Niederrheinpokal

Wegen Pyro: Verband denkt über Pokal-Ausschluss von RWE nach

Zündeten im Endspiel des Niederrheinpokal Pyrotechnik: Die Fans von RWE.

Zündeten im Endspiel des Niederrheinpokal Pyrotechnik: Die Fans von RWE.

Foto: Thorsten Tillmann / FUNKE Foto Services

Essen.  Im Finale des Niederrheinpokals zündeten die Fans von Rot-Weiss Essen Feuerwerkskörper. Das könnte nun schwerwiegende Folgen für den Klub haben.

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Die Vorkommnisse beim Finale des Niederrheinpokals zwischen Rot-Weiss Essen und dem MSV Duisburg haben möglicherweise schwerwiegende Konsequenzen für den Regionalligisten. Wie diese Redaktion erfuhr, denken die Funktionäre des Verbands über einen Ausschluss des Traditionsvereins aus dem Pokal-Wettbewerb nach. „Das ist nicht auszuschließen“, erklärt Wolfang Jades, der Vorsitzende des Fußball-Ausschusses, auf Anfrage.

Das Finale im Stadion Essen am vergangenen Donnerstag musste für etwa zehn Minuten unterbrochen werden, nachdem Anhänger beider Vereine in ihren Blöcken Feuerwerkskörper gezündet hatten. „Die Menschen, die Pyrotechnik zünden oder im Stadion randalieren, begehen Straftaten“, betont Jades, „ihr Verhalten zeigt, dass sie keinen Respekt vor dem Leben oder der Gesundheit anderer haben.“ Das Fazit des Funktionärs: „Ich habe Angst um diesen Sport.“ Das ist seine Feststellung nach den jüngsten Ereignissen bei Pokal- und Relegationsspielen: „Es zog sich über das Finale im Niederrheinpokal, das DFB-Pokalfinale und jetzt die Relegationsspiele mit den traurigen Ereignissen in München.“

Die Geduld des FVN-Funktionärs ist mittlerweile am Ende. „Seit etwa zehn Jahren beschäftigen wir uns aber leider auch viel zu viel damit, dass wir Straftaten ahnden und bei ihrer Aufklärung helfen“, berichtet Jades und ergänzt: „Jetzt ist die Zeit des Redens in meine Augen allerdings vorbei. Denn wir haben eine Fürsorgepflicht gegenüber den Menschen, die sich im Stadion friedlich verhalten. Auf Fehlverhalten muss mit Stadionverboten reagiert werden.“

Entscheidung über RWE-Zukunft fällt Verbandsspruchkammer

Ein Ausschluss aus dem Pokal hingegen würde RWE hart treffen. Zuletzt qualifizierte sich der Klub dreimal in Folge für den DFB-Pokal. „Die Vereine wären in so einem Fall die Leidtragenden. Aber so macht man denen, die dafür verantwortlich sind, deutlich, wie sehr sie ihrem Verein schaden“, stellt Jades klar. Der Pyro-Vorfall im Endspiel war der zweite dieser Art in der abgelaufenen Pokal-Saison.

Ob es aber tatsächlich dazu kommt, dass die Rot-Weissen von dem Wettbewerb ausgeschlossen werden, ist noch unklar. Ohnehin entscheidet nicht Jades, sondern die Verbandsspruchkammer darüber. Deren Vorsitzender, Johannes Daners, war für diese Redaktion noch nicht erreichbar.

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