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Englands Transfer-Ende könnte Schalke und Gladbach nutzen

Schalke-Manager Christian Heidel (links) und Gladbach-Manager Max Eberl.

Foto: firo

Schalke-Manager Christian Heidel (links) und Gladbach-Manager Max Eberl. Foto: firo

Mönchengladbach.  Das Beispiel von Gladbach-Spieler Thorgan Hazard zeigt: Dieser Wechsel-Sommer ist besonders. Die Bundesliga will davon profitieren.

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Thorgan Hazard trottet ganz gemächlich vom Fußballplatz, die Schuhe hat er längst ausgezogen. Feierabend. Im Training des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach musste er zuvor schon genug rennen, jetzt lässt er sich Zeit. Überhaupt scheint der 25-Jährige derzeit gelassen durchs Leben zu schlendern, obwohl die Frage nach seiner Zukunft ja immer noch nicht beantwortet ist. „Für den Moment bin ich da“, sagt Hazard nur, „aber im Fußball weiß man bis zur letzten Sekunde nie, was passiert.“

Der Belgier, stolzer WM-Dritter, soll auf dem Einkaufszettel von englischen Klubs zumindest vermerkt sein. Auch italienische und spanische Klubs zeigen Interesse. Ein konkretes Angebot existiert aber noch nicht. Und das, obwohl dieser Transfersommer besonders ist. Denn die von Hazard angesprochene letzte Sekunde tickt in den europäischen Topligen zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Berater schließt Paniktransfers aus

Schon heute um 18 Uhr schließt das Transferfenster der englischen Premier League. Ab da dürfen die Klubs von der Insel nur noch Spieler verkaufen, aber keine kaufen. Etwa eine Woche später folgt die italienische Serie A . Von den Topligen mischen dann nur noch die spanische La Liga, die französische Ligue 1 und die Bundesliga bis zum 31. August auf dem Transfermarkt mit. Die deutschen Erstligavereine hoffen deswegen, dass bis dahin die Preise purzeln. Zurecht?

„Für die Bundesliga ist das aktuell eine Komfortzone“, meint Jörg Neblung, einer von Deutschlands bekanntesten Spielerberatern, im Gespräch mit dieser Redaktion. Denn die Vereine könnten besser verhandeln, wenn die englische und italienische Konkurrenz nicht mehr mitbieten darf. „Es wird mehr Ruhe in den Markt einkehren und weniger Kurzschlusstransfers geben“, sagt Neblung, aber: „Die Geldmenge im Markt wird nicht zurückgehen, denn Englands Klubs geben einfach schon vorher sehr viel aus.“ Der Spielerberater geht daher nicht mehr von einbrechenden Ablösesummen aus.

Tatsächlich zeigte sich schon am Mittwoch, dass die Premier-League-Klubs kein Problem damit haben, kurz vor Schluss noch massig Geld auszugeben. Der FC Chelsea verpflichtete mal eben den weitgehend nur Spanien-Kennern geläufigen Torhüter Kepa Arrizabalaga für 80 Millionen Euro von Athletic Bilbao – noch nie wurde mehr für einen Schlussmann ausgegeben. Weitere hochpreisige Transfers könnten heute folgen. Bislang wurden in England laut transfermarkt.de fast 1,2 Milliarden Euro für Spieler überwiesen, was beinahe an die Rekordsumme des vergangenen Sommers von 1,27 Milliarden Euro heranreicht. Nur weil die Transferperiode verkürzt wird, sinken nicht die Ablösesummen.

Gladbach-Manager Eberl will Planungssicherheit

Trotzdem diskutiert die Bundesliga darüber, das deutsche Transferfenster zu verkürzen. Zuletzt machte sich Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dafür stark. Auch Gladbach-Manager Max Eberl plädiert für die Änderung. Den Verantwortlichen geht es dabei um die Planungssicherheit – auch für die Fans. „Sie kaufen sich sonst vielleicht ein Trikot mit dem Namen ihres Lieblingsspielers, der dann noch wechselt“, erklärt Eberl.

Tatsächlich könnten sich die Kader der Bundesligisten noch stark verändern. „Viele Vereine warten noch ab“, erklärt Schalkes Sportchef Christian Heidel. Auch Thorgan Hazards Zukunftsfrage wird erst am letzten Augusttag endgültig beantwortet werden. Nur ein Wechsel nach England, der lässt sich heute ab 18 Uhr ganz sicher ausschließen.

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