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Schalke gegen Bremen: Ein Endspiel für David Wagner

Seine Zeit könnte ablaufen: Schalke-Trainer David Wagner benötigt einen Sieg.

Seine Zeit könnte ablaufen: Schalke-Trainer David Wagner benötigt einen Sieg.

Foto: Matthias Balk / dpa

Gelsenkirchen.  Schalke 04 ist gegen Bremen gefordert: Trainer Wagner hilft nur ein Sieg. Ein Corona-Fall bringt S04 weitere Probleme.

Tage wie diese gab es selbst in der langen Vereinsgeschichte des FC Schalke 04 nicht so oft – Tage, an denen sich eine wichtige Nachricht an eine wichtige Nachricht reiht, an denen es schwerfällt, in diesem wilden Klub die Übersicht zu behalten. Gibt es dann eine solche Phase, steht meist Entscheidendes an. So wie heute das Bundesligaspiel gegen Werder Bremen (18.30 Uhr/Sky).

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Es ist ein entscheidendes Spiel für den umstrittenen Trainer David Wagner. Nach 17 Liga-Spielen in Serie ohne Sieg und dem furchtbaren 0:8 bei Bayern München hat er fast keine Befürworter mehr. Schalke führt bereits Sondierungsgespräche mit möglichen Nachfolgern. Doch es passt zur inzwischen 15-monatigen Amtszeit des 48-jährigen Wagner, dass seine Tätigkeit möglicherweise nicht ohne Nebengeräusche zu Ende geht.

Zweiter Corona-Fall in dieser Saison bei Schalke

Am Freitagnachmittag setzte sich Wagner zur üblichen Pressekonferenz aufs Podium, seiner möglicherweise letzten vor einem Spiel – doch zunächst ergriff Pressesprecher Marc Siekmann das Mikrofon: „Wir hatten bei der gestrigen Testung einen positiven Covid-19-Befund in unserer Lizenzspielermannschaft.“ Den Namen des Betroffenen gab der Verein nicht bekannt. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll es sich um Amine Harit handeln.

Auch das noch. Bereits zum zweiten Mal in dieser Saison ist Schalkes Lizenzspieler-Mannschaft betroffen. Schon im Trainingslager in Österreich im August hatte es einen positiven Test gegeben, drei Vorbereitungsspiele waren daraufhin ausfallen. Fünf Profis konnten zwei Wochen lang nicht mit der Mannschaft trainieren. „Seit Österreich“, sagt Wagner, „halte ich jedes Mal, wenn Ergebnisse kommen, die Luft an, ob alle negativ bleiben.“ Blieben sie diesmal nicht. Einer Austragung des Bundesliga-Spiels stehe aber nichts im Weg, sagte Wagner noch.

Schalke-Trainer Wagner: Häme war berechtigt.

Seit Samstagmorgen ist zudem klar: Die Partie wird zum Geisterspiel, da die Sieben-Tage-Inzidenz deutlich über dem Grenzwert von 35 liegt. Wie Fans im Stadion auf die Krise reagiert hätten, hätte ja noch auf einem ganz anderen Blatt gestanden. Die Häme der vergangenen Woche sei berechtigt gewesen, gibt David Wagner zu: „Wir nehmen die Häme, die Kritik, alles, was auf uns eingeprasselt ist, und versuchen, daraus Energie zu erzeugen.“

Schalke: Zuletzt rückt Schneider von Wagner ab

Sätze wie diese klingen sehr nach Durchhalteparolen eines angeschlagenen Trainers. Wagners Kader ist gut gefüllt, nur Nationalspieler Suat Serdar (Oberschenkel-Probleme) fehlt außer dem infizierten Profi. Die Befunde aller anderen Corona-Tests, berichtete der Verein, seien negativ ausgefallen. Mannschaftsarzt Patrick Ingelfinger stehe mit den zuständigen Behörden in Kontakt, um weitere Maßnahmen zu besprechen und einzuleiten.

Die Trainingswoche schildert David Wagner so: „Wir haben zunächst das Bayern-Spiel besprochen, dann Werder Bremen analysiert und uns eine Idee zurechtgelegt, wie wir Werder bespielen wollen – ein Gegner, der auch seine Schwierigkeiten hat.“ Bremen hatte das Auftaktspiel gegen Hertha BSC mit 1:4 verloren – auch Werder-Trainer Florian Kohfeldt steht erheblich unter Druck.

Aber nicht so sehr wie Wagner. Selbst Sportvorstand Jochen Schneider, der ihn monatelang beschützt hatte, rückte zuletzt von ihm ab. Dennoch lobte Wagner Schneider in einem minutenlangen Monolog für dessen Arbeit – und er fasste zusammen: „Es gibt keinen Besseren für den FC Schalke 04. Er macht das herausragend gut.“

Transfergerüchte um Schalke-Profis

Ob der Trainer weiter mit Schneider zusammenarbeiten darf, hängt aber wesentlich an der Leistung einer Mannschaft, der Werder-Trainer Kohfeldt eine „von den Namen her immens hohe Qualität“ bescheinigt. Wagner nimmt seine Zuversicht „aus dem Vertrauen, das ich in die Mannschaft habe“.

Doch ist das so richtig? Bis zum Ende der Transferperiode am 5. Oktober dürfte es noch Zu- und Abgänge geben. Gerüchte gibt es etliche: Kehrt Sebastian Rudy nach Hoffenheim zurück? Wechseln Nabil Bentaleb und Matija Nastasic nach Italien? Klar ist: Auch in der kommenden Woche könnte es Tage mit sehr vielen Nachrichten geben.

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