Kommentar

Schalke baut auf vier Rückkehrer – und hat keine andere Wahl

Zurück auf Schalke: (von links) Steven Skrzybski, Sebastian Rudy und Mark Uth. Rudy und Uth werden zum Saisonstart in der ersten Elf erwartet.

Zurück auf Schalke: (von links) Steven Skrzybski, Sebastian Rudy und Mark Uth. Rudy und Uth werden zum Saisonstart in der ersten Elf erwartet.

Foto: Marcel Engelbrecht / firo Sportphoto

Gelsenkirchen.  Schalke 04 geht in München mit mehreren Spielern in die Saison, die längst woanders sein sollten. Eine Alternative gibt es nicht. Ein Kommentar.

Wenn es einen Bundesliga-Verein gibt, der symbolisch dafür steht, in der Corona-Zeit besonders zu Schaden gekommen zu sein, dann ist es der FC Schalke 04. Corona hat die Krise nicht ausgelöst, aber ins Licht gerückt und verstärkt. Zu lange hatte der Verein darauf gesetzt, mit Einnahmen aus internationalen Wettbewerben seine Ausgaben ausgleichen zu können. Jetzt leidet er schwer darunter, sich verzockt zu haben.

Zwei langjährige Verantwortliche, Aufsichtsratschef Clemens Tönnies und Finanzchef Peter Peters, sind nicht mehr da. Jochen Schneider und Alexander Jobst, die beiden verbliebenen Vorstände, müssen nun den Mangel verwalten. Eine strukturierte sportliche Planung war unmöglich geworden, weil kein Geld mehr da war, um sich Wünsche erfüllen zu können.

Die Rückkehrer gehen bisher professionell mit der Situation um

So kam es zu der skurrilen Situation, dass mehrere Spieler wieder auf der königsblauen Matte standen, die nicht mehr für Schalke spielten wollten – und für die Schalke auch keine Verwendung mehr hatte. Der Transfermarkt aber ist kaum in Bewegung. Und in der Saisonvorbereitung hat es sich herausgestellt, dass Ralf Fährmann, Mark Uth, Sebastian Rudy und Nabil Bentaleb immerhin professionell ihrer Arbeit nachgehen. Trainer David Wagner hat gar keine Wahl mehr: Er muss sie einsetzen, er braucht sie. Zumal dieses Quartett nicht mit der Vorbelastung der langen Negativserie aus der vergangenen Saison in die neue geht.

Ahmed Kutucu könnte Schalke noch fehlen

Schalke braucht auch endlich wieder Tore, dafür wurden Goncalo Paciencia und Vedad Ibisevic geholt, und auch Mark Uth hat zumindest in seiner Kölner Zeit nachgewiesen, dass er weiß, wo das Tor steht. Ahmed Kutucu wird deshalb verliehen, das Talent aus dem eigenen Nachwuchs benötigt mehr Einsatzzeiten, um sich weiterentwickeln zu können. Der 20-Jährige wird schon als Typ fehlen, er ist ein Vollgasfußballer, der Schalke liebt und das auch zeigt. Wenn die Neuen einschlagen, könnte es zielführend sein, dass Kutucu woanders Spielpraxis sammelt. Und wenn nicht? Ein riskanter Deal für Schalke 04.

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