Kommentar

Ehrenrat wird im Fall Tönnies auch auf Schalke achten

Clemens Tönnies stellt sich am Dienstag dem Schalker Ehrenrat.

Clemens Tönnies stellt sich am Dienstag dem Schalker Ehrenrat.

Foto: dpa

Gelsenkirchen.  Schalke-Boss Clemens Tönnies muss sich aufgrund seiner Aussagen über Afrikaner am Dienstag vor dem Ehrenrat verantworten. Ein Kommentar.

Der Ehrenrat des FC Schalke 04 hat heute eigentlich wenig Spielraum, wenn es darum geht, wie Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies wegen seiner rassistischen Äußerungen sanktioniert werden soll.

Tönnies hat gegen die Satzung und das Leitbild der Königsblauen erheblich verstoßen und müsste mindestens auf Zeit seines Amtes enthoben werden. Tönnies’ Verhalten hat dem Verein erheblich geschadet, jeden Tag gibt es neue Stimmen, die seine Aussagen aufs Schärfste verurteilen. Viele Mitglieder drohen mit einem Austritt.

Doch auch wenn es bei der Sitzung darum eigentlich nicht geht: Der Ehrenrat wird auch das Wohl des Vereins im Blick behalten. Und dabei spielt Tönnies nun einmal eine große Rolle.

Seit 2001 steht er an der Spitze des Klubs. Er weiß alles über seinen Verein. Jede wichtige Entscheidung geht über seinen Schreibtisch. Tönnies hat nicht nur den Vertrag mit Hauptsponsor Gazprom vermittelt, sondern auch selbst finanziell ausgeholfen, wenn Schalke in große Not geraten war. Und viele, darunter die sportliche Leitung, sprechen sich für Tönnies aus, akzeptieren dessen Entschuldigung. Er sei kein Rassist.

Rauswurf oder nicht? Für den Ehrenrat ist das eine schwierige Entscheidung. Heute werden wir erfahren, wie diese aussieht.

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