Schalke 04

Nastasic nimmt Schalkes Stürmer in Schutz

Schalkes  Matija Nastasić (vorne)

Schalkes Matija Nastasić (vorne)

Foto: firo

Gelsenkirchen.   Matija Nastasic analysiert die Gründe für den Schalker Absturz. Er sagt: „In der letzten Saison haben wir immer bis zum Schluss gefightet.“

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Er ist der Feldspieler mit der größten Schalke-Erfahrung im Kader, von den aktuellen Profis ist nur Ralf Fährmann noch länger hier. Seit Januar 2015 hat er vier unterschiedliche Trainer (Di Matteo, Breitenreiter, Weinzierl und Tedesco) auf Schalke erlebt. Er hält die Königsblauen für einen Klub, mit dem man Titel gewinnen kann und plant seine Karriere hier langfristig (Vertrag bis 2022).

Matija Nastasic (25) hat mit Schalke schon viele Höhen und Tiefen erlebt: Der serbische Abwehrspieler ist also einer, der wissen sollte, was in dieser Saison schief läuft. Am Mittwoch sprach er darüber nach dem Training mit Journalisten.

Sie haben so viel Erfahrung: Was ist das größte Problem in dieser Saison auf Schalke?

Matija Nastasic: Wir hatten den schlechten Saisonstart mit den fünf Niederlagen zu Beginn, da ist es immer schwierig, zurückzukommen. Danach hatten wir zwar eine bessere Performance, aber es ist immer noch nicht das, was wir im letzten Jahr gezeigt haben. Ich hoffe, dass wir das in den nächsten Wochen ändern können – wir sind ja selbst nicht zufrieden mit dem Platz, auf dem wir im Moment stehen. Schalke ist ein Klub, der eigentlich in der Tabelle immer in einer guten Position sein muss.

Der schlechte Start mag ja ein Grund sein, aber wie ist jetzt, nach einer besseren Phase, diese 0:3-Niederlage in Frankfurt zu erklären?

In der ersten Halbzeit war das ein 50:50-Spiel, alles war offen. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir unsere Aggressivität und die Spielkontrolle verloren. Das ist uns schon in einigen Spielen in dieser Saison passiert, und das müssen wir schnellstens abstellen. Auf diese Art haben wir viele Punkte verloren, die wir normalerweise mitnehmen sollten. Andere Mannschaften können da ein, zwei, drei Tore in kurzer Zeit gegen uns erzielen, weil wir die Kontrolle nach dem ersten Tor verlieren, und dann kommen wir nicht mehr zurück. In der letzten Saison haben wir immer ganz bis zum Schluss gefightet.

Weil Schalke so wenig Tore schießt, geht die Haupt-Kritik an die Adresse der Stürmer. Guido Burgstaller hat sich jetzt gewehrt und gesagt, die ganze Mannschaft spielt im Moment nicht gut. Stimmen Sie zu?

Ja, da hat er recht. Wenn du keine Tore schießt, ist es verkehrt zu sagen: Es liegt nur an den Stürmern. So geht es im Fußball nicht. Das ganze Team muss dafür arbeiten, um die Möglichkeiten für die Stürmer zu kreieren. In diesem Punkt können wir uns verbessern. Wenn wir verteidigen, dann verteidigen wir ja auch alle zusammen. Es ist nicht die Schuld der Stürmer, dass wir so wenig Tore schießen.

Wie steht es um die Stimmung im Team?

Die ist generell gut – das war sie auch in den letzten Wochen. Nach dem Sieg gegen Galatasaray sind wir mit einem guten Gefühl nach Frankfurt gefahren. Ich bin mir ganz sicher, dass wir aus dieser Situation herauskommen.

Keine Angst, dass es gegen den Abstieg gehen könnte?

Wie ich gesagt habe: Wir sind im Moment mit dem Platz alles andere als glücklich. Aber wir sind ein großer Klub und ein gutes Team, wir werden wieder nach oben kommen. Wir fühlen jetzt keinen Druck und schauen jetzt nicht, wer hinter uns ist und wie viele Punkte es sind. Wir gucken nur nach oben.

In der Champions League liegt Schalke im Gegensatz zur Bundesliga gut im Rennen. Wie erklären Sie sich die Unterschiede?

Das ist eine ganz schwierige Frage. Wir sind zum ersten Mal seit 2015 wieder in der Champions League dabei. Ich denke nicht, dass wir uns da mehr konzentrieren. Aber in der Champions League spielen wir stark und schießen auch in den richtigen Momente die Tore – wie zuletzt gegen Galatasaray. Solche Spiele sollten wir auch in der Bundesliga zeigen, obwohl es eigentlich gar kein großer Unterschied ist. Wir versuchen da schon, die gleiche Leistung zu zeigen.

Was muss sich in den nächsten Spielen konkret ändern?

Wir können uns in allen Bereichen verbessern, das haben wir nach den ersten fünf Niederlagen ja auch schon getan. Aber natürlich müssen wir konstant werden, wenn wir das erreichen wollen, was wir uns vor der Saison vorgenommen haben.

Ist es denn noch realistisch, dass Schalke in der nächsten Saison wieder international spielt?

Im Moment dürfen wir uns damit gar nicht beschäftigen - wir müssen uns auf das nächste Spiel konzentrieren. Wir sollten einfach arbeiten, und dann sehen wir, auf welchem Platz wir am Ende einlaufen.

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