DFB-Pokal

3:2 n.V.! Schalke gewinnt Pokal-Schlacht gegen Hertha BSC

Ekstase auf Schalke: Benito Raman läuft nach seinem Siegtor auch seinen Mitspielern davon.

Ekstase auf Schalke: Benito Raman läuft nach seinem Siegtor auch seinen Mitspielern davon.

Foto: Getty

Gelsenkirchen.  Schalke 04 steht im Viertelfinale des DFB-Pokals. Gegen Hertha BSC drehten die Königsblauen einen 0:2-Rückstand und gewannen mit 3:2 (0:2) n.V..

War das ein Jubel. In der Halbzeit waren sie noch in die Kabine getrottet, vom Gegner überrumpelt, von sich selbst enttäuscht. Doch die Profis des FC Schalke 04 machten aus einem 0:2-Rückstand gegen Hertha BSC ein Pokal-Spektakel. Sie erzwangen mit zwei Treffern in der zweiten Hälfte eine Verlängerung. Und dann kam die 115. Minute, dann kam ein entscheidender Konter: Benito Raman enteilte allen Berlinern, behielt die Nerven - und schoss Schalke ins Viertelfinale!

Ob es am veränderten Personal lag, dass nach einer Viertelstunde schon mehr Aufregendes passiert war als am Freitag im gesamten Bundesligaspiel in Berlin? Beide Trainer hatten ihre Teams nach dem müden 0:0 deutlich verändert. Jürgen Klinsmann brachte gleich fünf neue Herthaner, David Wagner schickte vier neue Schalker auf den Rasen.

Hertha überrascht Schalke in der Anfangsphase

Vor allem die Berliner, die im eigenen Stadion vor allem auf Absicherung bedacht waren, traten frischer und frecher auf - und überraschten damit ihren Gegner.

Nach einer gefährlich abgerutschten Flanke von Marius Wolf, die in der zehnten Minute knapp am zweiten Pfosten vorbeiflog, durfte sich der frühere Dortmunder schon zwei Minuten später noch einmal versuchen: Zügig kam Wolf über rechts, sein scharfer Pass nach innen fand als Adressaten den zuvor von Klinsmann nicht berücksichtigten Pascal Köpke, der den Fuß reinhielt - Führung für Hertha.

Ein Wachmacher für die Schalker. Sie reagierten umgehend: Amine Harit brachte den Ball nach einem schönen Doppelpass mit Michael Gregoritsch im Strafraum von links an Berlins Torwart Rune Jarstein vorbei, doch Jordan Torunarigha klärte den Ball noch vor der Linie - da fehlten nur Millimeter. Direkt anschließend entschärfte Jarstein noch einen weiteren Schuss von Harit.

Schalke-Torwart Nübel sieht beim 0:2 nicht gut aus

39 Minuten waren gespielt, als Schalke einen Elfmeter verlangte. Niklas Stark war der Ball an die Hand geprallt - aber der Konter lief. Innenverteidiger Jean-Clair Todibo, den Schalke in der Winterpause auf Leihbasis vom FC Barcelona geholt hatte, patzte bei seinem Heim- und Startelf-Debüt, holte dann den Richtung Tor laufenden Pascal Köpke mit einem Sprint wieder ein. Der Berliner aber legte den Ball quer zu Krzysztof Piatek, den Matija Nastasic gewähren ließ. Der polnische Stürmer, Ende Januar für 23 Millionen Euro Ablöse vom AC Mailand nach Berlin gekommen, schoss sofort und erhöhte auf 2:0. Schalkes Torwart Alexander Nübel, der bei seinem ersten Heimspiel nach der Bekanntgabe seines Wechsels zum FC Bayern von den Fans unbehelligt blieb, sah nicht gut aus, als der Ball ins Tor trudelte.

Sofort bedrängten die Schalker den Schiedsrichter - Harm Osmers wartete, bis sich der Video-Assistent meldete: Der wertete das Handspiel von Stark als unbeabsichtigt - 2:0 für Hertha.

Calgiuri trifft zum 1:2, Harit gleicht für Schalke aus

Schalke-Trainer Wagner brachte zuerst Ozan Kabak, dann auch Benito Raman und Weston McKennie. Die Angriffe wurden energischer, blieben aber zunächst unkontrolliert und ungefährlich. In Minute 76 aber jagte Daniel Caligiuri rechts dem Ball bis zur Grundlinie nach, dann machte er einen Haken zurück und brachte den Ball mit links aufs Tor. Dass sein Schuss haltbar war, konnte ihm egal sein. Der Anschlusstreffer, die Schalker sahen wieder Licht.

Jetzt mischten sie richtig mit. Und in der 82. Minute glichen sie aus: Vorarbeit Caligiuri, Tor Harit - 2:2, alles wieder offen.

Verlängerung. Die Partie war kraftraubend, jetzt ging es an die Reserven. In der 99. Minute wurde es turbulent: Omar Mascarell grätschte Torunarigha vor die Schalker Bank. Dort griff sich der bereits verwarnte Berliner eine Kiste und warf sie vor Wut - Gelb-Rot! Nach dem Videobeweis zeigte Schiedsrichter Osmers auch Schalkes Trainer Wagner Rot - eine fragwürdige Entscheidung.

Elf Schalker gegen zehn Berliner. Und einer war nicht aufzuhalten: Benito Raman.

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