Schalke-Training

1000 Schalke-Fans beim Training - Skrzybski fit fürs Derby

Stürmer Steven Skrzybski (m, vorne ) beim Abschlußtraining vor dem Derby.

Stürmer Steven Skrzybski (m, vorne ) beim Abschlußtraining vor dem Derby.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen  1000 Fans kommen zum Schalker Abschlusstraining vor dem Derby gegen Borussia Dortmund. Steven Skrzybski ist bereit für das Spiel der Spiele.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das Abschlusstraining vor dem Revierderby auf Schalke ist seit ein paar Jahren ein Spektakel. Auch wenn am Freitag „nur“ rund 1000 Fans auf das Vereinsgelände kamen, um die Mannschaft auf das Spiel am Samstag gegen den großen Rivalen Borussia Dortmund einzustimmen, war die Stimmung trotz des Regenwetters bestens.

Als die Mannschaft nach der 50-minütigen Einheit eine Ehrenrunde drehte und die Spieler und das Trainerteam mit den Fans abklatschten, kam schon knapp 24 Stunden vor dem Anpfiff richtiges Derby-Feeling auf. Trainer Domenico Tedesco war zufrieden: „Die Fans warten hier bei Regenwetter und Kälte auf uns, um uns anzufeuern. Die Stimmung ist top, die Vorfreude ist bei allen sehr groß.“

Die Frage, ob Steven Skrzybski im Derby auflaufen kann, ließ Tedesco seinen Stürmer spontan selbst beantworten. „Stevie, sieht’s gut aus für morgen?“, fragte der Trainer den 26-Jährigen auf dem Weg in die Kabine. Skrzybskis Antwort: „Es sieht sehr gut aus.“ Ein Derby-Einsatz war wegen einer Verletzung im Brustbereich fraglich. Bis Freitagnachmittag, bis der königsblaue Stürmer selbst grünes Licht gab. Auch Guido Burgstaller, den Achillessehnenprobleme plagen, konnte die Abschlusseinheit absolvieren und ist fit für das Derby.

Nach dem Aufwärmen ließ Tedesco seine Spieler aufgeteilt in drei Teams aus allen Lagen aufs Tor schießen. Die Tore wurden gezählt – und die besonders schönen von den Fans sogar beklatscht. Sieger des Torschuss-Wettbewerbs wurde das Team mit Nabil Bentaleb, Sebastian Rudy, Guido Burgstaller, Naldo, Daniel Caligiuri und Weston McKennie. Das Gruppenfoto der Gewinner durfte nicht fehlen.

"Naldo muss ran"

Auch von Sebastian Kuczak wurden am Freitag einige Fotos gemacht. Der Sechsjährige aus Duisburg ist seit seiner Geburt Schalke-Fan. Sein Papa sagt, dass sein Sohn sogar schon vor der Geburt Schalker war. Sebastian kam als Nikolaus zum Abschlusstraining. Zu seiner roten Nikolausmütze trug er einen langen weißen Bart und einen Schalke-Schal. Außerdem hatte er einen Sack dabei, in dem Schokolade war, die er an die Schalke-Fans verteilte. „Die Schokolade hat er von seinem eigenen Taschengeld bezahlt“, sagt sein Vater. Sebastians Derby-Tipp: Ein Sieg für Schalke, was sonst?

Margret Wiescher, auf Schalke besser als „Oma Schalke“ bekannt, traut dem Braten noch nicht so ganz. „Ich wäre mit einem Punkt schon zufrieden. Hauptsache die anderen haben hier bei uns nichts zu feiern“, sagt sie und fordert: „Naldo muss ran.“ Ihr Vorschlag, damit Naldo, der Derby-Held der vergangenen Saison, wieder mehr Spielzeit bekommt: „Naldo macht die Heimspiele. Salif Sané darf dann auswärts spielen. Zusammen passen beide nämlich nicht.“

Udo Wessolek ist mit seiner Frau zum Abschlusstraining gekommen. Dass die Dortmunder 19 Punkte mehr als Schalke haben, weiß auch er. Sie deshalb als Favorit zu bezeichnen, sieht der Gelsenkirchener aber überhaupt nicht ein. Im Gegenteil: „Die Dortmunder wissen noch, was letztes Jahr passiert ist. Die haben genauso Manschetten vor morgen wie wir.“ Der Fan, der im Block S5 seinen Stammplatz hat, verlangt von den Spielern eine breite Brust. Für den Fall der Fällte hat er sogar schon einen nicht ganz ernst gemeinten Alternativplan geschmiedet: „Wenn ich merke, dass die Einstellung nicht stimmt, haue ich in der Halbzeit ab und gehe auf den Weihnachtsmarkt. Da habe ich wenigstens meine Ruhe, während das Spiel läuft“, sagt er und lacht.

Als es kurz vor Ende der Trainingseinheit windiger wird und der Regen immer heftiger, verlassen nur wenige Fans den Platz. Für die anderen gilt: Schluss ist erst dann, wenn Tedesco abpfeift. Für Oma Margret steht fest: „So bekloppt können auch nur wir Schalker sein.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben