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Schalke-Drama: Herr Merk, hätten Sie gern 2001 den VAR gehabt?

19. Mai 2001: Schalke-Manager Rudi Assauer kann es nicht glauben - Weil die Bayern gegen den HSV noch ausgleichen, ist der FC Schalke doch nicht Meister.

19. Mai 2001: Schalke-Manager Rudi Assauer kann es nicht glauben - Weil die Bayern gegen den HSV noch ausgleichen, ist der FC Schalke doch nicht Meister.

München.  Ein großes Thema im Sport1-Doppelpass: der Videobeweis. Wir haben Schiedsrichter-Legende Markus Merk eine wichtige Schalke-Frage gestellt.

Der Videobeweis und kein Ende: Auch am Sonntag im „Sport1-Doppelpass“ war der sogenannte Video Assistent Referee (VAR) wieder ein großes Thema. Erneut ging es um knappe Abseitsentscheidungen, zu wenig Transparenz im Stadion, die lange Dauer der Überprüfung. Kronzeuge: der ehemalige Welt-Schiedsrichter Markus Merk.

Merk sprach sich für die Einführung von „Challenges“ aus - analog zu Sportarten wie zum Beispiel American Football. Damit bekäme jeder Trainer mehrfach pro Spiel die Möglichkeit, eine Entscheidung überprüfen zu lassen. Das Ganze sollte dann zulässig bis zur 85. Minute sein, damit daraus kein taktisches Mittel würde. Beifall gab es dafür von TV-Experte Marcel Reif. Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich hatte sich am Dienstag in Dortmund nicht gegen „Challenges“ gesperrt. Er sagte aber auf Nachfrage dieser Zeitung: „Das liegt nicht in unserer Macht. So etwas müsste auf anderer Ebene grundsätzlich entschieden werden, damit wir es umsetzen könnten.“ Er meint damit die Regel-Kommission der Fifa (Ifab). Eine Entscheidung ist da nicht in Sicht.

Meisterschaft der Herzen: Als Merk Freistoß pfiff

Markus Merk traf in seinem langen Schiedsrichter-Leben einige schwierige, umstrittene Entscheidungen. Aus Sicht des FC Schalke 04 war die folgenschwerste eine am letzten Spieltag der Saison 2000/2001. Es war die „Meisterschaft der Herzen“. Vier Minuten feierten die Königsblauen, weil sie die SpVgg Unterhaching mit 5:3 besiegt hatten, während der Konkurrent FC Bayern München beim Hamburger SV mit 0:1 zurücklag.

Doch dann nahm HSV-Torwart Mathias Schober einen Pass eines eigenen Spielers auf - ein absichtlicher Rückpass oder nicht? Merk pfiff Freistoß im Strafraum für die Bayern, eine umstrittene Entscheidung. Patrik Andersson glich zum 1:1 aus, Bayern war Meister.

Merks klare Antwort zum Videobeweis beim Schalke-Drama

Da liegt die Frage nahe: Hätte Merk damals gern die Unterstützung des VAR gehabt? Wir haben sie ihm am Sonntag in München gestellt. Seine Antwort: „Erstens hätte der VAR in dieser Situation überhaupt nicht eingreifen dürfen. Das geben die Regeln nicht her.“ Und zweitens? „Zweitens hätte ich meine Entscheidung nicht revidiert.“

Eine Ansicht, die kein Schalker gern hört. Die Schalke-Fans im Doppelpass hatten Merk nach knapp 19 Jahren aber verziehen. Sie baten ihn um Selfies.

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