Kommentar

Schalke fast wie Tasmania – neuer Trainer, alte Probleme

Trainer Christian Gross von Schalke 04.

Trainer Christian Gross von Schalke 04.

Foto: AFP

Berlin.  Schalke unterlag bei Hertha BSC mit 0:3 – das Debüt von Trainer Christian Gross missriet komplett. Ein Kommentar.

Noch 15 Tage müssen vergehen, dann hat der FC Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga seit genau einem Jahr kein Spiel mehr gewonnen. 30 Spiele in Folge sind es nach der 0:3-Pleite bei Hertha BSC, noch eine sieglose Partie fehlt, dann stellt Schalke den Horror-Minusrekord von Tasmania Berlin ein. Nur wenig deutet darauf hin, dass in einer Woche, wenn die TSG Hoffenheim nach Gelsenkirchen kommt, eine Wende möglich ist.

Mehr News und Hintergründe zu Schalke 04:

 

Innerhalb von nur drei Monaten saß bereits der vierte Cheftrainer auf der Bank der Königsblauen, diesmal Christian Gross – doch der kurzfristige Effekt, den sich die Schalker erhofften, verpuffte bereits nach 30 Minuten. Danach hieß es: neuer Trainer, alte Probleme. Nach dem 0:1, im 14. Saisonspiel war es bereits der 13. Rückstand, brach Schalke wieder einmal ein. Viele Spiele in den vergangenen zwölf Monaten verliefen ähnlich: ordentlicher Start, Gegentor, am Ende droht eine Blamage. Die es dann manchmal auch gibt. In Berlin kam Schalke mit einer 0:3-Pleite davon.

Schalkes Hoffnungen ruhen auf Sead Kolasinac

Und doch war diese Niederlage noch schlimmer als einige Spiele davor. Denn die Leistung in der zweiten Halbzeit war ganz, ganz schwach. Trotz der prekären Situation, trotz des Trainerwechsels. Es stand nur 0:1, und die Hertha spielt auch nicht gerade eine glänzende Saison. Und doch ließ sich Schalke herspielen.

Ab Montag stößt nun Arsenal-Leihgabe Sead Kolasinac zum Aufgebot. Aus mehreren Gründen wird einer wie er dringend benötigt. Auf der linken Abwehrseite wird er sofort die Position des seit Monaten formschwachen Bastian Oczipka übernehmen. Und auch Kolasinacs Führungsqualitäten sind gefragt. Er ist dafür bekannt, nach einem 0:1 nicht den Kopf hängenzulassen.

Schalke: Klassenerhalt in dieser Verfassung schwer vorstellbar

Doch Schalke sollte Kolasinac nicht mit Erwartungen überfrachten, von einigen Fans wird er wie ein Messias herbeigesehnt. Kolasinac kann die Spiele nicht allein gewinnen – und Tore zu schießen war nie seine Stärke. Ohne Tore gibt es keine Siege, seit drei Spielen sind die offensivschwachen Schalker inzwischen wieder torlos. Eine von vielen grauenvollen Statistiken.

Noch 20 Spieltage sind zu absolvieren – die Saison ist zu einem solch frühen Zeitpunkt eigentlich noch nicht gelaufen. Dass diese Mannschaft aber zwei oder drei andere Teams hinter sich lässt, ist in dieser Verfassung unvorstellbar.

Leserkommentare (6) Kommentar schreiben