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Can Bozdogan macht Schalke Hoffnung – wer kommt noch?

Aktuell der größte Hoffnungsträger unter den jungen Schalkern: Can Bozdogan gilt für Sportvorstand Jochen Schneider schon als „wichtiger Baustein in unserem Kader“.

Aktuell der größte Hoffnungsträger unter den jungen Schalkern: Can Bozdogan gilt für Sportvorstand Jochen Schneider schon als „wichtiger Baustein in unserem Kader“.

Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images

Gelsenkirchen.  Trainer Manuel Baum will auf die Jugend setzen – neben Can Bozdogan sieht er noch ein weiteres Talent bei Schalke. Doch ein Kutucu stagniert.

Keinen Sancho, keinen Reyna und schon gar keinen Moukoko: Dass Schalke 04 derzeit auf nahezu allen Ebenen hinter dem ungeliebten Rivalen aus dem östlichen Ruhrgebiet rangiert, wird auch in der Feinkostabteilung der Talente deutlich. Während die Dortmunder Youngster ihren Weg gehen, hofft man auf Schalke seit Monaten vergeblich darauf, dass einem Ahmed Kutucu doch endlich der Durchbruch gelingen möge. Aber Manuel Baum, der neue Trainer, sieht Licht am Ende des Tunnels.

Dass sich auch auf Schalke in Sachen Talente etwas tut, macht Baum an der Aufstellung des vergangenen Spiels gegen Union Berlin (1:1) fest. „Wir hatten zwei ganz junge Spieler drin“, erklärt der Trainer: „Mit Kilian Ludewig rechts hinten und mit Can Bozdogan, der glücklicherweise seinen Vertrag auf Schalke verlängert hat.“ Ludewig ist gerade mal 20, Bozdogan mit 19 sogar noch ein Jahr jünger. Beide machten ein sehr ordentliches Spiel – zumindest Ludewig ist auch am Samstag (18.30 Uhr/ Sky) beim Revierderby in Dortmund in der Schalker Abwehr sicher gesetzt. Baum, der vor seinem Wechsel nach Schalke Nachwuchstrainer beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) war, hat keine Bedenken, die jungen Spieler zu bringen – Bozdogan warf er gegen Berlin in die Startelf, nachdem sich sein Schlüsselspieler Mark Uth verletzt hatte. Er sagt: „Dann ist es mir auch da nicht angst und bange.“

Sieben Schalker ab dem 2000er-Jahrgang

Rein zahlenmäßig hat Schalke viele junge Spieler im Kader, die für eine bessere Zukunft stehen könnten. Fünf Spieler (Ozan Kabak, Kilian Ludewig, Levent Mercan, Rabbi Matondo und Ahmed Kutucu) entstammen dem 2000-er Jahrgang, zwei weitere (Malick Thiaw und Can Bozdogan) sind sogar erst 2001 geboren. Der BVB kommt auf eine ähnliche Zahl (acht) an Kaderspielern, die ab dem Jahr 2000 geboren sind. Drei davon (Sancho, Reyna, Bellingham) stehen schon regelmäßig in der Bundesliga ihren Mann.

Auf Schalke ist eigentlich nur der aktuell noch gesperrte Ozan Kabak schon voll etabliert. Kilian Ludewig (der von RB Salzburg nur ausgeliehen ist) kann eine feste Größe werden – bisher hat er aber erst ein Bundesligaspiel absolviert. Und für Ahmed Kutucu wie für den einst für sehr viel Geld von Manchester City geholten Rabbi Matondo gilt: Als es in der vergangenen Saison anfangs für die Mannschaft prima lief, haben sie gute Ansätze gezeigt. Doch seit Schalke so böse abgestürzt ist, sind auch sie von der Bildfläche verschwunden – die Krise des Vereins hat sie mit nach unten gezogen. Kutucu kam in dieser Saison noch gar nicht in der Bundesliga zum Einsatz, Matondo nur einmal (für 66 Minuten beim 0:8 in München). Manuel Baum muss sie wieder aufbauen. Der neue Trainer hat angekündigt, auf die Jugend zu setzen.

Aktuell gilt jetzt Can Bozdogan als größter Hoffnungsträger. Sportvorstand Jochen Schneider preist den 19-Jährigen als „eines der größten Mittelfeld-Talente in der Bundesliga“. Dass es Schalke gelungen ist, den Vertrag mit dem deutschen U20-Nationalspieler vorzeitig bis 2024 zu verlängern, ist zweifellos ein gutes Zeichen – Bozdogan war zuvor nur bis 2022 gebunden. Er hatte in der vergangenen Saison unter David Wagner noch als U19-Spieler seine ersten Profi-Einsätze für Schalke – mittlerweile kommt er auf fünf Bundesligaspiele. „Can Bozdogan“, stellt Jochen Schneider fest, „ist schon jetzt ein wichtiger Baustein in unserem Kader.“

Baum hält auch von Thiaw sehr viel

Man sollte sich aber hüten, Bozdogan als lupenreines Eigengewächs der Schalker Nachwuchsabteilung zu bezeichnen: Der gebürtige Kölner kam erst im zweiten U19-Jahr vom 1. FC Köln in die Knappenschmiede. „Schalke hat mir die Möglichkeit gegeben, den Schritt vom Jugend- zum Bundesliga-Spieler zu gehen“, erklärt Bozdogan, der nach eigener Aussage in der Schalker U19 das Rüstzeug bekommen hat, „um den Sprung in den Profi-Bereich zu schaffen“. Norbert Elgert machte ihn als Neuzugang im Sommer 2019 sogleich zu seinem Kapitän – auch das spricht für die Qualitäten des Mittelfeldspielers.

Schalkes Profi-Trainer Manuel Baum kannte Bozdogan schon lange vor seinem Wechsel nach zu S04 – aus den U-Mannschaften des DFB. Baums Urteil über den Jung-Profi: „Er ist ein feiner Techniker, hat ein exzellentes Spielverständnis und sucht immer den direkten Weg zum Tor.“ Ein Hoffnungsträger, der auf Schalke seinen Weg gehen soll.

Aber Bozdogan ist nicht der Einzige, dem Baum eine Menge zutraut: Der ehemalige Nachwuchstrainer des DFB ist genauso angetan von Malick Thiaw – auch den langen Innenverteidiger hat er für die Bundesliga auf dem Zettel. Allerdings gilt Thiaw im Gegensatz zu Bozdogan eher als Spät-Entwickler.

Fürs Derby am Samstag wäre von den jungen Schalkern vor allem einer wichtig: Ozan Kabak. Aber der ist weiterhin gesperrt.

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