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Rot-Weiß Oberhausen hat im Winter seine Identität gefunden

RWO-Trainer Mike Terranova

Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

RWO-Trainer Mike Terranova Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Das Testspiel macht Lust auf die verbleibende Rückrunde: RWO-Trainer Mike Terranova hat das Team auf seine mutige Spielweise eingeschworen.

Auch wenn am Freitagabend, beim letzten Testspiel der Winter-Vorbereitung gegen den TSV Steinbach ein eisiger Wind wehte, in der Mannschaft von Rot-Weiß Oberhausen ist Feuer drin. Was schon beim wichtigen Pokalsieg über den KFC Uerdingen deutlich wurde, konnten die Kleeblätter auch in einem – vergleichsweise unbedeutenden – Testspiel gegen einen spielstarken Gegner bestätigen. Mike Terranova will mit seiner Mannschaft nicht um die goldene Ananas spielen, er und sein Team sind heiß auf die Rückrunde.

Gefangen im Mittelfeld

Zehn Punkte auf die Spitze, zwölf Punkte auf den ersten Abstiegsplatz. Unten stehen Teams wie TSV Erndtebrück oder Westfalia Rhynern ziemlich chancenlos, oben Viktoria Köln und KFC Uerdingen ziemlich uneinholbar. Gefangen im Mittelfeld mit Spielen bei U 23-Auswahlen von Bundesligisten und damit vor sehr trauriger Kulisse oder weiten Fahrten nach Ostwestfalen. Spieler haben ihr kommendes Arbeitspapier in der Tasche oder schon einen neuen Arbeitgeber gefunden, oft ist das die Phase wo die Saison nur so vor sich hinplätschert, gerade in einer Regionalliga ohne vernünftige Aufstiegsmöglichkeiten. Terranova hat es dennoch geschafft, seine Mannschaft einzuschwören. Der offensiv denkende Trainer schafft das mit seiner Mentalität, seinen Aufstellungen und mit der Art wie er Fußball spielen will.

Gegen Steinbach stellte der Linienchef aus der Not geboren in der Offensive um. Ohne Philipp Gödde schickte er mit Rafael Garcia und Patrick Schikowski auf den Flügeln sowie Raphael Steinmetz und Tarik Kurt im Zentrum beinahe einen Vierersturm ins Rennen. Vier flinke Angreifer, die jede Defensive vor Probleme stellen können. „Wir haben viele Chancen gehabt und gut gespielt. Schade, dass sich die Jungs nicht mit einem Sieg belohnt haben“, resümiert der Trainer. Insbesondere Tarik Kurt hatte es ihm mit seinen zwei Toren angetan. „Es freut mich riesig für ihn, schade dass ihm das dritte Tor aberkannt wurde.“

Lieber 2:2 als 0:0 zu spielen macht dann auch der Mannschaft mehr Spaß, insbesondere Patrick Bauder blüht als Verbindungsspieler im Zentrum auf. Gemeinsam mit Yassin Ben Balla muss Bauder das Zentrum dicht machen, aber auch unmittelbar wieder seine Stürmer einsetzen. Dadurch ist der Spielmacher immer in Ballnähe und darf auch seine Zweikampfstärke einbringen. Die Spielfreude merkt man ihm auch ohne Ball an. Bauder ordnet, lenkt und arbeitet für seine Mannschaft.

Kalkuliertes Risiko

Dass die offensive Marschrichtung auch Chancen für den Gegner ermöglicht, ist kalkuliertes Risiko. „Die Gegentore waren ärgerlich. Vor dem ersten war es eigentlich ein Foul“, erinnert sich „Terra“ an die Ecke zum 1:1. Beim 2:2 rutscht Jasper Stojan einfach aus, ansonsten ließ RWO keine großen Chancen zu. Auch weil sich für diese Art zu spielen die ideale Abwehrreihe gefunden hat. Daniel Heber und Tim Hermes dürfen den Flügel offensiv wie defensiv beackern, Felix Haas und Kai Nakowitsch harmonieren im Zentrum hervorragend und Letzterer hat sogar seine Qualitäten in der Spieleröffnung entdeckt. „Das hat uns immer gefehlt. Dafür ein Sonderlob, er macht das aktuell richtig gut“, dürfte Nakowitsch seinen Platz sicher haben.

Gegen Viktoria Köln dürften Maik Odenthal (Grippe) und Gödde (Rücken) wieder zur Auswahl stehen und damit die Möglichkeiten für Terranova erweitern. Seine Mannschaft ist heiß, er hat ihr die Identität gegeben. Jetzt muss „Terra“ die Flamme nur aufrechterhalten.

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