Revierderby

Diese Schalker stehen im Derby gegen den BVB im Fokus

Wird wieder im Schalker Tor stehen: Frederik Rönnow.

Wird wieder im Schalker Tor stehen: Frederik Rönnow.

Foto: firo Sportphoto/Ralf Ibing / Ralf Ibing/firo Sportphoto

Dortmund/Gelsenkirchen.  An diesem Samstag steigt das Revierderby Borussia Dortmund gegen Schalke 04. Diese vier Spieler sind besonders wichtig.

Es gab schon Zeiten, da war die Distanz zwischen den Revierrivalen Borussia Dortmund und Schalke 04 noch größer – 1975 zum Beispiel, als der BVB im Mittelfeld der 2. Bundesliga herumdümpelte. Oder in den 80er-Jahren, als Schalke dreimal abstieg. Und dennoch: Auch im Herbst 2020 trennen BVB und S04 vor dem direkten Duell an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) Fußball-Welten.

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Auf der einen Seite steht der Bayern-Jäger und Champions-League-Teilnehmer BVB, auf der anderen der abstiegsbedrohte FC Schalke, der seit 20 Liga-Spielen nicht mehr gewonnen hat. Es steht ein Derby bevor, dessen Spielverlauf nicht schwer zu erraten sein dürfte: Der BVB stürmt, Schalke verteidigt. Sagt auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc: „Es wird keine große Überraschung, wie die Schalker das Spiel angehen: Sie wollen unser Spiel kaputt machen. Darauf muss jeder Spieler vorbereitet sein und immer eine Antwort haben.“

Sancho und Haaland: Zwei BVB-Spieler, die am Samstag wichtig sind

Und so kommt es bei den Schwarz-Gelben vor allem auf die beiden 20-jährigen Erling Haaland und Jadon Sancho an.

Haaland ist der Zielspieler der Dortmunder. Der Norweger weiß, wie man Schalke wehtut: Beim bislang letzten Derby im Mai (4:0) gehörte er mit einem Tor und einer Vorlage zu den Sieg-Garanten. Auch in der aktuellen Saison ist seine Form beeindruckend. Viermal traf er in den ersten vier Ligaspielen – doppelt so häufig wie Schalkes kompletter Kader. Auch am Dienstag beim Champions-League-Ausrutscher bei Lazio Rom (1:3) war Haaland der einzige Feldspieler in Normalform.

Einer, der in der Rückrunde der Vorsaison noch Haalands genialer Partner war, hängt ein wenig durch – und das gilt nicht nur für das Rom-Spiel. Rechtsaußen Jadon Sancho läuft seiner Form hinterher. Auch, weil er nicht komplett durchtrainiert wirkt. Erst eine Vorlage konnte er seit Saisonbeginn beitragen.

Zweifel an Sanchos Können kommen bei den Verantwortlichen wegen des Durchhängers nicht auf. Dem Ausnahmetalent werden Formschwankungen noch verziehen. Gestunken hat der Führungsetage jedoch sein Partybesuch während der Länderspielpause. Weil es nicht Sanchos erste Undiszipliniertheit war. Mit einer Top-Leistung im Derby könnte er diese Nebengeräusche verstummen lassen.

Schalke 04: Rönnow bestreitet sein drittes Spiel

Für die eine Mannschaft geht es ums Toreschießen, auf der Suche nach möglichen Derbyhelden der anderen schwenkt der Scheinwerfer auf die Verteidigung. Zwangsläufig im Blickpunkt: Torwart Frederik Rönnow (28), der sich in seinem dritten Spiel für die Königsblauen direkt einen Platz in den Derby-Geschichtsbüchern sichern könnte – wie einige Torhüter vor ihm.

Manuel Neuer zum Beispiel zeigte in seiner an herausragenden Leistungen nicht armen Karriere eines seiner besten Spiele am 5. Februar 2011 im Schalker Trikot in Dortmund. Es endete 0:0. Ähnlich überragend hielt Ralf Fährmann am 25. März 2014 – auch dieses Derby ging 0:0 aus. Und Jens Lehmann köpfte am 19. Dezember 1997 in der 90. Minute selbst das Tor zum 2:2-Endstand. Neuer, Fährmann, Lehmann – und jetzt Rönnow? „Er macht einen sehr selbstbewussten, reflektierten Eindruck, er kann ein Spiel gut lesen und sich intensiv mit den Inhalten auseinandersetzen“, sagte Trainer Manuel Baum am Freitag. Und Baum, in seiner aktiven Karriere selbst Torwart, glaubt an eine gute Leistung des Dänen: „Er macht seine Sache im Training gut – und er wird sie auch im Spiel gut machen.“

Die Schalker Abwehr: Sané kommt eine entscheidende Rolle zu

Damit nicht ganz so viele Schüsse auf Rönnows Tor fliegen, ist die Abwehr gefordert. Und dort hat Salif Sané (30) unter Baum die entscheidende Rolle. „Was mir bei Salif gefällt“, sagte Baum über den 1,96 Meter großen Abwehr-Riesen, „ist, dass er eine richtig gute Persönlichkeit ist. Er lacht viel, nimmt den einen oder anderen Spieler mit. Ich halte extrem viel von ihm -- und er stellt natürlich auch etwas dar.“ Und das bei eigenen Standardsituationen auch im gegnerischen Strafraum.

Dennoch: Alles andere als ein Sieg der Dortmunder wäre eine Überraschung. Vor dem Derby im April 2019 allerdings war die Aussicht ähnlich. Der BVB hatte Chancen auf die Meisterschaft, Schalke taumelte dem Abstieg entgegen. Und doch gewann Schalke mit 4:2 – möglich ist eben alles.

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