Schalke-Kader

Reduzierung des Schalke-Kaders war für die Stimmung wichtig

Leon Goretzka.

Foto: firo

Leon Goretzka. Foto: firo

Gelsenkirchen.   Mit 23 Profis haben die Königsblauen das kleinste Aufgebot seit sieben Jahren: Die Kombination aus Mini-Kader und Maxi-Zusammenhalt scheint aufzugehen.

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Wie viel Sprit Schalkes Busfahrer Lars Laser auf Fahrten ins Trainingslager oder zum Flughafen einspart, ist noch nicht überliefert. Aber auf jeden Fall ist das Platzangebot im blauen Luxus-Gefährt seit einigen Wochen deutlich großzügiger. Im Vergleich zum Saisonbeginn 2016/2017 haben die Schalker ihren Profikader von 31 Spielern auf 23 Akteure zusammengeschrumpft.

Nach Verpassen des internationalen Wettbewerbs setzte Schalke-Manager Christian Heidel den Rotstift an und schraubte die Personalkosten um rund 30 Millionen Euro nach unten. Aber das war nicht der alleinige Grund für den Umbruch.

Kapitän Ralf Fährmann: „Die Reduzierung war auch deswegen sinnvoll, um eine bessere Stimmung im Kader zu haben. Wenn du 30 Profis hättest und am Spieltag könnten zwölf Leute nicht mitfahren, würde das auf Dauer nicht funktionieren.“

Tedesco spielte mit offenen Karten

Trainer Domenico Tedesco studierte Stärken und Schwächen der Schalker Profis schon ausführlich vor seinem offiziellen Dienstbeginn auf Schalke. Tedesco sammelte in den ersten Trainingswochen weitere Eindrücke und spielte bei chancenlosen Profis wie Sidney Sam (jetzt VfL Bochum) mit offenen Karten. „Wir wollten den großen Kader verkleinern, das war von Beginn an klar“, so Tedesco, „es gab nur zwei Abgänge, die unplanmäßig waren.“

Ex-Kapitän Benedikt Höwedes wechselte auf Leihbasis zu Juventus Turin. Allrounder Johannes Geis flüchtete ebenfalls vor der drohenden Bank-Rolle als Leihspieler zum FC Sevilla.

„Mit Bauchschmerzen“, wie Manager Christian Heidel anmerkte, bekam Geis das Einverständis zum Wechsel. Schalke konnte nach Schließung des Transferfensters nur noch mit der Reaktivierung des vertragslosen Sascha Riether reagieren. Und steht aktuell bei 20 Feldspielern plus drei Torhütern.

Der Frust-Faktor war vorher hoch

Doch das vermeintliche Risiko, mit einem kleinen Spieleraufgebot in die Saison zu gehen, erweist sich nach dem ersten Saisonviertel bisher als Glücksfall. In den Vorjahren rangelten immer mindestens 28 Spieler um ihre Plätze, der Frust-Faktor war bei Reservisten hoch. In der Spielzeit 2011/2012 hätten die Schalker mit einem 34er-Kader sogar drei komplette Mannschaften ins Rennen schicken können.

„Es ging bei uns darum, noch mehr zusammenzurücken“, betont Christian Heidel, „keiner ist sauer, wenn er mal nicht spielt.“ Vor allem der Harmonie-Faktor hat sich im Mini-Kader deutlich gebessert. Der Zusammenhalt, der auch beim 2:0 gegen Hertha BSC zum Tragen kam, soll zur Trumpfkarte werden.

„Jeder Einzelne fühlt sich wichtig“

Direktor Sport Axel Schuster, der als Bindeglied zwischen Team und Sportlicher Leitung fungiert, sagt: „Wir haben eine gute Stimmung. In der kleinen Gruppe fühlt sich jeder Einzelne wichtig. Auch Leute, die mal nicht in der Anfangself stehen, sind nicht weit weg.“

Trainer Tedesco hat den Vorteil, mit seiner überschaubaren Spielerschar intensiv arbeiten zu können. Die Konzentration ist hoch. „Wir sind eine junge, gierige Mannschaft. Ich finde, dass wir ein cooles Team sind, mit dem es Spaß macht, zu trainieren“, fasst Ralf Fährmann zusammen. Am Ende soll Schalkes Rechnung aufgehen: Weniger Profis, mehr Punkte.

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