Gelsenkirchen. Vor zwei Jahren erzielte Schalke-Torjäger Simon Terodde in zwei Spielen fünf Tore gegen Hansa Rostock. Deshalb hat Hansa sehr viel Respekt.

Zwei Jahre ist es her, dass der FC Schalke 04 zuletzt in der 2. Bundesliga bei Hansa Rostock spielte. In Corona-Zeiten sorgten 14.500 Zuschauer für eine ganz heiße Atmosphäre, und 40 Minuten lang gelang den Königsblauen wenig. Dann bekam Thomas Ouwejan auf der linken Seite zum ersten Mal genug Platz, flankte in die Mitte, mit einem Flugkopfball unmittelbar über der Grasnarbe verlängerte Simon Terodde den Ball ins Tor. Auch das Tor zum 2:0-Sieg erzielte Terodde, bei der 3:4-Niederlage im Rückspiel in der Veltins-Arena traf er sogar dreimal. Kein Wunder, dass die Rostocker vor Schalkes Kapitän und Torjäger vor dem direkten Duell der Abstiegskandidaten Rostock (15.) und Schalke (16.) am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) besonders viel Respekt haben.

Er ist der Rostock-Schreck: Schalke-Kapitän Simon Terodde traf in der Aufstiegssaison fünfmal gegen Hansa.
Er ist der Rostock-Schreck: Schalke-Kapitän Simon Terodde traf in der Aufstiegssaison fünfmal gegen Hansa. © dpa | Danny Gohlke

„Warnen muss man nicht, man muss aufpassen“, sagte Rostocks Trainer Alois Schwartz am Freitag während einer Pressekonferenz über Terodde. „Ihm reicht manchmal eine halbe Chance. Das zeichnet Torjäger aus.“ Über Teroddes Elfmetertor beim 4:0-Erfolg über den VfL Osnabrück vor einer Woche sagte Schwartz: „Ich hoffe nicht, dass er seine Ladehemmung abgestellt hat.“

Hansa-Trainer Schwartz über Schalke-Spiel: „Wir müssen mutig sein“

Doch bei allem Respekt vor Terodde - in ihr letztes Heimspiel im Jahr 2023, das mit 27.100 Zuschauern ausverkauft ist, gehen die Rostocker mit viel Selbstvertrauen. Nach einer schlechten Serie zwischen Anfang Oktober und Mitte November (ein Unentschieden und vier Niederlagen in fünf Pflichtspielen) zeigte die Formkurve in den vergangenen vier Partien nach oben. In den letzten beiden schwierigen Heimspielen gegen Hertha BSC (0:0) und Spitzenreiter FC St. Pauli (2:3) hielt Hansa mit, beim 1. FC Magdeburg (2:1) holte Rostock drei Punkte, in Karlsruhe (2:2) führte das Schwartz-Team nach einer guten Anfangsphase mit 2:0. „Die Liga ist sehr eng, wir lassen uns nicht einschüchtern. Wichtig ist, dass wir nicht in Aktionismus verfallen. Wir spielen zu Hause, wir müssen mutig sein, unsere Leistung auf den Platz kriegen wie in Karlsruhe. Dann bin ich guter Dinge“, sagte Schwartz. Vor allem auf die Fans setzt er im Ostseestadion: „Wir müssen alles aus uns rausholen, gemeinsam mit den Zuschauern. Ich bin seit April 2023 hier, und ich muss sagen, was ich hier bisher erlebt habe, ist geil und sensationell.“

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Mit den Schalkern sieht er sein Team auf Augenhöhe, auch wenn das vor der Saison so nicht zu erwarten war. Da galt S04 als Aufstiegs- und Rostock als Abstiegskandidat. „Schalke hat es bisher nicht geschafft, eine Konstanz auf den Platz zu bekommen. Da müssen wir den Finger in die Wunde legen. Aber Schalke hat eine enorme Qualität im Kader - allein wenn ich an die Achse denke, angefangen mit Kaminski und Kalas über Schallenberg und Seguin bis Karaman und Terodde.“ Was die Vorbereitung für Schwartz schwierig macht: In seiner rund zweimonatigen Amtszeit probierte Schalkes Trainer Karel Geraerts viele Systeme aus - angefangen bei seinem Lieblingssystem 3-5-2 über die 4-2-3-1-Strategie bis zur 4-4-2-Rauten-Taktik beim Osnabrück-4:0. „Die Schalker versuchen vieles, haben vor einer Woche wieder umgestellt“, sagte Schwartz.

Schalke-Trainer Geraerts lässt Taktik offen

Doch wie lässt Geraerts in Rostock spielen? Das hält er noch offen. „Für mich ist besonders wichtig zu sehen, dass meine Mannschaft verschiedene Formationen spielen kann. Es ist eine sehr flexible Mannschaft, weshalb wir vor jedem Spiel schauen können, wie der Gegner spielt, was seine Stärken sind. Dann können wir unsere beste Strategie entwerfen - und nun habe ich mehr Optionen für Rostock“, sagte er. Für den Gegner fand er lobende Worte: „Es wird ein richtig schweres Spiel. Ich habe das Rostocker Spiel in Karlsruhe gesehen und analysiert, da waren sie gut. Diese Mannschaft hat gute Fußballspiele in ihren Reihen, große, gute Stürmer, ein gutes Mittelfeld.“

Doch mit welchen Spielern treten die Teams an? Rostock muss auf Jasper van der Werff, Nico Neidhart, John-Patrick Strauß, Patrick Nkoa und Janik Bachmann verzichten. Hinter dem erkrankten Svante Ingelsson steht noch ein Fragezeichen, sein Ausfall würde Schwartz schmerzen: „Er hilft uns mit seiner Art ungemein.“ Außer Ingelsson sind auch van der Werff und Neidhart Stammspieler.

Bei den Schalkern dürfte es im Vergleich zum Osnabrück-Spiel keine Änderungen geben. Während der Woche verpassten Lino Tempelmann und Blendi Idrizi Trainingseinheiten, Kenan Karaman trat Anfang der Woche kürzer - am Sonntag dürften aber alle dabei sein. Genauso wie Simon Terodde, der Rostock-Schreck.