RWE - MSV

RWE verliert nach Elfmeterschießen gegen den MSV Duisburg

Pokalkampf: Phil Ofosu-Ayeh (MSV) gegen Marcel Platzek (r./RWE).

Pokalkampf: Phil Ofosu-Ayeh (MSV) gegen Marcel Platzek (r./RWE).

Foto: Michael Gohl / WAZ FotoPool

Essen.  Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen ist raus, der MSV Duisburg steht im Finale des Niederrheinpokals. Doch wie bitter ist diese Niederlage für die Essener. Sie waren dem Drittligsten gleichwertig. Verlängerung. Elfmeterschießen. Doch RWE traf nicht einmal vom Punkt.

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Die Rot-Weißen sind raus, der MSV Duisburg steht im Finale des Niederrheinpokals. Doch wie bitter ist diese Niederlage für die Essener. Sie haben gekämpft, sie waren dem Drittligsten gleichwertig und trafen in der allerletzten Minute der regulären Spielzeit durch Max Dombrowka den Pfosten. Verlängerung. 1:0-Führung durch Langlitz. Ausgleich. Elfmeterschießen. Doch RWE traf nicht einmal vom Punkt. Rot-Weiss ist raus.

Wie brisant dieses Duell der beiden Revierrivalen gewesen ist, spürte man spätestens Mitte in der zweiten Halbzeit, als das Spiel für knapp 30 Minuten unterbrochen werden musste (77.), weil auf der Westtribüne plötzlich das Tor zum Rasen offen stand und die Polizei blitzschnell mit einer Hundertschaft aufmarschierte. Sport 1 unterbrach die TV-Live-Übertragung. Es passierte zwar nichts mehr auf den Rängen, ein ordentlicher Kratzer fürs Image ist allemal drin.

Es gibt wie im Fußball viele Dinge, die muss man nicht verstehen.

Prächtige Pokalstimmung

Dass über 20.000 Fans zu einem Halbfinale im Niederrheinpokal pilgern, gehört sicherlich dazu. Und die zuweilen eigenwillige Pokalgesetzmäßigkeit natürlich auch. Vielleicht ist es ja die innige Sehnsucht dieser beiden Traditionsvereine, irgendwann mal wieder im ganz großen Fußball mitzumischen. Rot-Weiss ist als Viertligst weit davon entfernt, der MSV in der 3.Liga ein bisschen näher dran. Und es ist ja auch erst eine Spielzeit her, dass die Zebras noch durch die 2.Liga trabten. Und vor drei Jahren standen sie gegen Schalke 04 sogar im Finale des DFB-Pokals. Kein Wunder, dass die Gäste als Favoriten gehandelt wurden.

Die Vorfreude war groß, die Resonanz riesig, die Straßen rund um das Stadion weiträumig bis in die City verstopft. Als dann aber der „Opa Luscheskowski“ im Stadion intoniert wurde, war der ganze Stress vergessen. Die RWE-Fans verhüllten die komplette Westkurve mit rot- und silberfarbenen Glitzerfolie, die Anhänger beider Lager versuchten sich stimmlich durchzusetzen.

Soweit das Vorgeplänkel im erstmals ausverkauften Essener Stadion. Vorhang auf für die 22 Hauptdarsteller auf dem Rasen. Die Rot-Weißen zeigten wenig Respekt vor dem höherklassigen Widersacher, der bald merkte, dass man allein wegen des Drittliga-Status nicht ins Finale einziehen wird. Die Rot-Weißen suchten den Weg nach vorn und wurden für ihren Mut belohnt.

Sie hatten Chancen. Nach knapp einer Viertelstunde kam Marian Limbasan aus kurzer Distanz zum Kopfball, bekam aber keinen Druck auf das Spielgerät. Kevin Grund prüfte MSV-Keeper Michael Ratajczak aus 22 Metern (26.), und Limbasan versuchte es ebenfalls aus der Distanz (37.).

Der Favorit enttäuschte

Mehr ließ der MSV Duisburg nicht zu, aber selbst brachte er kaum etwas zustande. Die Pässe waren schon im Aufbau zum Teil viel schlampig gespielt, sodass der Ball meist in den Beinen der gut postierten Essener Defensive landete. Der Favorit enttäuschte in Hälfte eins. Nur einmal bei einem Konter war richtig Platz. Ofosu-Ayeh schaltete Turbo ein, der Ball kam auf Pierre de Witt, der aber mit einem Heber über das Tor diese Möglichkeit verbaselte (39.).