Fußball-Regionalliga

RWE-Coach Neitzel beklagt ein richtiges „Dreck-Ergebnis“

Hatte die größte Chance des Spiels: Lukas Scepanik, hier gegen den Ex-Essener Moritz Nicolas, musste RWE einfach in Führung bringen.

Hatte die größte Chance des Spiels: Lukas Scepanik, hier gegen den Ex-Essener Moritz Nicolas, musste RWE einfach in Führung bringen.

Foto: Markus Endberg

mönchengladbach.   Der RWE-Trainer appelliert nach dem unglücklichen 0:1 in Mönchengladbach an den Zusammenhalt aller. Sonntag kommt Aachen.

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Beim Gastspiel von Rot-Weiss Essen am Mittwochabend im Rheydter Grenzlandstadion wurden reichlich Millionen bewegt – zumindest auf dem Rasen. Mit den drei Gladbacher Profis Laszlo Benes (1,75 Mio. Marktwert), Keanan Bennetts (2,3 Mio.) und Andreas Poulsen (4 Mio.) stand auf Gladbacher Seite mehr Großkapital auf dem Platz als die Essener in zwei Jahren bei ihrem Etat an Kosten aufrufen. Und da soll Geld keine Tore schießen?

„Was sollen wir machen? Ich war mit Jürgen vor zehn Tagen hier, da haben wir uns das Spiel gegen Köln angeschaut, heute standen drei, vier Mann auf dem Zettel, die wir damals nicht gesehen haben“, konnte RWE-Coach Karsten Neitzel angesichts der ungleich luxuriöseren Lage eines Bundesligisten nur mit den Achseln zuckeln.

Quäntchen Glück auf Gladbacher Seite

So mag die 0:1-Niederlage am Ende gegen glückliche Fohlen nicht überraschen, eher die Tatsache, dass es angesichts des Kräfteverhältnisses nicht eindeutiger ausgefallen ist. Trainer Arie van Lent, der in Gladbach Kultstatus genießt und sich auch in seiner kurzen aktiven RWE-Zeit einen respektvollen Ruf erarbeitet hat, wusste den etwas schmeichelhaften Sieg durchaus einzuordnen: „Das Quäntchen Glück war auf unserer Seite, das nehmen wir gerne mit, aber ich weiß auch, dass es heute hinten heraus ganz anders hätte passieren können.“

Denn hinten heraus kam wenig bis gar nichts bei den Gastgebern, die schon frühzeitig nach dem Wechsel den Abpfiff herbeisehnten. Denn, trotz aller Prominenz, gab Gladbachs Coach zu bedenken: „Das war eine Mannschaft, die so noch nie auf dem Platz gestanden hat, mit Spielern, die über keine Matchpraxis verfügen.“ Experiment geglückt.

Ganz anders die Gefühlslage bei den Verlierern, die schon in Halbzeit eins beste Chancen zur Führung liegen ließen (Scepanik, Baier, Brauer), nach dem Wechsel unermüdlich anrannten und zumindest den Aluminium-Klangtest (Brauer, Becker) am Ende klar für sich entschieden. Aber auch nur den.

Eine Phase der „Gefühlsverknotung“

„Ich weiß, Fußball ist nun einmal ein Ergebnissport, aber das Ergebnis ist brutal, es kotzt uns alle an, und mich am meisten“, redete RWE-Trainer Karsten Neitzel mal wieder Tacheles. Er hatte vieles probiert, ließ Kevin Grund in Hälfte eins als Impulsgeber zentral hinter der Spitze ran, brachte den wuchtigen Enzo Wirtz erst dann, als die ersten Gladbacher schon mit Krämpfen auf dem Rasen lagen. Zählbares hatte es nicht gebracht, in manch aussichtsreicher Aktion fehlt den Rot-Weissen aber mittlerweile auch das Selbstvertrauen vom Saisonanfang, vier Spiele ohne Sieg hinterlassen nun allmählich ihre Spuren im Nervenkostüm. Symptomatisch die Großchance von Lukas Scepanik kurz vor der Gladbacher Führung, als ihm ein maßgenauer Flachpass von Florian Bichler frei vor dem Tor irgendwie zwischen die Füße geriet, da stand der Neue kurz vor einer Knochenfraktur.

Aber mit gegenseitigen Schuldzuweisungen ist den Rot-Weissen nun nicht gedient, der erfahrene Neitzel weiß gerade in dieser Phase der „Gefühlsverknotung“ („Ergebnis ist richtiger Dreck, aber wir haben gut gespielt“), was von allen verlangt wird: „Ich bin da sehr sensibel und kriege alles mit, gerade jetzt müssen wir alle zusammenbleiben“, hofft er, und schließt dabei die Fangemeinde, die sich auch trotz der Enttäuschung beim Abpfiff vorbildlich verhielt, durchaus mit ein. „Und wir müssen punkten, punkten, punkten.“

Denn die nächsten Aufgaben gegen Aachen, Viktoria Köln, Wattenscheid und RWO werden zeigen, wohin die Winterreise geht.

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