Schalke

Schalke: Der Tod eines Fans überschattet Punktgewinn des S04

Schalke-Torhüter Markus Schubert flutscht vor dem Ausgleich der Ball durch die Hände.

Schalke-Torhüter Markus Schubert flutscht vor dem Ausgleich der Ball durch die Hände.

Foto: dpa

Wolfsburg.  Schalke 04 hat in Wolfsburg 1:1 gespielt. Der S04 führte, dann patzte Torhüter Markus Schubert. Der Tod eines Fans überschattet die Partie.

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Der FC Schalke 04 war als Außenseiter zum Fußball-Bundesligaspiel beim VfL Wolfsburg gefahren – das 1:1 (0:0) war daher für die Königsblauen ein Erfolg. Doch so richtig freute sich bei Schalke 04 nach dem Spiel keiner. Das hatte allerdings wenig mit dem Spiel zu tun.

Ein 41-jähriger Schalke-Fan war auf dem Weg zum Stadion zusammengebrochen und später in der Klinik gestorben. Die mitgereisten Anhänger der Königsblauen schwiegen fast während des gesamten Spiels, die Wolfsburger aus Solidarität in der zweiten Hälfte. „Wir sind alle geschockt. Fußball tritt heute in den Hintergrund“, sagte Schalkes Lizenzspielerchef Sascha Riether: „Es ist ein trauriger Tag für uns.“

Schalke 04 startet mit Malocher-Aufstellung

Sportlich war das Spiel bemerkenswert – und das ab der ersten Minute. Schon die Aufstellung von Schalkes Trainer David Wagner zeigte, was die Fans diesmal zu erwarten hatten: leidenschaftlichen Kampf um jeden Grashalm – und nicht filigrane, schnelle Angriffe nach vorn. Die flinken Stürmer Benito Raman und Rabbi Matondo saßen draußen, dafür spielten die eher langsamen Malocher Fabian Reese und Guido Burgstaller. Neben dem gesperrten Torwart Alexander Nübel fehlten vier verletzte Abwehrspieler.

Und doch entwickelte sich vor 24.651 Zuschauern ein ansehnliches Spiel. Klare Vorteile hatten die Wolfsburger, die sich in der ersten Hälfte mehr T orschüsse (18:4) und mehr Ecken (9:3) erarbeiteten als der Gast aus dem Ruhrgebiet.

Trainer Wagner hatte aber schon vorher ausgemacht, dass die Chancenauswertung das große Wolfsburger Problem ist. Und das zeigte sich erneut. Schon in der ersten Minute musste Schalkes Bastian Oczipka einen Kopfball von Wout Weghorst kurz vor der eigenen Torlinie wegschlagen. Dreimal war es noch knapper: In der 33. Minute zwang Maximilian Arnold Schalkes Torwart Markus Schubert zu einer Glanztat. Innerhalb von 60 Sekunden stand dann João Victor zweimal allein vor dem Tor – einmal traf er den Pfosten (39.), einmal schoss er vorbei (40.). Nur einer Menge Dusel und Torwart Schubert hatte es Schalke zu verdanken, dass bis zur Pause kein Tor fiel.

Die Königsblauen waren deutlich unterlegen. Sie bemühten sich um Entlastung und kamen sogar zu zwei guten Chancen. In der 16. Minute scheiterte Fabian Reese an Wolfsburgs Torwart Koen Casteels – drei Minuten später war Guido Burgstaller einem Treffer ganz nah. Frei stürmte er auf Casteels zu, doch er schloss nicht selbst ab, sondern wollte den Ball auf den mitlaufenden Jonjoe Kenny spielen. Dieser Pass missglückte. So ist das eben mit Stürmern, die lange nicht getroffen haben – das Selbstvertrauen fehlt.

Überraschende Schalker Führung

In der 50. Minute, im Stadion war es nun ganz leise, kamen die Schalker zum ersten Mal in der zweiten Halbzeit in den Wolfsburger Strafraum. Daniel Caligiuri schlug eine Ecke in den Strafraum. Ozan Kabak stieg am höchsten – erst köpfte er an den Pfosten, den Nachschuss verwandelte er: Es stand tatsächlich 1:0 für Schalke.

Die Wolfsburger waren nun kaum wiederzuerkennen. Die Stille im Stadion und der Rückstand hatten sie aus dem Konzept gebracht. Zu zwei Chancen kamen sie aber noch: Zunächst scheiterte Josip Brekalo an Schubert (63.), in der 82. Minute traf Kevin Mbabu zum 1:1 – Schubert, vorher so stark, hatte im Anschluss an eine Ecke gepatzt. Es blieb beim Unentschieden. Doch feiern wollte bei Schalke keiner.

Der Schalke-Ticker zum Nachlesen:

VfL Wolfsburg - Schalke 1:1
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