Fußball

Reform der Regionalliga noch ohne Lösung

Yassin Ben Balla, hier gegen TV Herkenraths Hamza Salman, möchte mit RWO lieber früher als später gerne hoch hinaus, also zumindest in die Dritte Liga. Doch wer steigt aus welcher Regionalliga künftig direkt auf?

Yassin Ben Balla, hier gegen TV Herkenraths Hamza Salman, möchte mit RWO lieber früher als später gerne hoch hinaus, also zumindest in die Dritte Liga. Doch wer steigt aus welcher Regionalliga künftig direkt auf?

Foto: Micha Korb

Oberhausen.   Die Reform-Arbeitsgruppe gibt eine Empfehlung ab. Der West-Staffel winkt ein fester Aufstiegsplatz. Ein grundlegendes Problem bleibt.

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In diesem Jahr war es Losglück, doch ab 2020 könnte die Regionalliga West ebenso wie die Staffel Süd-West für den jeweiligen Meister einen festen Aufstiegsplatz in die 3. Liga bekommen. Für eine grundlegende Reform ist allerdings immer noch keine Lösung gefunden.

Die vom DFB-Bundestag eingesetzte Ad-hoc-AG hat bei ihrer dritten Sitzung in Frankfurt einen Vorschlag verabschiedet, der nun dem DFB-Präsidium vorgelegt wird. Der Vorschlag sieht als vorrangiges Ziel weiterhin die Reduzierung der Regionalliga von fünf auf vier Staffeln vor, aus denen alle Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen.

Neue Flächengebiete?

Das erarbeitete Modell beinhaltet, den Flächenbereich des DFB in zwei Gebiete aufzuteilen, aus denen heraus jeweils zwei Ligen gebildet und jeweils zwei Aufsteiger ermittelt werden. Die Entscheidung über den genauen Zuschnitt der einzelnen Regionalligen soll auf die jeweiligen Regional- und Landesverbände für deren Flächengebiete übertragen werden. Die Drittliga- und Regionalligavereine sollen in die Entscheidungsprozesse ihrer Gebiete eingebunden werden, so der DFB in einer Mitteilung.

Das erste Gebiet, für das zwei Aufsteiger vorgesehen sind, umfasst die Ballungsräume der aktuellen Regionalliga West (RWO) und Regionalliga Südwest. Das zweite Gebiet bilden die von Flächenländern geprägten Regionalligen Nord, Nordost und Bayern. Sie würden ebenfalls zwei Aufstiegsplätze erhalten. Sollten die Regionalverbände Nord und Nordost sowie der Landesverband Bayern zu keiner Aufteilung in zwei Staffeln gelangen, hätten sie eine genaue Begründung darzulegen, wie stattdessen die beiden Aufsteiger in ihrem Gebiet zu ermitteln sind.

Viele Modelle landen im Mülleimer

Die AG hatte zahlreiche weitere Modelle zur Bildung von vier Regionalligen und der Neuregelung des Aufstiegs diskutiert. Diese wurden als nicht mehrheitsfähig eingestuft.

„Wir haben einen sehr schwierigen Prozess hinter uns, in den die Vereinsvertreter intensiv einbezogen waren. Der jetzige Vorschlag hat am Ende breite Zustimmung in der AG gefunden. Die Entscheidung liegt jetzt bei den betreffenden Regional- und Landesverbänden - unter weiterer Einbindung der Vereine“, sagt der Leiter der Ad-hoc-AG, Peter Frymuth, DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung.

Nowak sieht Gebietsreform als mögliche Lösung

Das DFB-Präsidium wird sich auf seiner nächsten Sitzung am 7. Dezember mit dem erarbeiteten Vorschlag befassen. Anschließend sollen die weiteren Maßnahmen eingeleitet werden, dann auf Ebene der Regional- und Landesverbände. Geplant ist unverändert, dass die Neuregelung des Aufstiegs zur 3. Liga beim DFB-Bundestag 2019 (26./27. September) verabschiedet werden soll.

Jörn Nowak, Sportlicher Leiter bei RWO: „Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der Meister aufsteigen muss und alle Ligen gleich behandelt werden müssen. Eine Gebietsreform wäre eine mögliche, faire Lösung - aber das wird ein ganz schwieriger Prozess.“ Der aus dem Osten der Republik stammende Ex-Profi erinnert daran, dass sich in den sechs Relegationen fünf Mal der Ost-Meister durchgesetzt hat. „Ein West-Regionalligist ist nicht mehr wert als einer aus dem Osten oder dem Süden. Fakt ist aber auch, dass sich etwas ändern muss, denn so wie bisher kann es nicht weitergehen.“

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