RW Essen

Solide Leistung reicht Rot-Weiss Essen für Halbfinal-Einzug

RWE-Kapitän Benjamin Baier absolvierte enormes Pensum.

RWE-Kapitän Benjamin Baier absolvierte enormes Pensum.

Essen.   Regionalligist Rot-Weiss Essen wurde im Pokal-Viertelfinale bei Union Nettetal seiner Favoritenrolle gerecht. Der Gastgeber wehrte sich tapfer.

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Das nennt man dann wohl volksnah. So mancher Zuschauer gönnte sich nach dem Verbandspokal-Viertelfinale zwischen Rot-Weiss Essen und Union Nettetal noch ein Bierchen unter dem Zeltdach vor dem VIP-Raum, und der eine oder andere Spieler der Gastgeber plauderte ein bisschen mit. Schulter an Schulter standen sie auch im VIP-Raum zur Pressekonferenz. Alles freundlich, alles friedlich – und zufrieden.

Nettetal trug trotz des 0:3 nur bedingt Trauer. Natürlich war man enttäuscht, aber unterm Strich war es für die Hausherren eher ein Feiertag, ein sportlicher Höhepunkt, den man genoss. Die Nettetaler waren Außenseiter gegen den prominenten Viertligisten, aber sie spielten ihre Rolle couragiert. „Es war für uns ein Highlight-Spiel. Das haben wir uns so in der Form erarbeitet und gewünscht“, kommentierte Trainer Andreas Schwan. 1750 Zuschauer! So viele waren selbst im Sommer nicht aufgetaucht, als Union im Aufstiegsspiel gegen Niederwenigern den Sprung in die Oberliga schaffte, wo der Neuling unerwartet gut zurechtkommt.

„Das Allerwichtigste ist, dass wir nach diesem Pokalfight das Halbfinale erreicht haben“, betonte RWE-Trainer Karsten Neitzel. Schließlich ist das Endspiel oder gar der Titelgewinn ein weiteres Saisonziel. „Wir haben einen soliden Job gemacht, haben uns zwar nur wenig Chancen herausgespielt, waren aber effizient.“ Ein Handicap hatte die Offensive aber auch zu verkraften, denn Kai Pröger war kurzfristig ausgefallen (Magen-Darm-Infekt).

Gegen robusten Gegner gibt es nur wenig Ertrag

Die Essener übernahmen die Initiative und kontrollierten weitgehend das Geschehen. Es war ein von Beginn an engagierter und entschlossener Auftritt, vor allem Kapitän Benjamin Baier hatte sich offenbar viel vorgenommen und spulte ein enormes Pensum ab. Doch gegen den kompakten und robusten Gegner gab’s nur wenig Ertrag. Nach einem Kopfball von Marcel Platzek rettete Union-Keeper Krahnen mit einem Reflex (18.). Auch einen Distanzschuss von Nico Lucas entschärfte der Torhüter (32.), Baier wiederum verfehlte das Ziel aus 22 Metern knapp (42.).

Nettetal wehrte sich, lauerte auf Konter. Und hatte die erste Chance in diesem Duell, als Marc Paul von der Strafraumkante aus am Fuß von RWE-Keeper Robin Heller (14.) scheiterte. Und bei einem Konter fehlte Touratzidis die Zielstrebigkeit (38.). „Da hätten wir durchaus in Führung gehen können“, meinte Schwan, der auch einen Handelfmeter (59.) beanspruchte, als Lucas in eine Hereingabe von Popovic rutschte und den Ball mit dem Arm berührte. „Den müssen wir bekommen. In dieser Szene hatten wir kein Matchglück“, haderte Schwan.

Direkt nach der Pause setzte Nettetal erneut den ersten Warnschuss, als Touratzidis aus gut 20 Metern abzog. Heller bestand auch diese Prüfung und lenkte den Ball über die Latte (49.). Dann aber die verdiente Führung für den Favoriten: Lukas Scepanik wurde im gegnerischen Strafraum zu Fall gebracht. Elfmeter. Timo Brauer verwandelte sicher zum 1:0 (64.).

Favorit spielt die Zeit routiniert herunter

Der Favorit blieb am Drücker, ging aber nicht mehr das große Risiko ein, sondern spielte routiniert die Zeit herunter. Am Ende klingelte es noch zweimal: Scepanik servierte Platzek den Ball per Hacke, und der vollendete volley zum 2:0 (86.). Und einmal das Visier justiert, traf Platzek zum 3:0 (90.).„Wir sind nicht in Hektik verfallen“, urteilte der Doppeltorschütze, „sondern haben unser Ding durchgezogen.“

Die Statistik: Union Nettetal - Rot-Weiss Essen 0:3 (0:0)

RWE: Heller - Heber, Becker, Zeiger, Grund (69. Urban) - Brauer, Baier, N. Lucas (85. Tomiak), Scepanik - Wirtz (89. Remmo), Platzek.

Schiedsrichter: Braun.

Zuschauer: 1750.

Tore: 0:1 Brauer (64., FE), 0:2 Platzek (86.), 0:3 Platzek (90.).

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