Kommentar

Hans Sarpei - ein spannender Kandidat für Schalke

Ein schöner Tag: Hans Sarpei (links) und Clemens Tönnies (rechts) nach dem Schalker Pokalsieg 2011 in Berlin. In der Mitte: Benedikt Höwedes.

Ein schöner Tag: Hans Sarpei (links) und Clemens Tönnies (rechts) nach dem Schalker Pokalsieg 2011 in Berlin. In der Mitte: Benedikt Höwedes.

Foto: Christof Koepsel / Getty Images

Essen.  Der ehemalige Schalker Profi Hans Sarpei möchte Aufsichtsrats-Mitglied bei seinem letzten Klub werden. Einiges spricht für ihn. Ein Kommentar

Hans Sarpei, geboren in Ghana, hat seit Jahren auch einen deutschen Pass. Er kam als Dreijähriger mit seinen Eltern nach Deutschland, der Vater betrieb Handel zwischen den beiden Ländern und war bei Geschäftsreisen oft bei einem hanseatischen Kaufmann in Hamburg untergekommen, der Hans hieß. Nach ihm benannte dessen Partner seinen Sohn. Deshalb trägt Hans Sarpei einen aus ghanaischer Sicht ungewöhnlichen Vornamen.

Der Junge wurde bei Bayer zum Anlagenmechaniker ausgebildet. Später wurde er Fußballprofi. Bis heute, acht Jahre nach dem Karriere-Ende, ist er sehr beliebt geblieben. Auch, weil er sich bei TV-Auftritten und in den Sozialen Medien originell, humorvoll, aber auch meinungsstark zu inszenieren weiß.

Im Sommer 2019 übte Sarpei deutliche Kritik an Tönnies

Hans Sarpei hat aber auch Schattenseiten erlebt, im Stadion musste er Affenlaute ertragen. Den FC Schalke 04 lernte er auf der letzten Karrierestation als weltoffenen Verein kennen. Umso mehr war Sarpei entsetzt, als sich Clemens Tönnies im Sommer 2019 zu einem rassistischen Zitat hinreißen ließ. Die Entgleisung des Aufsichtsrats-Vorsitzenden kritisierte er öffentlich in aller Schärfe.

Das hält Sarpei aber nicht davon ab, für Schalkes Aufsichtsrat zu kandidieren. Er müsste, wenn er zur Wahl zugelassen und schließlich von den Mitgliedern berufen würde, eng mit Clemens Tönnies zusammenarbeiten. Darin sieht Sarpei überhaupt kein Problem, er sagt inzwischen: „Jeder von uns macht Fehler.“ Das klingt versöhnlich. Aber Sarpei geht es ohnehin nicht um Persönliches und nicht um Personen, sondern „einzig allein um Schalke 04“.

Er kennt sich auch in der modernen Medienwelt aus

Es wäre spannend, den Aufsichtsrat um einen ehemaligen Profi wie ihn zu ergänzen, im Idealfall: zu bereichern. Er kennt sich im Fußball genauso aus wie in der modernen Medienwelt, er bringt sich leidenschaftlich in den Kampf gegen Rassismus ein. Hans Sarpei, der für viele Späße zu haben ist, würde diese Aufgabe bei Schalke 04 garantiert sehr ernst nehmen.

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