Champions League

Högers Kreuzbandriss sorgt für getrübte Schalker Vorfreude

Trainer Jens Keller mit der Schalker Mannschaft beim Training am Montag.

Trainer Jens Keller mit der Schalker Mannschaft beim Training am Montag.

Foto: Bongarts/Getty Images

Gelsenkirchen.   Kevin-Prince Boateng meldet sich rechtzeitig zum Champions-League-Hit an diesem Dienstag gegen Chelsea zurück. Aber der Kreuzbandriss von Marco Höger ist ein schwerer Schlag. Eine derartige Knieseuche hat Sportdirektor Horst Heldt in einem Klub auch noch nicht erlebt.

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Es ist nur ein Gerücht, dass es in der Hessingpark Clinic in Augsburg mittlerweile einen königsblauen Trakt geben soll. Tatsache aber ist, dass Dr. Ulrich Boenisch am Montag einen Schalke-Tag einlegen musste. Am Morgen legte man dem Kniespezialisten Klaas-Jan Huntelaar mit seinem Innenband-Anriss auf den OP-Tisch, danach folgte dessen Mannschaftskollege Marco Höger. Die niederschmetternde Diagnose beim Mittelfeldspieler: Teilriss des Kreuzbandes im rechten Knie, sehr wahrscheinlich vorzeitiges Saisonende für den 24-Jährigen.

Normalerweise sind Champions League-Abende, vor allem so einer wie die Dienstagpartie gegen den FC Chelsea (20.45 Uhr/live in unserem Ticker) Festtage in der Schalker Arena, aber am Montag bei der Abschlusskonferenz war die Stimmung bei den veranstaltenden Partygästen verständlicherweise schwer eingetrübt. „Das ist bitter für Marco, sein Mitwirken hat unserem Spiel zuletzt gut getan, das wirft ihn natürlich wieder zurück“, meinte ein betrübter Sportdirektor Horst Heldt, der eine derartige Knieseuche in einem Klub auch noch nicht erlebt hat.

Heldt holt die Fans mit ins Boot

Schalke-Trainer Jens Keller wird in der Öffentlichkeit gerne als spröde und wenig charismatisch dargestellt. In derart vertrackten Situationen allerdings wirkt die stoische Ruhe vor dem Champions-League-Hit wohltuend.

Keller ist keiner, der in diesen Augenblicken wegduckt oder sich Alibis zurechtlegt: „Wir nehmen die Situation so an, wie sie ist, mit dem zur Verfügung stehenden Material haben wir in der Vergangenheit schon gute Ergebnisse erzielt.“ Natürlich hob seine Laune vor allem die Tatsache, dass sich pünktlich zum Abschlusstraining am Montag mit Kevin-Prince Boateng und Jermaine Jones zwei Akteure aus den Fachabteilungen Führungskraft und Routine zurückmeldeten.

Vor allem auf dem ghanaischen Nationalspieler, der zuletzt den Unterschied im Schalker Auftreten ausmachte, ruhen die Hoffnungen für Dienstag, aber ebenso für die Bundesliga-Aufgabe am kommenden Samstag gegen den BVB. „Mit ihm und Jermaine haben wir zwei Optionen mehr. Kevin hat in den letzten zwei Wochen individuell gut trainiert und mir gesagt, es gehe ihm gut. Nun werden wir sehen, wie das Knie nach dem Mannschaftstraining reagiert“, so die Hoffnung des Trainers.

Dass die Führungskraft unter der Zwangspause gelitten habe, das glaubt der Manager nicht: „Er wird seine Rolle ausfüllen, so etwas verliert man nicht in vierzehn Tagen, das kann man nicht verlernen“, glaubt Horst Heldt, der sich seine Vorfreude durch die vielen schlechten Vorzeichen nicht verderben lassen will: „Ich freue mich auf das Spiel, auf den Top-Favoriten in der Gruppe, mal sehen, wie Chelsea mit der Gesamtsituation umgeht.“

Darüber hinaus findet es der Manager spannend, wie der Verein die Woche mit den beiden Top-Spielen annimmt. Ausdrücklich holt er dabei die eigenen Fans mit ins leck geschlagene Boot: „Es wird viel davon abhängen, ob die Spieler schon beim Warmmachen diese besondere Champions-League-Atmosphäre aufsaugen können, ob das Stadion schon gefüllt ist – oder eben nicht.“

Mit welcher Taktik die Gastgeber in die für den weiteren Gruppenverlauf immens wichtige Partie gehen werden, bleibt abzuwarten. Schalke wähnt sich bei sechs Punkten dabei durchaus in einer Komfortzone, während sich Chelsea und sein exaltierter Trainer Jose Mourinho, der Montagabend noch am Düsseldorfer Flughafen Hof hielt, auf Sieg spielen muss. Schalke, das klang hinter vorgehaltener Hand durch, könnte mit einem Remis anfreunden. Keller: „Natürlich will ich als Trainer immer gewinnen, aber wenn es der Spielverlauf hergibt, könnten wir auch mit einem Remis leben.“ Was dem realistischen Ziel wohl nahe kommt.

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