Testspiel

RWO verkauft sich teuer im Test bei Bayer 04 Leverkusen

Da kratzt sich der Schweizer Nationalspieler Admir Mehmedi (r.) rätselnd am Bart und Bayer-Keeper Ramazan Özcan ist geschlagen: Torschütze Rafael Garcia nimmt die Glückwünsche von Marvin Lorch (Nr. 25) zum 1:2-Anschlusstreffer entgegen. Hinten: Patrick Schikowski.

Foto: Stachowiak

Da kratzt sich der Schweizer Nationalspieler Admir Mehmedi (r.) rätselnd am Bart und Bayer-Keeper Ramazan Özcan ist geschlagen: Torschütze Rafael Garcia nimmt die Glückwünsche von Marvin Lorch (Nr. 25) zum 1:2-Anschlusstreffer entgegen. Hinten: Patrick Schikowski. Foto: Stachowiak

Oberhausen.   Am Ende stand eine 1:3-Niederlage. Doch im Testspiel bei Bayer Leverkusen wäre für RW Oberhausen nach guter Leistung mehr drin gewesen.

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Auch bei freiem Eintritt teuer verkauft hat sich RW Oberhausen in seinem Fußball-Testspiel gegen Bayer 04 Leverkusen. Im Schatten der Bundesliga-Arena des Tabellenzweiten unterlag der Regionalligist mit 1:3 (0:2) und hatte dabei ausreichend Chancen, die Partie mindestens mit einem Remis zu beenden.

„Wir haben uns nicht versteckt, sondern versucht, unser Spiel durchzudrücken“, war auch RWO-Trainer Mike Terranova sehr zufrieden – mit Ausnahme der Chancenverwertung: „Das ist weiterhin unser Manko, aber da darf es keine Ausreden mehr geben – weder Platz noch Gegner. Bevor wir das 0:2 bekommen, müssen wir eigentlich schon 2:1 führen.“

„Niemand hat enttäuscht“

Insgesamt überwog bei Terranova aber natürlich der gute Eindruck vor 300 Zuschauern im Ulrich-Haberland-Stadion: „Wir haben wieder einen breiten Kader mit Qualität. Hier hat niemand enttäuscht und ich bekomme schon Bauchschmerzen, wenn ich darüber nachdenke, wen ich demnächst draußen lassen soll.“

„Insgesamt bin ich einverstanden mit unserer Leistung. Wir hätten sicherlich das ein oder andere Tor mehr machen können, aber wir haben jetzt nicht so krass Torchancen vergeben wie in den vorherigen Testspielen“, so Leverkusens Trainer Heiko Herrlich, der seine Mannschaft bereits zum vierten Testspiel im Januar gebeten hatte. Die Begründung: „Keine Spielform im Training hat die Intensität von einem Spiel über 90 Minuten – auch gegen einen ‚richtigen‘ Gegner zu spielen, ist immer noch etwas anderes. Sowas hat einfach einen ganz anderen Charakter als untereinander Elf-gegen-Elf im Training zu spielen oder kleinere Spielformen zu machen.“

Natürlich stand bei den Platzherren kein Spieler in der Anfangsformation, der auch zuletzt beim 4:1-Erfolg in Hoffenheim begonnen hatte. Aber angesichts einer Startelf u. a. mit Stefan Kießling, Karim Bellarabi, Admir Mehmedi, Tin Jedvaj und Joel Pohjanpalo tut man sich schon sehr schwer, von einer B-Mannschaft zu sprechen.

Erste Chance für Kießling

Kießling hatte per Kopfball auch die erste Chance, aber RWO-Keeper Robin Udegbe bügelte seinen Fehlschuss im Aufbau wieder glatt (2.). Absolut vermeidbar dann der Treffer zum 0:1: Daniel Heber bekam eine Flanke von der rechten Seite nicht geklärt und legte unfreiwillig für Dominik Kohr auf, der aus acht Metern traf (11.).

Garcia trifft zum 1:2

Doch anschließend wurden die Kleeblätter selbstbewusster und kamen selbst zu Großchancen. Erst bekam Tarik Kurt den Querpass von Maik Odenthal aus hervorragender Position nicht ins Tor gedrückt (27.), dann legte sich der Angreifer den selbst eroberten Ball zu weit vor und wurde abgelaufen (28.).

Die klarste Chance vergab Raphael Steinmetz. Der RWO-Rückkehrer lief allein auf Bayer-Keeper Özcan zu. Ein Heber oder den Ball vorbei zu legen wären sicherlich die erfolgsversprechenderen Alternativen gewesen, so aber scheiterte Steinmetz am Reserve-Torwart des Bundesligisten. Doppelt bitter: Im Gegenzug bekam die Defensive keinen Zugriff auf Bellarabi, der Nationalspieler vollstreckte aus 16 Metern zum 2:0 (30.).

Von einem Drei-Klassen-Unterschied war auch nach der Pause nichts zu sehen. Leverkusen hatte natürlich die souveränere Spielanlage. Doch die Gäste hielten den hohen Favoriten vom eigenen Kasten fern und gefielen ihrerseits mit schnellen Spielzügen. Einer davon landete beim eingewechselten Patrick Schikowski, der Ball wenig später am linken Pfosten (70.). „Besser jetzt an den Pfosten und in der Meisterschaft und im Pokal dann rein“, trug er es nach dem Spiel mit Fassung. Das Gefühl, ein Tor gegen einen Bundesligisten erzielt zu haben, ereilte schließlich Rafael Garcia. Aus halbrechter Position traf er flach zum hochverdienten 1:2 (84.).

Und RWO wollte noch mehr, doch wie so häufig machte dann eine Standardsituation den Unterschied. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld köpfte der eingewechselte U19-Akteur Güven Yalcin zum 3:1-Endstand für Bayer.

„Mit so einer Leistung brauchen wir uns in der Liga vor niemandem zu verstecken“, resümierte Terranova. Recht hatte er.

So haben sie gespielt

Bayer 04: Özcan, Kuba, Jedvaj, Retsos, Henrichs, Bellarabi, Kohr (79. Samoura), Havertz (71. Schreck), Mehmedi (84. Akkaynak), Kießling, Pohjanpalo (84. Yalcin).

RWO: Udegbe (46. Wozniak), Heber (60. Reinert), Hermes (77. Ogrzall), Nakowitsch (46. Haas), Löhden (46. Stojan), Fleßers (61. Scheelen), Odenthal (46. Schikoswki), Ben Balla, Bauder (77. Lorch), Kurt (46. Gödde), Steinmetz (61. Garcia).

Tore: 1:0 Kohr (11.), 2:0 Bellarabi (31.), 2:1 Garcia (84.), 3:1 Yalcin (90.).

Schiedsrichter: Oliver Lossius (Sondershausen).

Zuschauer: 300.

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