Max Meyer

Schalke-Kapitän Fährmann hofft auf Meyer-Verbleib

Was flüstert er ihm da nach dem 2:0-sieg in Berlin wohl ein? Ralf Fährmann und Max Meyer stehen gemeinsam mit denn Teamkollegen vor der Fan-Kurve.

Was flüstert er ihm da nach dem 2:0-sieg in Berlin wohl ein? Ralf Fährmann und Max Meyer stehen gemeinsam mit denn Teamkollegen vor der Fan-Kurve.

Gelsenkirchen.   Schalkes Kapitän glaubt, dass Meyer seine Abschieds-Ankündigung überdenkt: „Wenn er fünf Spiele am Stück macht, verändert das die Sichtweise.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Nach seinem starken Spiel in Berlin schmunzelte Max Meyer: „So kann es weitergehen.“ Der 22-Jährige hat nach schwierigen Monaten den Weg zurück in die Schalker Mannschaft gefunden und will seine Chance jetzt auch beim nächsten Spiel am Freitagabend (20.30 Uhr) in der Arena gegen Mainz 05 nutzen. Meyer hat auf Schalke in neuer Rolle als Sechser wieder eine Perspektive – und vielleicht überdenkt er so ja auch das, was er vor Wochen angekündigt hatte: Dass er Schalke nach dieser Saison nach neun Jahren verlassen will.

Kapitän Ralf Fährmann schreibt Meyer jedenfalls noch nicht für Schalke ab, wie er im Gespräch mit der WAZ deutlich macht: „Wenn Max mal fünf Spiele am Stück macht, verändert das seine Sichtweise“, glaubt Fährmann und erklärt: „Dass er angekündigt hat, seinen auslaufenden Vertrag aktuell nicht zu verlängern, finde ich nicht schlimm. Das zeigt ja nur seinen Ehrgeiz und dass er sich weiterentwickeln und spielen will.“

Abschiedsgedanken aus Frust?

Schalkes Kapitän vermutet, dass Meyer seine Abschieds-Ankündigung Anfang September aus dem Frust seiner damaligen sportlichen Lage getroffen hat: „Ich weiß aus eigener Erfahrung: Wenn man nicht spielt, ist man down.“ Fährmann war als Torwart auf Schalke in der Saison 2012/13 sogar für einige Monate nur die Nummer drei – heute ist er die größte Integrationsfigur seines Klubs.

Zukunft bleibt für Meyer „erstmal im Hintergrund“

Meyer hatte im Sommer ein Schalker Angebot zur Verlängerung seines 2018 auslaufenden Vertrages abgelehnt und danach deutlich gesagt, auch nicht wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren zu wollen. Jetzt, nachdem sich seine sportliche Lage aufgehellt hat, will er sich mit seiner Zukunft aber noch nicht wieder befassen: „Ich bin da ganz gelassen, das ist jetzt erstmal im Hintergrund“, sagt der gebürtige Oberhausener. Er will sich vielmehr im Moment „nur um das Sportliche“ kümmern – und in diesem Punkt hat er in den vergangenen Wochen viele Pluspunkte auf Schalke gesammelt.

Nicht mehr im Schmollwinkel

Denn Meyer hat sich – wohl auch im Gegensatz zur vergangenen Saison – diesmal nicht in den Schmollwinkel zurückgezogen, als er zu Saisonbeginn wieder kaum Spielanteile hatte. Der 22-Jährige hat vielmehr Extraschichten eingelegt, um sich in Form zu bringen. „Ich wollte es dieses Jahr wieder besser machen und habe einfach versucht, an meinen Schwächen zu arbeiten und mich fit zu halten auch in den Wochen, in denen ich nicht so viel gespielt habe“, berichtet Meyer. Diese Einstellung nötig nicht nur Kapitän Fährmann großen Respekt ab: „Er macht Zusatzschichten im Kraftraum, trainiert außerhalb der normalen Trainingszeiten zusätzlich für sich. Wenn man so etwas als Mitspieler sieht, macht das Arbeiten einfach Spaß.“ Meyer würde sich jetzt „vorbildlich“ verhalten. Und auch Trainer Domenico Tedesco lobt: „Er ist hochprofessionell, macht Extraschichten und fragt viel nach.“

Die neue Perspektive auf der Sechs

Damit hat sich Meyer jetzt in die Position gebracht, mit seiner neuen Aufgabe wachsen zu können: Schalke traut ihm den Wandel vom verspielten Zehner zum strategisch denkenden Sechser im Mittelfeld zu. „Das ist absolut eine Position, die er auch in Zukunft bestreiten kann“, findet Leon Goretzka. Meyer werde als Sechser zwar noch „viel lernen“ müssen, aber die Voraussetzungen würde er mitbringen: „Max ist ein Spieler, der auf engstem Raum super mit dem Ball umgehen kann.“

Max Meyer wäre übrigens nicht der erste Spieler, der die Karriere im offensiven Mittelfeld begonnen hat, um dann später auf der Sechs zu landen: Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos haben diesen Wandel ebenfalls durchgemacht – 2014 wurden sie Weltmeister.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (3) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik