig. Wohl auch für die Spieler. Was einer verunsicherten Mannschaft nicht passieren darf, ist ein frühes Gegentor. Doch genau diesen Schock musste Schalke hinnehmen: In der sechsten Minute vertändelte Weston McKennie im Mittelfeld den Ball, den folgenden Konter unterband Alessandro Schöpf - aber mit einem Foul an Rani Khedira. Den Freistoß schlenzte Eduard Löwen aus 25 Metern Entfernung ins Tor. Erster Schuss, direkt drin - für den umstrittenen Torwart Markus Schubert, der nur die Fingerspitzen an den Ball bekam, begann das Spiel schlecht. Er trug nicht die Hauptschuld an diesem Gegentor, an einem überragenden Tag hätte er den Ball abgewehrt.

Schalke: Wagners Taktik geht nicht auf

Die Taktik, die Trainer David Wagner den Schalkern mit auf den Weg gegeben hatte, klappte nicht mehr. Wagner hatte sein Team in der Erfolgsformation der Vorrunde sortiert: Ein 4-4-2 mit Raute im Mittelfeld, schon am gegnerischen Strafraum sollten die Schalke-Spieler die Augsburger stören. Auf drei Positionen hatte Wagner sein Team im Vergleich zur 0:4-Klatsche im Derby in Dortmund verändert: Neu ins Team rückten die beiden Stürmer Rabbi Matondo und Michael Gregoritsch. Wagner erhoffte sich „mehr Durchschlagskraft“.

Doch die hatte Schalke nicht. In der ersten Hälfte hatten die Schalker zwar 75 Prozent Ballbesitz - aber sie spielten zu langsam, zu fehlerhaft. Lediglich eine Chance erarbeiteten sich die Königsblauen vor der Pause: In der 28. Minute tauchte der schnelle Matondo frei vor FCA-Torwart Andreas Luthe auf - doch er schoss Luthe an. Den Augsburgern genügte eine engagierte, bissige Leistung, um die knappe Führung zu verteidigen. Weil sie aber nicht viel Wert auf Angriffsfußball legten, blieb es in einem sehr schwachen Spiel bei zwei Torszenen vor der Pause. Positiv für Schalke war nur, dass zur Pause ohne Zuschauer ein Pfeifkonzert ausblieb. Denn das hätte es ganz sicher gegeben. Stattdessen spielte die Stadion-Regie das Lied „The Sound of Silence“.

Schalke 04 bleibt sehr fehleranfällig

Wagner entschied sich in der Pause dazu, seine in der ersten Hälfte nicht überzeugende Startelf nicht zu verändern. Und so veränderte sich auch das Spiel nicht. Das Spiel der Königsblauen blieb sehr fehleranfällig - da sie aber etwas offensiver spielten, ergaben sich für den FC Augsburg einige Kontermöglichkeiten. Florian Niederlechner (50.) und Marco Richter (61./65.) schossen den Ball aber genau in die Arme von Markus Schubert. Einen Freistoß von Philipp Max aus 20 Metern Entfernung konnte Schubert mit beiden Fäusten abwehren (69.). Viermal war für die Gäste, die inzwischen hochverdient führten, das zweite Tor drin - im fünften Versuch fiel es. Noah Sarenren Bazee nutzte einen Fehler von Schalkes Rechtsverteidiger Jonjoe Kenny zum 2:0 (76.). Doch dabei blieb es nicht: In der Nachspielzeit stürmte Sergio Cordova allein aufs Schalke-Tor zu, umdribbelte Schubert und erhöhte sogar auf 3:0 (90.+1).

Und Schalke? Nichts verbesserte sich in der zweiten Hälfte. Viel Ballbesitz, keine Torchancen. Viele Pässe, aber nicht viele zum Mitspieler. Wenige Torschuss-Versuche, fast alle wurden abgeblockt. Einige Standardsituationen, keine gefährlich. Es blieb bei einer Chance in 90 Minuten, in elf Rückrundenspielen hat sich Schalke nur 21 Möglichkeiten erspielt. Zu allem Überfluss verletzte sich noch Suat Serdar, der in der 56. Minute vom Feld humpelte.

Es blieb beim 0:3. Von einer „Woche der Vorentscheidung“ im Kampf um einen Europapokalplatz hatte Wagner gesprochen. Sie begann mit einer furchtbaren Leistung und einer verdienten Niederlage. Mittwoch geht es weiter - mit einem Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf (20.30 Uhr/Sky).

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