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Fanmarschverbot: Schalker dürfen nicht durch Bremen laufen

Im März 2019 unterlag Schalke in Bremen mit 2:4.

Im März 2019 unterlag Schalke in Bremen mit 2:4.

Foto: imago

Gelsenkirchen.  Schalke-Fans, die ihr Team am Samstag zum Auswärtsspiel nach Bremen begleiten, müssen mit dem Shuttlebus vom Bahnhof zum Stadion fahren.

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Es gibt viele schöne Ecken in der Bremer Innenstadt. Da ist zum Beispiel der Domshof, dazu das Schnoorviertel - und auch der Weg am Osterdeich entlang bis zum Weserstadion ist sehr schön. Na gut, wenn es nicht gerade regnet jedenfalls. Pech für die Fans des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04: Wenn sie am Samstag zum Auswärtsspiel bei Werder Bremen (15.30 Uhr/Sky) anreisen, können sie sich nichts davon ansehen. Ursache dafür ist ein Fanmarschverbot des Bremer Innensenators Ulrich Mäurer.

Polizei Bremen erwartet 55 gewaltsuchende Fans

Den Schalke-Fans ist es somit untersagt, zu Fuß durch die Innenstadt zum Stadion zu gehen, teilte Mäurer am Donnerstag mit. Stattdessen werden den S04-Fans kostenlose Busfahrten vom Hauptbahnhof zum Weserstadion und zurück angeboten. "Diese Vorgehensweise hat sich auch schon bei den Werder-Heimspielen gegen den HSV und Hannover 96 bewährt", erklärte Mäurer dazu in einer Pressemitteilung, in der Schalke als "SV Schalke 04" bezeichnet wird...

Grund für dieses Fanmarschverbot: Die Polizei rechnet damit, dass sich unter 1200 mitreisenden Schalke-Fans 340 der Kategorie B (gewaltbereit) und 55 der Kategorie C (gewaltsuchend) befinden. "Daher ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den feindschaftlichen Fangruppierungen zu rechnen", erklärt Mäurer. Mit dem Fanmarschverbot hätte die Polizei, so Mäurer, "die aktive Gästefanszene in den Shuttlebussen unter Kontrolle."

Die Rechtmäßigkeit der Bremer Fanmarschverbote auch für alle nicht gewaltbereiten Fangruppen wird allerdings momentan gerichtlich geprüft. Fans von Hertha BSC hatten dagegen geklagt - zwar ohne Erfolg, aber das Bremer Verwaltungsgericht sieht Klärungsbedarf. Und auch Bremer Fans sind mit Verboten dieser Art nicht einverstanden. Leo Brock von der Grün-Weißen-Hilfe sagte dem "Weser-Kurier": „Im Grunde heißt das doch: ,Steigt in den Bus, kauft eine Bratwurst und dann haut wieder ab.' Das ist nicht die Gastfreundschaft, die man eigentlich von Bremen gewohnt ist.“

Für das Spiel am Samstag hilft dieser Protest allerdings wenig. Fans, die in Königsblau anreisen, werden ab dem Hauptbahnhof mit dem Bus fahren müssen - und können nicht im Schnoorviertel eine Pause einlegen.

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